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Was hebt der Urheber?

21. August 2009

War das Thema Urheberrecht vor nicht all zu langer Zeit etwas, das nur wenige Menschen, vorzugsweise bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller, berührte, ist es heute, in den Zeiten umfassenden Hoch- und Runterladens, einer der Rechtsbereiche, die für fast jeden Internetnutzer ungeheuer wichtig geworden sind.

Ob YouTube, eBay oder Foren – wir werden ständig mit der Frage konfrontiert, ob ein Inhalt geschützt ist, auf eine Plattform geladen werden darf oder von dort heruntergeladen werden darf. Leider fallen die Antworten darauf keinesfalls eindeutig aus, denn zu den Zeiten, in denen unser Urheberrecht entstand, war die Frage, was beispielsweise eine Kopie ist, noch gänzlich einfacher zu beantworten. Heute ist die Kopie von digitalem Material so gut wie das Original, kann beliebig repliziert und weitergegeben werden.

Veröffentlicht wurde im Verhältnis wenig und in ganz eng festgelegten Grenzen, während heute Millionen Menschen Videos, Bilder, Texte und Musik auf unterschiedlichen Plattformen der Öffentlichkeit präsentieren. Eine weitere Schwierigkeit: Das digitale Material im Internet ist weltweit verfügbar, es sind daher auch fast unendlich viele Varianten des Urheberrechtes gültig.

Doch schon mit dem hierzulande gültigen Recht gibt es oft keine eindeutigen Antworten, der Nutzer darf beispielsweise prinzipiell Inhalte herunterladen, jedoch nur, wenn es sich nicht erkennbar um ein geschütztes Werk handelt (das ist jetzt etwas verkürzt dargestellt, eine ausführliche Darstellung würde aber deutlich den Rahmen sprengen).

Neben der Frage, ob bestimmte digitale Dokumente überhaupt verwendet werden dürfen, gibt es noch zahlreiche weitere Fragen. So beschäftigen Überlegungen, wer eigentlich wann eingreifen muss, wer im Zweifelsfall Material löschen und dergleichen Zweifelsfälle mehr die Nutzer, Plattformanbieter und oft auch die Gerichte.

Entsprechend unsicher zeigt sich Otto Normalanwender und schwankt im seiner Bewertung von “Recht” und “Eigentum” im Internet zwischen „Nichts ist erlaubt“ und „Ich darf alles“, häufig geprägt von einem eher aus dem Bauch heraus getroffenen Rechtsverständnis.

Und so bleiben für den Internetnutzer wohl noch einige Zeit das Urheberrecht, Geschäftsmodelle sowie Fragen nach einer Gratiskultur und dem Rechtsbewusstsein die wirklich spannenden Themen. Um hier zu erfahren, was die Anwender denken, führt das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) an der Universität Witten/Herdecke derzeit eine Umfrage zur “Digitalen Mentalität 2009″ durch. Ziel ist eine Identifikation von Nutzertypen.

“Jung und alt, Mann und Frau, Laien und Experten bewegen sich im Internet. Sie informieren sich, schließen Verträge, tätigen Zahlungen. Das Internet ist zu einer Selbstverständlichkeit für Millionen Deutsche geworden”, führt Hergen Wöbken, Geschäftsführer des Instituts, aus.

Auch die Verbreitung und der Umgang mit Inhalten, wie Musik, verändere sich. “Früher führte kein Weg am Tonträger vorbei, heute kaufen viele Nutzungsrechte an einer Datei, die nur noch aus virtuellen Einsen und Nullen besteht”, ergänzt Patrick Hypscher, Leiter des Projekts.

Bereits im Jahr 2004 hat das IFSE für Microsoft in der Studie “Digitale Mentalität 2004″ vier Raubkopiertypen identifiziert und beschrieben. Die neue Studie wird in eigener Trägerschaft durchgeführt und frei zur Verfügung gestellt.

Die Online-Umfrage ist bis zum 25. August 2009 unter www.ifse.de/digimen erreichbar. Als kleiner Anreiz wird mit jedem ausgefüllten Fragebogen ein Euro an eine gemeinnützige Organisation gespendet, insgesamt bis zu 1.000 Euro, so das Institut.

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2 Antworten zu “Was hebt der Urheber?”

  1. Sigvard Gessinger sagt:

    Hallo Mac-Torsten,
    Sie haben in Ihrer Liste uns Architekten vergessen. Sie glauben nicht wie schamlos “Baulustige” sich von uns einen Entwurf zeichnen laßen und dann zum nächsten “Town & Country”-Bauträger rennen, um sich ein “Festpreis”-Angebot machen zu laßen.
    Mit sonnigen Grüßen
    Mac-Sig

  2. links for 2009-08-29 : Bibliothekarisch.de sagt:

    [...] Was hebt der Urheber? » KieslichDaily War das Thema Urheberrecht vor nicht all zu langer Zeit etwas, das nur wenige Menschen, vorzugsweise bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller, berührte, ist es heute, in den Zeiten umfassenden Hoch- und Runterladens, einer der Rechtsbereiche, die für fast jeden Internetnutzer ungeheuer wichtig geworden sind. (tags: Urheberrecht 2009 08/2009 umfrage) [...]

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