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Artikel mit ‘Statistik’ getagged

73% der privaten Haushalte haben einen Internetzugang

Freitag, 04. Dezember 2009

In Deutschland nimmt die Zahl der privaten Haushalte mit Internetzugang weiterhin zu. Sie ist von 27 Millionen Haushalten im Jahr 2008 auf 29 Millionen im Jahr 2009 gestiegen. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der Erhebungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten. Im Jahr 2009 verfügten 73% der privaten Haushalte über einen Internetanschluss. Im Vorjahr war der Anteil mit 69% noch um vier Prozentpunkte geringer.

Ebenfalls weiter angestiegen - auf knapp 23 Millionen - ist 2009 die Zahl der privaten Haushalte, die einen Breitbandanschluss besitzen. Von allen Haushalten mit Internetzugang verfügten damit 82% über einen Breitbandanschluss (2008: 73%).

Nach wie vor verwenden die meisten privaten Haushalte als Gerät für den Internetzugang einen stationären Computer, auch wenn der Trend rückläufig ist. Setzten 2008 noch 81% der Haushalte mit Internetzugang einen stationären Computer für den Internetzugang ein, waren es in diesem Jahr nur noch 76%. Zunehmend beliebter wird dagegen der Internetzugang über mobile Computer (Laptop, Notebook) einschließlich Handheld Computer (Palmtop, PDA). Der Anteil der Haushalte mit Internetzugang, die solche Geräte verwendeten, ist im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozentpunkte auf 56% gestiegen (2008: 47%). Vergleichsweise selten wird dagegen das Handy für den Internetzugang in Privathaushalten verwendet (2009: 17%, 2008: 16%).

Als Zugangsart zum Internet ist der DSL-Anschluss am weitesten verbreitet. 75% der Haushalte mit Internetanschluss nutzten im Jahr 2009 diese Art des Breitbandanschlusses. Andere Breitbandanschlüsse (zum Beispiel Internet über TV-Kabel, UMTS, WiMAX) wurden in 9% der Haushalte mit Internetzugang verwendet. Stark rückläufig ist der Einsatz von analogen Modems oder ISDN-Modems und ISDN-Karten. 2009 nutzten nur noch 16% der Haushalte mit Internetzugang diese Geräte für das Surfen im Internet, während im Jahr 2006 der Anteil noch bei 54% gelegen hatte.

Neben der Ausstattung der Haushalte mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist auch die Internetnutzung der Bevölkerung weiter anwachsend. So nutzten 73% der Personen im Alter von zehn Jahren und älter im ersten Quartal 2009 das Internet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Anteil noch bei 71% gelegen. Ebenso ist eine Steigerung der Nutzungshäufigkeit bei den Internetnutzern zu verzeichnen. Der Anteil der Internetnutzer (ab zehn Jahren), die jeden Tag oder fast jeden Tag online waren, erhöhte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2008 von 66% auf 70%.

Trotz des hohen Anteils der Bevölkerung an der Internetnutzung insgesamt gibt es weiterhin Bevölkerungsschichten, die zu großen Teilen nicht online sind. Dies betrifft Personen in der Altersgruppe ab 65 Jahren und hierbei insbesondere Frauen. Im ersten Quartal 2009 nutzten nur 17% der Frauen ab 65 Jahren das Internet, während Männer in der gleichen Altersgruppe einen Anteil von 39% erreichten.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Internetnutzung sind dagegen in den anderen Altersgruppen zu vernachlässigen. Bei Personen zwischen 45 und 64 Jahren ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern bei der Internetnutzung relativ gering (männlich: 76%, weiblich 68%), bei Personen in den Altersgruppen unter 45 Jahren sind praktisch keine Unterschiede auszumachen (10-15 Jahre: männlich: 96%, weiblich: 96%; 16-24 Jahre: männlich: 98%, weiblich 97%; 25-44 Jahre: männlich: 94%, weiblich 92%).

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Deutschland ist Mittelmaß

Montag, 05. Oktober 2009

Zumindest im Bereich des Breitband-Internet ist Deutschland nun ausgewiesenermaßen da, wo einige Mitmenschen es schon länger und durchaus auch grundsätzlicher vermutet haben – im Mittelmaß.

