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Wer gibt den Ton an im Mobilfunkgeschäft?

02. Juli 2009

Mobilfunk ist schon längst weit mehr nur schnurloses Telefonieren – längst geht es auch um mobiles Internet, um Software, Spiele und die unterschiedlichsten Dienste.

Kein Wunder, dass da eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, sich die interessante Frage stellte, wer denn in diesem Geschäft eigentlich den Ton angibt.

Eine Umfrage unter Branchenexperten brachte dem eco Klarheit: Mobilfunkbetreiber, IT/IP-Unternehmen und Endgerätehersteller mit ihren Inhalteplattformen werden in den nächsten Jahren das Geschäft dominieren.

“Die von vielen prognostizierten kurzfristigen Verschiebungen der Machtverhältnisse hin zu den Unternehmen ohne eigene Infrastruktur finden nicht statt”, kommentiert Dr. Bettina Horster, Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce bei eco.

Die Mobilfunkbetreiber werden am mobilen Markt nach wie vor die Pole Position innehaben: 65 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese in den nächsten zwei Jahren den mobilen Sektor anführen werden, mit Abstand gefolgt von Endgeräteherstellern und deren Inhalteplattformen, für die 44 Prozent stimmten. Auf dem dritten Platz sehen die Experten IT/IP-Unternehmen wie Microsoft, Google oder Yahoo; sie erhielten 35 Prozent der Stimmen.

Die Mobilfunker haben im Vergleich zum letzten Jahr viele Prozente eingebüßt. Klar ist aber, wer am Markt das Schlusslicht bildet. Die großen Inhalteanbieter wie Verlage und die Musikbranche konnten ihre relativ gute Startposition nicht nutzen.

Gleichzeitig konstatierte die Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers die große Tristesse in der übrigen Unterhaltungsindustrie - nur bei Downloads spiele die Musik, sagen die Berater.

Die weltweite Rezession lässt die globale Medien- und Unterhaltungsindustrie erstmals seit Beginn der Internet-Revolution schrumpfen. Im laufenden Jahr werden die weltweiten Branchenerlöse gegenüber 2008 um voraussichtlich 3,9 Prozent auf knapp 1,35 Billionen US-Dollar (952 Milliarden Euro) sinken. Für das Umsatzminus sei vor allem ein massiver Einbruch der Werbeeinnahmen verantwortlich. Diese dürften 2009 um 12,1 Prozent auf rund 421,1 Milliarden US-Dollar zurückgehen und sich in Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung erst ab 2011 wieder allmählich erholen.

Die Verbreitung digitaler Inhalte über das Internet wird von den Wirtschaftsberatern als der entscheidende Wachstumstreiber der kommenden Jahre identifiziert. Allein für den stationären und mobilen Internet-Zugang werden die Konsumenten im Jahr 2013 rund 333,6 Milliarden US-Dollar ausgeben. Dies entspricht etwa 20 Prozent der gesamten Endverbraucherausgaben in der Medien- und Unterhaltungsbranche. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil erst bei 15 Prozent.

Während CDs und andere Tonträger im Jahr 2008 immerhin noch einen Umsatz von annähernd 22 Milliarden US-Dollar brachten, dürften die Erlöse bis 2013 auf 11,3 Milliarden US-Dollar fallen. Demgegenüber wird der Umsatz mit Musik-Downloads zwischen 2009 und 2013 um voraussichtlich 14,2 Prozent pro Jahr auf rund 14,8 Milliarden US-Dollar zulegen.

Auch für die Filmindustrie gewinnt das Internet dank steigender Übertragungsbandbreiten an Bedeutung. Zwar ist der Umsatz mit Film-Downloads mit voraussichtlich knapp 390 Millionen US-Dollar im laufenden Jahr noch gering, bis 2013 ist jedoch ein rasanter Anstieg um jährlich 37,7 Prozent auf gut 1,4 Milliarden US-Dollar zu erwarten.

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