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Wo geht es hin?

31. Januar 2010

Ob man nun das frisch vorgestelle iPad gut findet oder nicht – eins dürfte mit diesem neuen Apple-Tablet klar sein: der Trend geht eindeutig hin zu leicht zu bedienenden Multitouch-Geräten, die man eher per Fingerzeig als mit der Maus oder dem Stift bedient.

Apple hat, beginnend mit dem iPod touch und später mit dem iPhone, ein neues Designprinzip in der Welt mobiler Geräte etabliert, dem in ganz kurzer Zeit fast alle anderen Hersteller gefolgt sind. Wenn sich nun nichts völlig Unerwartetes ereignet, können wir davon ausgehen, in den nächsten Monaten unzählige iPad-Derivate unterschiedlichster Qualität sehen zu können.

Interessant ist dabei, dass sich diese Art der intuitiven Bedienung fast vollständig auf den Heim- und Hobby-Bereich konzentriert. Professionelle Anwender werden wohl noch geraume Zeit klassische Laptops und, etwa zur Bildbearbeitung, auf Grafiktabletts – etwa das Intuos von Wacom – setzen.

Interessenverband der iPhone-Entwickler setzt sich mit dem iPad auseinander

Im Interessenverband der deutschen iPhone-Entwickler (vieda) haben sich inzwischen 80 App-Programmierer zusammengeschlossen. Nach der Ankündigung des Apple iPads hat vieda sofort ein Stimmungsbild der App-Entwickler erhoben. Klare Aussage: Die vieda-Mitglieder begrüßen die Einführung des neuen Geräts, sehen aber die Notwendigkeit, bestehende Apps an das iPad anzupassen. Ein reines Übernehmen bestehender iPhone-Apps macht in ihren Augen keinen Sinn.

Es wird nicht mehr lange dauern und im iTunes Appstore liegen 200.000 Apps vor. Viele dieser Programme für den iPod touch und das iPhone stammen von deutschen Entwicklern. vieda heißt der Interessenverband der deutschen iPhone-Entwickler. Er möchte die Stimme der deutschen Entwickler-Szene sein und zugleich mit gezielten Marketingaktionen dafür Sorge tragen, dass die angeschlossenen Programmierer auch Erfolg haben. Gerade erst am 1. November 2009 gegründet, verzeichnet vieda Ende Januar 2010 bereits 80 Mitglieder.

Die große Frage nach der Vorstellung des neuen Apple iPads am letzten Mittwoch war natürlich: Wie sehen die vieda-Mitglieder das neue Gerät? Gibt es Kritik? Nehmen alle Entwickler das iPad begeistert an?

vieda-Mitbegründer Hanno Welch (iDay): “Grundsätzlich stehen wir dem iPad alle sehr positiv gegenüber. Wir glauben, dass Apple mit dem iPad fast alles richtig gemacht hat und damit tatsächlich eine neue Geräteklasse zwischen dem iPhone und dem iPod touch auf der einen Seite und dem Notebook auf der anderen Seite etablieren wird. Wir sind alle sehr neugierig auf das iPad und würden es gern sofort in den Händen halten und ausprobieren - um natürlich gleich erste Apps dafür zu entwickeln.”

Die vieda-Mitglieder gehen davon aus, dass das iPad nicht nur ein zusätzliches Medium für iPhone- und Mac-Anwender sein wird, sondern sich eigenständig völlig neue Usergruppen erschließen wird, die bislang noch nicht mit einem Computer arbeiten, weil er ihnen zu kompliziert ist. Wenn man das iPad wirklich nur einschalten muss und dann sofort mit dem Gerät loslegen kann, um Zeitschriften zu lesen, Spiele zu spielen oder Filme abzuspielen, wird das Anreiz für viele Computer-Muffel sein, diesem Gerät eine Chance zu geben.

