In Zeiten, in denen große Unternehmen sich mehr mit den Daten Ihrer Mitarbeiter zu beschäftigen scheinen als mit ihren Kernkompetenzen, kann es dem von schlechten Nachrichten frustrierten Bürger nur Recht sein, auch einmal etwas zu hören, das nichts mit Überwachung, Datenklau, Trojanern und dergleichen zu tun hat.
Aus diesem Grund gibt es in unserer heutigen Samstagsausgabe garantiert nichts, das sich zu ernsthaft mit dem PC auseinandersetzt.
Lassen Sie sich von mir auf eine kleine Zeitreise in die Kindheit mitnehmen. Wie so etwas aussehen kann, sehen Sie hier:
Leider ist in dieser Woche der Playmobil-Erfinder Hans Beck verstorben. Die von ihm kreierten Plastikfiguren sind längst über das reine Kinderspielzeug hinausgewachsen und haben Kultstatus erlangt …
Hans Beck wurde 1929 als ältester Sohn eines selbständigen Kaufmanns in Thüringen geboren. Sein Meisterwerk gelang ihm 1971, als der „Mustermacher“ der Firma Brandstätter eine 7,5 cm große Figur mit beweglichen Armen und Beinen, Greifhänden und einer sympathischen Ausstrahlung schuf. Im Herbst 1974 gelangten die ersten Packungen in die Regale der Spielwarenläden. Im Jahr 2006 wurden über 2 Milliarden Figuren produziert, die nicht nur die Kinderzimmer bevölkern.
Um nun die Kurve zum Internet zu bekommen: Playmobil ist längst nicht nur etwas für Kinder, sondern Objekt vielfältiger kreativer Ansätze geworden. So werden die kleinen Zeitgenossen aus Plastik gern als Darsteller für Internetkurzfilme genutzt, wie etwa diesen hier
Wenn Sie über eine Webcam verfügen und irgendwo noch ein paar Playmobil-Figuren finden, werden Sie doch selbst auch einmal zum Wohnzimmer-Regisseur …
Natürlich gibt es nicht nur Playmobil, sondern auch die Lego-Fraktion. Das Unternehmen hat nicht nur die berühmten Spielsteine erfunden, sondern brachte im August 1978 auch eigene Minifiguren auf den Markt, von denen inzwischen rund vier Milliarden die Erde bevölkern. Einblicke in das Leben der kleinen Lego-Helden, zu denen neben „Normalberufen“ wie Polizisten, Krankenschwestern und Astronauten auch „Stars“ wie Luke Skywalker, Indiana Jones und Harry Potter gehören, bietet die Webseite www.GoMinimanGo.com.
Mit den Star Wars-Charakteren spielen die Lego-Minifiguren erstmals die Rollen von Filmhelden. Sie nehmen seither als Harry Potter, Spider-Man, Darth Vader, Luke Skywalker, R2-D2, Batman und aktuell als Indiana Jones immer wieder die Gestalt von fiktiven Figuren aus Film und Fernsehen an und stacheln damit die Phantasie der PC-Filmer an, wie etwa in diesem Nachbau von „Dinner for One“:
Laut der Amazon-Beschreibung verwendete die Autorin die Stop-Motion-Animation mit Lego-Figuren für einen Werbefilm zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wobei ergänzend 3D-Animationen und Realfilmanteile hinzukamen. Auf der Basis dieser Erfahrung will das Buch einen Überblick über diverse Gestaltungsmöglichkeiten und deren Umsetzung im Film geben.
Mit ein paar Legosteinen können Sie dann beispielsweise so etwas realisieren:
Wie dieses Video in der Produktion aussieht, zeigt dieser Film.
Auf dem wirklich lesenswerten scienceblogs.de habe ich in einem Beitrag eine der unterhaltsamsten Beschreibungen für eine Supernova gefunden, die ich bisher gesehen habe:
Der Astronom Florian Freistetter liefert freundlicherweise auch eine kurze Erklärung für das Stück “Kaboom” mit:
“The Big Bang Band Travelling Star Show” singen ein Lied über den Tod der Sterne:
“The stars go nova one by one KABOOM, KABOOM.
