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Was das Internet möglich macht

07. Oktober 2009

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was das Internet so alles möglich macht? Ganz unmerklich gehören jede Menge Dinge zu unserem Alltag, die – die Älteren mögen sich erinnern – vor noch gar nicht so langer Zeit praktisch überhaupt nicht möglich waren.

So kann man beispielsweise über Internetseiten wie WhoCallsMe? erfahren, dass eine bestimmte 0800er Telefonnummer, die einen zu den unsäglichsten Zeiten anruft, oft sogar mehrmals hintereinander, an der sich aber ebenso häufig nie jemand meldet, einem großen Telekommunikationskonzern gehören soll, der blöderweise wohl Automaten einsetzt, um seine Werbebotschaften an die geschätzte Kundschaft zu bringen. Diese Automaten denken aber nach dem Verbindungsaufbau anscheinend etwas langsam und so schlägt einem, so man abnimmt, nur Schweigen entgegen.

Entgehen können soll man diesem Umstand übrigens, wenn man im Kundencenter – natürlich auch im Internet – des Telekommunikationsanbieters dem „Informationsservice“ per Häkchen untersagt, das Telefon zu benutzen.

Ohne Internet würde wir auch nicht erfahren, was es weltweit so Neues aus der Forschung gibt – na gut, jedenfalls nicht so leicht. So wurden beispielsweise am letzten Donnerstag die seltsamsten Forschungsarbeiten der Welt mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet. Zum bisher 19. Mal wurde an der Harvard-Universität der Preis, dessen Abkürszung Ig für “ignoble” (zu deutsch “schmachvoll”) steht, verliehen – stets dem Motto “erst zum Lachen, dann zum Denken bringen” folgend.

So ging der Physikerpreis etwa in die USA für die Erkenntnis, warum schwangere Frauen nicht umkippen. Eine US-Ärztin, die früher evakuierte Kinder nach dem Tschernobyl-Unglück behandelt hatte, wurde für die Entwicklung eines Büstenhaltes mit dem Preis für Gesundheitswesen ausgezeichnet. Die Erfindung kann im Notfall zu zwei Atemmasken umgebaut werden. Als bester Ig-Chemiker darf sich der mexikanische Erfinder einer Diamantherstellung aus Tequila bezeichnen. Geehrt wurden auch die britischen Entdecker des Vorteils der Namensgebung von Kühen, denn ihren Erhebungen zufolge geben Kühe mit Namen jährlich um 250 Liter mehr Milch. Der Medizinpreis ging an den Forscher, der in 60 Jahren Selbstversuch bewiesen hatte, dass Knöchelknacken keine Arthrose verursacht. Das isländische Bankensystem wurde honoriert für den Nachweis, dass sich kleine Banken schnell in große verwandeln können und umgekehrt. Dem Direktor der Nationalbank Zimbabwes hielt man mathematische Verdienste zugute, da sein Land gleichzeitig Banknoten von einem Cent bis zu Hundert Billionen Dollar drucke, was der Bevölkerung hohe Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen verleihe.

Der Friedenspreis ging schließlich an das Team um Stephan Bolliger vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern. Die Forensiker konnten zeigen, dass eine Halbliterflasche Bier ein stumpfes Schädeltrauma hervorrufen kann.

Der ulkige Beigeschmack des Preises gehe einerseits auf die damit verbundene Zeremonie, bei der echte Nobelpreisträger anwesend sind, zurück, sowie auf die verkürzte Darstellung der Forschungen in den Medien. Die Forschungen werden für gewöhnlich aus dem Zusammenhang gerissen, was sie ins Lächerliche zieht.

Was das Internet sonst noch so erreicht hat, können Sie in dem herrlichen Beitrag „Im Würgegriff des Internets“ von Markus Hermann lesen.

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