Geteilter Meinung sind die vieda-Mitglieder in Bezug auf die Multitaskingfähigkeit des iPads. Die meisten Entwickler hätten diese Funktion ganz klar erwartet und sie auch direkt am neuen Prozessor festgemacht, der im iPad zum Einsatz kommt: Er ist definitiv stark genug, um mehrere Apps gleichzeitig laufen lassen zu können.

Apple hat verkündet, dass sich die bestehenden Apps aus dem AppStore auch auf dem neuen iPad nutzen lassen. Auf diese Weise kann Apple bereits bei der Einführung des iPads auf einen riesigen Fundus schon vorhandener Anwendungen und Spiele verweisen. Genau das sehen die vieda-Anwender allerdings kritisch.

Hanno Welch: “Das Meinungsbild unter uns App-Entwicklern fällt sehr eindeutig aus. Die Darstellung der App-Bildschirme in der iPhone-Originalgröße auf dem iPad ist für uns ebenso unbefriedigend wie das automatische Hochrechnen der Auflösung via Doublepixeling. In beiden Fällen geht man nur einen Kompromiss ein, der weder die Anwender noch die Entwickler überzeugen wird. Wir gehen davon aus, dass bestehende Apps explizit auf das iPad portiert werden müssen. Nur so können wir die Vorteile des iPads nutzen - etwa das größere Display und die Multifingergesten. Auch bietet das iPad in der Benutzerführung völlig neue Möglichkeiten, die weit über den größeren Bildschirm hinausgehen und die in vielen Bereichen eine ganz andere Konzeption der Apps erforderlich machen werden.”

Die vieda-Entwickler gehen demnach davon aus, dass sie Anwendungen künftig getrennt für beide Plattformen entwickeln müssen, um so die Vorteile beider Geräte gezielt zu nutzen. Aus Kostengründen universelle, auf beiden Plattformen gleich laufende Apps zu schaffen, die letztlich nur einen Kompromiss darstellen können, wird nicht die Maxime der in vieda organisierten professionellen Entwickler sein.

E-Book-Reader und Tablet-PCs etablieren sich

Der Absatz von mobilen Computern wird im Jahr 2010 in Deutschland einen neuen Höchstwert erreichen. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM auf Basis aktueller Erhebungen. Danach wird der Verkauf von Notebooks, Netbooks und Tablet-PCs im laufenden Jahr um 11 Prozent auf 9,7 Millionen Stück steigen. Das entspricht einem Absatzplus von einer Million Geräten im Vergleich zum Vorjahr.

“Die 10-Millionen-Grenze ist bei den Notebook-Verkäufen in greifbarer Nähe”, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. “Das mobile Internet ist einer der Trends des Jahres. Die Nutzer wollen am liebsten überall ins Web - und das möglichst einfach, schnell und preiswert.”

Gut ein Drittel der mobilen Computer sind Netbooks. Das entspricht 3,5 Millionen Stück. Netbooks sind zwar kleiner und leichter als herkömmliche Notebooks, besitzen aber die volle Funktionalität eines Computers. Einstiegsgeräte sind schon für weniger als 300 Euro zu haben.

“Der Trend geht zu einer größeren Auswahl mobiler Endgeräte”, sagte Scheer. “Die Grenze zwischen Notebook und Smartphone wird fließend.”

Neben Notebooks, Netbooks und Smartphones etablieren sich Geräte, die sich besonders für das Lesen von Texten eignen (E-Book-Reader) sowie so genannte Tablet-PCs mit berührungsempfindlichen Bildschirmen für die Steuerung der Software und das Navigieren im Netz. Die Geräte verfügen in der Regel über eine Internetanbindung per WLAN oder UMTS. Nach der BITKOM-Prognose steigt der Umsatz mit tragbaren Computern in Deutschland im Jahr 2010 um 2 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

“Die Verbraucher profitieren davon, dass mobile PCs preiswerter und gleichzeitig leistungsstärker werden”, sagte Scheer. Der Durchschnittspreis für mobile Computer fällt 2010 voraussichtlich um 8 Prozent auf 506 Euro.