Wie zu lesen war, nimmt Südkorea in einem Vergleich von 66 Ländern die Weltspitze ein und im europäischen Raum setzt sich Schweden an die Spitze, während Deutschland sich auf einem gepflegt langweiligen Platz 27 räkelt, noch unter Großbritannien mit Platz 25. Österreich konnte sich auf Platz 35 etablieren, während es die rührige Schweiz, allen Bergen zum Trotz, geschafft hat, ins Spitzenfeld zu gelangen.

Die Studie der Saïd Business School an der Universität Oxford und der Universität Oviedo, die im Auftrag des Unternehmens Cisco durchgeführt wurde, untersuchte die Breitbandverteilung ebenso wie die Qualität der Anbindung. Für die Qualitätsmessung wurde ein “Broadband Quality Score” (BQS) genutzt, in dem Übertragungsgeschwindigkeiten und Latenzzeiten ausgewertet wurden. Die Basis für die Bewertung waren weltweit über 24 Mio. Messungen von existierenden Anschlüsse über die Webseite Speedtest.

In dieser zweiten „Broadband Quality Study“ – die erste wurde 2008 durchgeführt – konnte Südkorea Japan als Spitzenreiter ablösen. Für Europa reichte es mit Schweden für den vierten Platz im Gesamtranking, gefolgt von der Schweiz.

Als so genannte Qualitätsaufsteiger wurden Bulgarien, Lettland und Litauen bewertet, da dort zwar die Breitbandverbreitung noch nicht so hoch ist, es aber Verbesserungen und Ausbauten am Kabelnetz gibt.

Für Österreich werten es die Forscher als interessant, dass die in der Studie ausgewiesene Breitbandpenetration von 55 Prozent deutlich unter den Angaben nationaler Stellen liegt. Als eine der Ursachen wird die in Österreich recht hohe Rate mobiler Internetanschlüsse vermutet, die letztlich nicht ganz an die geforderten Werte für Breitband-Verbindungen heranreichen.

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Mathematisch belegt: Wahlfälschung im Iran

Donnerstag, 30. Juli 2009

Dass es bei dem iranischen Wahlgang vom 12. Juni 2009 nicht mit rechten Dingen zugegangen ist - darauf gibt es, wie das Magazin Geo in seiner August-Ausgabe schreibt, nun auch Hinweise auf der Basis mathematischer Methoden.

Geo berichtet, dass Forscher der Columbia-Universität in New York Unregelmäßigkeiten in der statistischen Verteilung von Endziffern der offiziellen Wahlergebnisse aus 29 iranischen Provinzen feststellen konnten. Bei unverfälschten Resultaten wäre zu erwarten, dass jede Zahl von 0 bis 9 etwa gleich häufig als Endziffer erscheint. Nicht so bei jenen im Iran: 17 Prozent der Ergebnisse enden auf 7, nur vier Prozent hingegen auf die verhältnismäßig “runde” Ziffer 5 - die von Fälschern eher gemieden wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine faire Wahl solche Ergebnisse erbringen würde, liegt bei weniger als 1:25.

In eine ähnliche Richtung weist der zweite Test der Politikwissenschaftler Bernd Beber und Alexandra Scacco: In fairen Wahlen wäre es statistisch normal, dass Ziffernpaare am Ende des Wahlergebnisses zu 70 Prozent aus nicht benachbarten Zahlen bestehen, wie etwa 13 oder 24.

Bei den iranischen Resultaten finden sich hingegen auffallend viele benachbarte Zahlen wie 12 oder 23 - ein Indiz für Manipulation, weil Menschen, die beliebige zweistellige Zahlen nennen (oder “erfinden”) sollen, Nachbar-Kombinationen leicht bevorzugen. In nur 4,2 Prozent von fairen Wahlen würden die letzten Ziffernpaare so stark von der statistischen Wahrscheinlichkeit abweichen wie in der iranischen. Besonders hoch war die Häufigkeit benachbarter Endzifferpaare bei den Stimmenzahlen Mahmud Ahmadinedschads.

