Ob der kleine Bruder vom Pleitegeier der Lockvogel ist, mag ich nicht beurteilen – in jedem Fall ist er ein unangenehmer Zeitgenosse, auf dessen Bekanntschaft wohl die meisten von uns gut verzichten können.
Nicht erst seit der verunglückten Werbeaktion für „Windows 7“ fallen immer wieder Unternehmen mit so genannten Lockvogelangeboten auf, die vermeintliche Schnäppchen versprechen, die jedoch – welch Zufall – dann, wenn man sie kaufen möchte, nicht mehr erhältlich sind. Manchmal wurde, sollte man als Kunde nachfragen, der letzte Artikel “gerade” verkauft. Manchmal ist auch dem Personal, (gern in Elektronikmärkten) das Angebot aus der eigenen Werbung gar nicht erst bekannt und natürlich ist auch das Produkt nicht erhältlich.
Nicht nur wir als Käufer fühlen uns da gern mal veräppelt, auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat derartige Schnäppchen-Experten ins Herz geschlossen und inzwischen sechs Unternehmen wegen unlauterer Werbung abgemahnt.
Händler, die mit Lockvogel-Angeboten arbeiten, haben oft das Glück, dass sich die Kunden als Einzelfall wahrnehmen und es so nur wenig Proteste gegen die unlauteren Machenschaften gibt. Das möchte die Verbraucherzentrale NRW ändern und hat unter dem Titel „Stopp den Lockvogel“ ein Portal ins Leben gerufen, auf dem sich Kunden mit ihrem Ärger über die üblen Angebote Luft machen können. Mehr als 130.000 Verbraucher haben mittlerweile das „Lockvogel-Forum besucht” und über 1.600 Einträge hinterlassen.