Im Gegensatz zum Boom bei den Notebooks sinkt der Absatz mit stationären PCs im Jahr 2010 laut BITKOM in Deutschland leicht um 1,8 Prozent auf 4,3 Millionen Stück. Der Umsatz sinkt um 9,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Durchschnittspreis von Tisch-PCs geht von 447 Euro auf 414 Euro zurück (minus 7,3 Prozent).

“Robbi, bitte bring mir das Frühstück ans Bett!”

Notruftechnik, die von selbst Hilfe holt, Bodenbeläge, die gefährliche Stürze erkennen und melden sowie sogar Roboter, die einem das Frühstück ans Bett bringen - so genannte intelligente Assistenzsysteme bieten älteren und hilfsbedürften Menschen die Chance auf ein sicheres Leben in den eigenen vier Wänden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will deshalb die Fördergelder für das Forschungsfeld “Assistenzsysteme im Dienste des älteren Menschen” in diesem Jahr deutlich aufstocken.

Im Regierungsentwurf des Haushalts 2010 ist eine Steigerung um 21 Millionen Euro auf insgesamt 30 Millionen Euro vorgesehen.

Auf dem 3. Deutschen AAL-Kongress, den das BMBF gemeinsam mit dem VDE in Berlin veranstaltet, stellte Rachel einen neuen Schwerpunkt der Forschungsförderung vor: die barrierefreie Mobilität, altersgerechte Assistenzsysteme für zu Hause und für unterwegs. Zugleich verwies er auf offene wirtschaftliche, ethische und rechtliche Fragen - zum Beispiel zum Datenschutz oder zum Haftungsrecht. Gebraucht werde ein gesamtgesellschaftlicher Dialog, um herauszufinden, welche Technik ältere Menschen wirklich wollen. Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, fördert das BMBF in den nächsten drei Jahren eine breit angelegte, soziale und gesellschaftswissenschaftliche Begleitforschung.

Auf die großen Marktchancen von Produkten und Dienstleistungen des “Ambient Assisted Living”, wie dieser wichtige Technologiebereich in Europa genannt wird, wies der VDE-Vorstandsvorsitzende Dr. Hans Heinz Zimmer hin.

Laut VDE-Trendstudie “MedTech 2020″ ist Deutschland bei Telemedizin und eHealth auf dem Weg zum globalen Innovationsführer. Zimmer forderte indes ein branchenübergreifendes Konzept für die intelligente Heimvernetzung:

“Wenn uns die sinnvolle Integration aller informations- und kommunikationstechnischen Dienste gelingt, eröffnen sich zusätzliche Potenziale”, sagte der Vorstandvorsitzende.

Elektronik aus dem Drucker

Von Handy- oder TV-Bildschirmen kennt man sie schon. Jetzt werden aber auch Sensoren, Akkus, Solarzellen, Leuchtdioden und andere elektronische Bauteile so hauchdünn und biegsam, dass sie sich in Kleidung oder Tapeten einarbeiten lassen. Äußerlich erkennt man nur noch die Bildschirme. So bekommt das “vernetzte Wohnzimmer” eine völlig neue Bedeutung. Chips waren gestern. Heute kommt “Elektronik von der Rolle”.

Erste Beispiele zeigt die “CeBIT-PreView” in Hamburg. Der enorme Vorteil der neuen Technik “Elektronik aus dem Drucker” ist die einfache und kostengünstige Herstellung. Die Preise werden dramatisch in den Keller gehen und die Fülle neuer Anwendungen scheint schier undenkbar.

Die Grundmaterialien lassen sich lösen und dann wie elektronische Tinte auf flexible Folien aufbringen. Der gesamte Herstellprozess von Elektronik läuft dann in kurzer Zeit ab, ähnlich wie bei einem Zeitungsdruck. Prof. Karlheinz Bock vom Fraunhofer Institut IZM, der Vorreiter dieser revolutionären Technik, wird mit seiner Keynote die “CeBIT-PreView” eröffnen. Mit dabei haben wird er erste Exponate.