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Die Jugend von heute …

Donnerstag, 04. Juni 2009

Klischees sind schon eine tolle Sache – mit Ihnen kann man ohne viel Mühe in fast jedem Lebensbereich für Aufsehen sorgen. Eine der bekanntesten und furchtbarsten Klischee-Bedienungsmaschinerien ließ sich schon in den 50er Jahren der US-Senator McCarthy einfallen (Tipp am Rande: der Film „Good Night, and Good Luck“ illustriert das sehr gut).

Auch im IT-Bereich können Klischees enorm hilfreich sein. So bekam ich gerade eine Meldung des IT-Sicherheitsunternehmens Panda Security auf den Tisch, die mir unter dem Titel „Teenager - die Hacker von morgen? Kaum Scheu vor angewandter Online-Kriminalität“ entgegenruft, dass die Hemmschwelle zur Online-Kriminalität bei Teenagern niedrig sei. Illustriert wird das Ganze mit einem Bild, das uns einen typischen jugendlichen „Hacker“ zeigt. Damit man auch gleich dessen kriminelle Absichten erkennt, trägt er natürlich einen für die „Ghetto-Mode“ typischen Kapuzenpulli. Ob es wohl noch etwas platter geht?

Nach diesem ungeheuer glaubwürdigen Einstieg bekommt man dann richtig Lust, die von Panda erstellte Studie, die, wie das Unternehmen sagt, mit 4.091 Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, England und der USA durchgeführt wurde, zu lesen.

Lassen wir einmal außen vor, dass es kein gutes Licht auf ein Sicherheitsunternehmen wirft, wenn es auch im Jahr 2009 nicht zwischen Hackern und Crackern differenzieren kann, so kann ich auch mit reißerischen Allgemeinplätzen wie „Profile von Schulkameraden werden gehackt oder fremde Daten und Bilder ohne Einverständniserklärung im Netz publiziert“ nicht wirklich viel anfangen.

Doch wohin die Reise geht, weiß die Pressemitteilung des Hauses, in der ich mehr über diese „gefährlichen Tendenzen“ nachlesen kann.

Wie Panda Security zu berichten weiß, sollen sich 67 Prozent der jugendlichen Internetuser schon einmal als Cyber-Kriminelle betätigt haben.

Da drängen sich dem geneigten Leser gleich ein paar Fragen auf, die Panda zur Sicherheit dann auch gleich selbst formuliert: „Verführt die Anonymität des World Wide Web Halbstarke zu illegalem Verhalten? Werden unbescholtene Teenager die Hacker von morgen?“

Jetzt folgen aber bestimmt auch harte Fakten über die kriminellen Aktivitäten „der Teenager“. Wir erfahren, dass über die Hälfte der Befragten das Internet täglich, durchschnittlich 18,5 Stunden pro Woche, nutzt. Knapp ein Drittel der Zeit soll dabei auf Studienzwecke entfallen, wobei 68 Prozent zum Freizeitvergnügen surfen, chatten, Musik hören, Online-Games spielen oder Videos schauen. Huiii, das ist aber schon arg kriminell, wer hat denn jemals erwartet, dass jemand zum Spaß im Internet unterwegs ist?

„Doch Neugier als treibende Kraft verlockt offenbar zu Unfug: 67 Prozent der Teenager gaben an, sich schon einmal unbefugten Zutritt zu Accounts von Freunden verschafft zu haben. Ein Fünftel versendete oder veröffentlichte sogar Fotos im Internet ohne Einwilligung der Abgebildeten.“

Ah, eine erste wichtige Zahl: 67 Prozent der Befragten – wobei wir nicht wissen, wie diese Gruppe ausgewählt wurde - haben schon einmal versucht, sich Zugang zum Account eines Freundes zu verschaffen. Richtig, hier wird nur der Versuch erwähnt, auch wenn die Pressemitteilung etwas anderes sagt. Von einem erfolgreichen Eindringen ist hier nicht die Rede, ebenso wenig erfahren wir, in welchem Zusammenhang diese Zugangsversuche stattgefunden haben.