Nucleosynthesis is done KABOOM, KABOOM
The supernovas dissipate what fusion energy helped create
Das Internet ist eine wunderbare Quelle für alle Arten von Informationen. Doch auch für Künstler ist das weltweite Netz eine optimale Plattform, um sich zu präsentieren. Eine neue Generation von Video-Parodisten nutzt die Gelegenheit, witzig und mitunter recht spitzfindig bekannte Künstler und Filme aufs Korn zu nehmen:
Kölle Alaaf
Nicht erst seit der gelungenen Parodie auf das Beyonce-Video „Single Ladies“ist klar, dass Justin Timberlake einen gewissen Unterhaltungswert hat. Aber auch er selbst wird natürlich Ziel humoristischer Attacken: Mit „Kölle Alaaf“ wird klar, was sich wirklich hinter dem Song „My Love“ verbirgt:
Bohemian Rhapsody
Mit „Bohemian Rhapsody“haben Queen anno 1975 einen echten Klassiker der Rockmusik geschaffen. Wikipedia sagt über das Stück: „Es weist die für ein Popmusik-Stück ungewöhnliche musikalische Struktur einer Rhapsodie auf: eine Aneinanderreihung von Abschnitten, die stilistisch sehr unterschiedlich sind, von einem A-cappella-Intro über eine Opern-Parodie bis hin zu einem Hard-Rock-Abschnitt. Einen Refrain gibt es nicht. (…) Die US-amerikanische Musikzeitschrift Rolling Stone zählte Bohemian Rhapsody im Jahr 2007 zu den ‚40 Songs, die die Welt veränderten’.“
Doch was, wenn die 25 Musiker mit den nervigsten Stimmen „Bohemian Rhapsody“ intonieren? Der Parodist Rick Miller zeigt es uns:
Dinner for One
„Dinner for One“kann man getrost als Fernsehklassiker bezeichnen. Der „90. Geburtstag“, ein Sketch des britischen Komikers Freddie Frinton mit seiner Partnerin May Warden, ist eine NDR-Fernsehproduktion aus dem Jahr 1963. In Großbritannien ist der Sketch bis heute weitgehend unbekannt.
Laut Wikipedia gehört die ansteckende Lache, die im Sketch häufig zu hören ist, „der damaligen NDR-Mitarbeiterin Sonja Göth, [die] beinahe zum Abbruch der Aufzeichnung geführt hätte. Die Frau des Oberbeleuchters Viktor Göth, der bei dieser Aufzeichnung hinter den Scheinwerfern stand, konnte sich kaum noch beherrschen. Dieser „schreckliche“ Lachkrampf, wie Sonja Göth dazu sagt, steckt alljährlich Millionen Menschen an.“
Was liegt da näher, als dieses so unvergleichlich populäre Stück Fernsehen mit einem anderen extrem populären Element zu kreuzen? Und so sieht „Dinner for One“ in der Lego-Welt aus:
Star Wars Marketing
Zur Serie der „Star Wars“-Filme muss man wirklich nicht mehr viel sagen. Es dürfte wohl kaum noch jemanden gebe, dem das von George Lucas seit 1977 geschaffene Universum rund um Luke Skywalker, Han Solo, Prinzessin Leya und Darth Vader kein Begriff ist. Doch wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen aus?
Stirb langsam mit eBay
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Bruce Willis so treibt, wenn er nicht gerade einen neuen Film der „Stirb langsam“-Reihe dreht? Dieser Film zeigt Ihnen, womit der geschundene Held so seine Zeit verbringt:
Harry „In the Hood“ Potter
Wenn man darüber nachdenkt, mag man zu den Schluss kommen, dass es wirklich gut ist, dass Harry Potter, Schüler des Zauberinternats Hogwarts, eine durch und durch britische Figur ist.