Überall-Kino für alle Netbook-Besitzer

Wie kann man unterwegs auf dem Netbook Filme anschauen, obwohl kein DVD-Laufwerk eingebaut ist? Anwender können mit X-OOM Filme in nur drei Schritten ganze TV-Serien, DVD-Sammlungen und PC-Videos konvertieren und auf einen USB-Stick kopieren. Dieser muss anschließend nur noch an ein Netbook angeschlossen werden, und schon kann über ein Menü am Bildschirm der gewünschte Film ausgewählt werden. So haben Anwender ihre Filme wirklich immer da zur Verfügung, wo sie sie anschauen möchten! Ein DVD-Laufwerk im Netbook ist nicht erforderlich.

Mit der Stapelverarbeitung können komplette Video-Archive in nur einem Schritt umgewandelt werden. Dabei werden alle gängigen Formate (DVD, AVI, MP4, MPEG, WMV, DivX, FLV, H264 u.v.m.) unterstützt. Mit einem integrierten Video-Editor können Video-Dateien schnell und einfach bearbeitet, getrimmt und verbessert werden.

„Filme auf Netbook“ ist ab sofort für 29,99 Euro inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer im Fachhandel erhältlich und kann zum gleichen Preis von www.x-oom.com heruntergeladen werden.

Die Software benötigt auf dem PC Windows 7, Vista oder XP, DirectShow 9 (DirectX) oder höher, Internet Explorer 8 oder höher, DivX, einen Internetzugang und ein CD/DVD-Laufwerk.

Auf dem Netbook wird Windows Vista oder XP brenötigt, der Windows Media Player und ein USB-Stick mit mindestens 1 GB Speichervolumen.

Digitale Gesellschaft schärft Privatsphäre

Die Personen-Suchmaschine Yasni antwortet auf die jüngste Philosophie des Social-Networks Facebook: Privatsphäre wird eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre.

Waren Begriffe wie “chatten” oder “bloggen” in den 1990ern noch gar nicht existent, so sind sie heute fixer Bestandteil unserer Sprache. Das vergangene Jahrzehnt hat nicht nur unsere Sprache verändert, sondern auch die Art wie wir kommunizieren: Der Mensch präsentiert sich zunehmend im Internet und wird öffentlich.

Laut Yasni-Gründer Steffen Rühl ist Online-Reputation-Management, die Darstellung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten im Netz, eines der vorherrschenden Themen des neuen Jahres.

Mindestens jeder zweite Internet-Nutzer veröffentlicht im Internet seine Meinung oder verfügt über ein Profil in einem Social-Network. “Verfügen” ist für Steffen Rühl, Gründer der Personen-Suchmaschine Yasni, der entscheidende Punkt. Denn entgegen der jüngsten Aussagen Mark Zuckerbergs, sieht er in der Trennung von digitaler Darstellung und Privatsphäre eines der zentralen Themen der kommenden Jahre.

“Im Internet haben sich vielfältige Interessensgruppen als Teil-Öffentlichkeiten gebildet, mit denen man sein Leben teilt. Das bedeutet aber nicht, dass auf die eigentliche Privatsphäre verzichtet wird. Die Definition von öffentlich und privat ist lediglich im Wandel begriffen und wird auch individuell gelebt und erlebt”, meint Rühl.

Experten sehen in der schnellen technischen Entwicklung einen Grund für die viel kritisierte Sorglosigkeit im Internet. Dazu Rühl: “Der Wandel vom Informationsmedium zum lebendigen Kommunikationsmittel ging so schnell, dass Viele einfach überfordert sind und als Privatsphäre weiterhin klar definierte einheitliche Daten ansehen.”

Für Rühl muss in den nächsten Jahren ein neues Bewusstsein entstehen: “Privatsphäre lässt sich im Internet viel differenzierter und individueller abgrenzen und das muss eben noch gelernt werden.”

(tok)

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