Und ein Fünftel hat so etwas so Schlimmes getan wie ein Foto ohne Einwilligung veröffentlicht. Wissen Sie was? Ich kenne eine ganze Menge von Menschen, die Fotos von Veranstaltungen, Parties und Familienfesten im Verein, auf Feiern oder im Familien- und Freundeskreis vorführen – ganz ohne Einwilligung der abgebildeten Personen. Und ich kenne noch mehr Menschen, die schon einmal falsch geparkt haben.

Aber was hat es mit dem Fünftel auf sich: Nun, das sind die 473 Jugendlichen, die ein „kompromittierendes Foto“ eines Freundes ins Internet gestellt haben. Ob dies ohne Einwilligung geschehen ist, wird allerdings in der Studie überhaupt nicht gefragt. Und dass es sich bei den 473 Jugendlichen nicht wirklich um ein Fünftel handeln kann, wird bei kurzem Nachrechnen auch klar. Aber dann merken wir auch erst, dass die genutzte Datenbasis gar nicht die beschriebenen 4091 Jugendlichen sind, sondern nur 3640, nämlich die, die das Internet überhaupt nutzen.

Nun ist es zwar klar, dass ein solcher Urheberrechtsverstoß nicht schön ist, ebenso wenig wie ähnliche unsaubere Aktivitäten. Diese Dinge, die aber eher unter „grober Unfug“ einzusortieren sind, mit Online-Kriminalität gleichzusetzen und um des Verkaufs der Software willen das Bild einer Generation von Gangstern an die Wand zu malen und lustig die eigenen Aussagen zu dramatisieren, finde ich schon ein bisschen arg.

Und es gibt noch mehr kriminelles Potential zu entdecken, denn – oh Graus - die Fertigkeiten im Umgang mit dem „schnellen Medium“ wachsen: „17 Prozent verfügen über das Fachwissen, online Hacker-Programme zu finden, knapp ein Drittel davon gaben an, diese Software schon benutzt zu haben.“ Ist das nicht gruselig? Warten Sie ab, es geht noch viel, viel schlimmer – denn der Grund, warum diese Programme genutzt wurden, war: Neugier. 86% der Befragten – diesmal werden seltsamerweise auch alle die einbezogen, die solche Tools überhaupt nicht benutzt haben – gaben Neugier als Motiv an, gefolgt von „Empfehlung eines Freundes“ und „Verbesserung meiner Computerkenntnisse“. Das klingt ja wirklich brandgefährlich. Allerdings ist weniger die Statistik gefährlich, als der Unfug, den Panda Security mit diesen mageren Daten treibt.

„Dank frei verfügbarer Web-Inhalte können gerade wissbegierige Teenager in Berührung mit illegalen Spionage-Tools kommen. Es gibt Fälle, in denen Jugendliche mit Trojanern ihre Liebsten auskundschaften, die Identitäten ihrer Bekannten in sozialen Netzwerken stehlen oder in Server von Schulen eindringen, um Klassenarbeiten zu manipulieren.“

Der sich so besorgt äußernde Mensch ist Luis Corrons, technischer Direktor von Panda Security. Sicher hat er sogar recht, wenn er sagt, dass es Fälle krimineller Aktivitäten gibt, aber das sind eben einzelne Fälle, die sich leicht mit der Kriminalitätsstatistik auf einen Nenner bringen lassen. Im Bundesgebiet gab es übrigens im Jahr 2007 62.944 erfasste Fälle von Computerkriminalität. Die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren tauchen mit insgesamt 9,8% in der Statistik für Computerkriminalität auf, vorrangig in den Bereichen Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN (dieser Bereich macht zwei von fünf der registrierten Fälle der Gesamtstatistik aus), Datenveränderung und Computersabotage sowie Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung. 76,6% aller Fälle von Computerkriminalität werden stattdessen von Erwachsenen über 21 Jahre verübt.

Über alle Arten der Kriminalität hinweg, also rund 6.284.661 Fälle, tauchte im Jahr 2007 das Tatmittel „Internet“ in 179.026 Fällen auf. Bei fast drei Viertel der Fälle mit Internet als Tatmittel handelt es sich um Betrugsdelikte (72,6 %), so die offizielle Statistik. Den größten Anteil daran hatte der Warenbetrug mit 40,1%. Auf Straftaten im Zusammenhang mit Urheberrechtsbestimmungen entfiel ein Anteil von 11,9%, auf solche im Zusammenhang mit der Verbreitung pornographischer Schriften 5,6%.