Man stelle sich nur einmal vor, wie es aussehen würde, wenn Harry Potter in den USA als Nachbar von „50 Cent“ und „Snoop Doggy Dog“ aufgewachsen wäre:
Olympische Spiele in Peking, Amoklauf in Japan, Obamas Präsidentschaftwahl oder einfach bloß die jüngsten Anekdoten von „Skandalnudel“ Paris Hilton – wer hat sich nicht schon einmal durch die vielseitigen Clips, Videos oder Trailer geklickt, die im Internet zu aktuellem Zeitgeschehen, Katastrophen, Klatsch und Tratsch zu finden sind?
Marktforschungsinstitute bestätigen, dass 75% aller Internetnutzer im Jahr 2008 ein Online-Video aufgerufen haben. Dies verschafft Internet-Kriminellen einen verstärkten Anreiz, verlockende Multimedia-Dateien als Lockmittel für die Verbreitung ihrer Schadcodes zu nutzen. Panda Security meldete bereits vom zweiten zum dritten Quartal dieses Jahres einen allgemeinen Malware-Anstieg von 70%, registrierte 330.000 neue Zombie-Rechner pro Tag und deckte ein Malware-Tool für originalgetreue YouTube-Fälschungen auf.
Mit den einfachsten Mitteln des sogenannten „Social Engineering“ nutzen Internetkriminelle die gesunde Portion Neugier der unbedarften User gezielt aus und erreichen so in kürzester Zeit eine Vielzahl von Anwendern. Dazu gehört vor allem die Verbreitung von Spam-Mails, denen Videos angehängt werden. Mit brisanten News, peinlichen Promi-Szenen, nie gesehenen Privataufnahmen, detaillierten Hintergrundinformationen, spannenden Augenzeugen-Berichten oder vielem mehr versuchen sie dann, ihre Opfer zum Download infizierter Multimedia-Dateien zu überreden. Ist das Video einmal heruntergeladen, kann der Schädling ins System eindringen. Je nach Exemplar wird er dort zur Daten- und Passwort-Spionage genutzt, legt das System lahm, löscht wichtige Dateien oder zieht andere, meist kostspielige Konsequenzen nach sich.
Allein im dritten Quartal 2008 wurden weltweit 330.000 neue Zombie-Rechner pro Tag für den massenhaften Spam-Versand aktiviert. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Spam-Quartalsbericht hervor, den Commtouch und Panda Security gemeinsam veröffentlicht haben. Demzufolge wurde ein Großteil aller Spam-Mails von Zombie-Computern versendet. Zombies sind Rechner, die mit so genannten Bots infiziert sind. Diese Malware-Art ermöglicht es Cyber-Kriminellen, die attackierten PCs an Botnetze, also ganze Gruppen von mehreren, miteinander verbundenen Bots, anzuschließen und beispielsweise für den Versand von Werbemüll zu missbrauchen. Der Hauptunterschied zu klassischer Malware ist, dass erst dieser Zusammenschluss der einzelnen Systeme zu einem kriminellen Netzwerk die eigentliche Gefahr darstellt. Um ihre Existenz vor den Blacklists zu verbergen, ändern Zombie-Rechner kontinuierlich ihre IP-Adresse, mit der man sie identifizieren kann. Von Juli bis September betrug die durchschnittliche Lebensdauer der IP von über 55% aller Zombies weltweit einen einzigen Tag. In Deutschland veränderten sogar knapp 80% aller Zombie-Rechner in weniger als 24 Stunden ihre IP und sind somit am schwersten zu identifizieren.
Um immer weniger Verdacht aufkommen zu lassen, sind die Video-Links in den Mails kaum mehr von einschlägigen Web-Adressen zu unterscheiden.
Im September dieses Jahres entdeckte Panda Security ein Malware-Tool, mit dem sich Fälschungen von YouTube erstellen lassen. Die bekannte Plattform für Multimedia-Dateien gehört zu den beliebtesten Webseiten für das Betrachten von Clips, Trailern und Co. Allein im August 2008 riefen rund 95% aller Online-Video-Konsumenten ihr Video über diese Adresse auf.
Das Tool mit dem Namen „YTFakeCreator“ wird über diverse Hacker-Foren angeboten. Auf einfache Art lassen sich auf diese Weise Webseiten erstellen, die perfekte Imitate der YouTube Seite darstellen. Klickt der Anwender auf den Link, öffnet sich nicht das angepriesene Video, sondern eine Fehlermeldung. Diese informiert ihn, dass er zur Wiedergabe des Videos ein Codec- oder ein Adobe-Flash-Update benötigt und er wird aufgefordert, dieses herunterzuladen. Folgt er der Aufforderung, wird er statt dessen die Schadsoftware auf seinem Rechner installieren.
Google Chrome schafft’s nicht: Nur 0,09 Prozent der Anwender nutzten den Browser des Suchmaschinenriesen im dritten Quartal 2008.*
YouTube bleibt der Video-Platzhirsch: 55,4 % der US-Internetanwender sahen sich im September Videoinhalte bei Google und YouTube an, während die etablierten Fernsehstationen nur marginale Anteile am Internetfernsehen erreichen konnten. **
Computer am Arbeitsplatz sind inzwischen fast überall zu finden: Der Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig während ihrer Arbeitszeit einen Computer nutzen, ist im Januar 2008 auf rund 60% angestiegen. ***
Bundesinnenminister sprach auf der 3. Berliner Medienrunde über Computer und das Internet – und leistete sich einen interessanten Versprecher.Zu sehen gibt es das Ganze als Phoenix-Mitschnitt bei YouTube:Bundesinnenminister Schäuble auf der 3. Berliner Medienrunde
YouTube ist eine beliebte Plattform – leider nicht nur für Heimvideos, sondern auch für kopierte Videoclips bekannter Sendungen. Mir gehen viele dieser schlecht kopierten Clips wirklich auf die Nerven. Warum muss man denn eigentlich Fernsehsendungen oder Kinofilme kopieren und ins Internet stellen? Da fehlt mir doch ein wenig die eigene Leistung. Wenn dann noch die Qualität miserabel ist, empfinde ich diese Clips oft als Zumutung.
Zahlreiche Künstler haben sich schon über diese Raubkopien auf YouTube echauffiert, doch die Menge an Anwendern, die Filme einstellen, macht die so oft beschrienen juristischen Maßnahmen zu einer mehr oder minder unsinnigen Sisyphosaufgabe. Die Künstler müssen also mit diesem Phänomen der geyoutubten Filmausschnitte leben oder sich etwas einfallen lassen.
Eine clevere Idee hatte nun die Comedytruppe Monty Python, deren Sketche in unendlicher Anzahl bei YouTube zu finden sind, leider oftmals auch noch in furchtbar schlechter Qualität. Daher haben sich die britischen Komiker entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und kündigen in typischer Monty Python-Manier in einem ironischen Videoclip ihren eigenen YouTube-Kanal an, der nun eine Auswahl hochauflösender Videos bietet, etwa den genialen Spot „Bicycle Repairman“. und 23 weitere Clips. Hier gibt es nicht nur die bekannten Sketche, sondern auch Ausschnitte aus Filmen wie “Die Ritter der Kokosnuss” und “Das Leben des Brian”.
Vielleicht ist das tatsächlich die beste Möglichkeit, schlechte Kopien auszuhebeln – und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere Zuschauer ja angeregt, die Originalfilme zu kaufen. Das jedenfalls ist das erklärte Ziel von Monty Python, die das in einem erläuternden Film einleuchtend und mit einem ironischen Augenzwinkern erklären.
Torsten Kieslich, geboren 1964 in Gelsenkirchen, studierte Kommunikations- wissenschaften in Essen und beschäftigt sich mit Computern fast so lange wie mit Fotoapparaten. Seit dem ersten Commodore 64 ist er computerbegeistert und seit dem Macintosh überzeugter Apple-Nutzer. Er ist als freier Journalist und Buchautor tätig und arbeitete zuvor in leitender Position für große PR-Agenturen und in der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen wie Novell und Mitsubishi Electric.
In diesem Blog schreibt er „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“ und kommentiert Wichtiges und Unwichtiges, das ihm jeden Tag begegnet.