Zum Vergleich: die Jungendkriminalität lag 2007 insgesamt bei 277.447 Tatverdächtigen oder 12,1%.

Wie passt das nun zusammen: Die Computerkriminalität macht etwa 1% der Gesamtstatistik von 2007 aus. Von diesem einen Prozent entfallen rund 6.200 Fälle oder ca. 0,1% auf alle erfassten Kriminalfälle. Panda findet dagegen 67% potentiell kriminelle Jugendliche. Dann haben wir entweder ein irrsinniges Wachstum dieser Straftaten zu erwarten – oder Panda legt andere Kriterien an den Begriff Kriminalität an:

„Um dubiose Aktivitäten unter dem Deckmantel der Anonymität verhindern zu können, muss ein Umdenken in der Internetnutzung erfolgen. Wir sollten junge Menschen ermutigen, das Web als Plattform der persönlichen Entwicklung zu betrachten sowie einen gesunden und angemessenen Umgang mit dem Internet fördern. Wer erst das finanzielle Potenzial illegaler Virenprogrammierung oder Spionage erkennt, übertritt schnell die Schwelle zum Profi-Hacker.“

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Die Nacht war stürmisch …

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Die Nacht war stürmisch; wo wir schliefen, heult’ es
Den Schlot herab; und wie man sagt, erscholl
Ein Wimmern in der Luft, ein Todesstöhnen,
Ein Prophezein in fürchterlichem Laut, die Zahl der 
Von wildem Brand und gräslichen Geschichten,
Neu ausgebrütet einer Zeit des Leidens.
Der dunkle Vogel schrie die ganze Nacht durch:
Man sagt, die Erde bebte fieberkrank.

Macbeth, II. Akt, III. Szene

 

Und auch heute heult es immer mal wieder gern den Schlot herab, gern auch in Pressemitteilungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), den mitunter ein seltsames Kalkül umzutreiben scheint, etwa, wenn er, wie just geschehen, eine Pressemitteilung verbreitet, in der er behauptet, die “Zahl der durch Gewalt und Vernachlässigung getöteten Babys und Kleinkinder ist polizeilichen Erhebungen zufolge in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen.”

Nun sind tätliche Angriffe auf Kinder etwas Schandbares und als Vorkommnis furchtbar genug, als das man mit den Zahlen noch Schindluder treiben müsste. Wer es dennoch tut, dem muss man die Frage stellen, welches Kalkül wohl hinter einer solchen illustrativ genutzten individuellen Wahrheit stehen mag. Ob der BDK, der in dem Blog-Beitrag “Die Medien sind für mehr getötete Kinder” von Stefan Niggemeier aufs vortrefflichste der kreativen Statistiknutzung überführt wird, diese Frage beantworten möchte, steht wohl in den Sternen. Vielleicht hilft aber ein Zitat aus der o.g. Meldung weiter: “Angesichts dieser Zahlen sprach sich der Kriminalistenverband für Veränderungen beim Datenschutz im Interesse des Kinderschutzes aus.”

Ebenso bedenklich wie die Meldung des BDK selbst ist aber auch die Tatsache, dass sie sich völlig kritiklos und ungeprüft in zahlreichen Medien wiederfand.

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Ein paar Zahlen

Donnerstag, 04. Dezember 2008

Google Chrome schafft’s nicht: Nur 0,09 Prozent der Anwender nutzten den Browser des Suchmaschinenriesen im dritten Quartal 2008.*

YouTube bleibt der Video-Platzhirsch: 55,4 % der US-Internetanwender sahen sich im September Videoinhalte bei Google und YouTube an, während die etablierten Fernsehstationen nur marginale Anteile am Internetfernsehen erreichen konnten. **

Computer am Arbeitsplatz sind inzwischen fast überall zu finden: Der Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig während ihrer Arbeitszeit einen Computer nutzen, ist im Januar 2008 auf rund 60% angestiegen. ***

 

Quellen:

* http://www.zdnet.de/news/software/0,39023144,39199213,00.htm

** http://www.emarketer.com/Article.aspx?id=1006750

*** http://www.destatis.de

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