Kopfgelder für infizierte Rechner - ist das die Zukunft der schönen Computerwelt? Jedenfalls ist es das, worüber das Sicherheitsunternehmen Sophos im Rahmen der Virus-Bulletin-Konferenz in Genf berichtet hat. Das Unternehmen will entdeckt haben, dass eine Gruppe von Cyberkriminellen in diesem Jahr ein Kopfgeld für infizierte Macintosh-Rechner ausgesetzt hat. 43 Cent, so heißt es, sollen die Gangster für jeden mit Malware infizierten Apple-Rechner geboten haben.
Sicherheitsspezialisten sehen hier gut organisierte kriminelle Netzwerke am Werk, die ihre „Dienstleistungen“ über Untergrund-Foren, so genannte Black Markets, anbieten.
Interessant an diesem Fall ist die Wahl von Apple-Rechnern als Angriffsziel, was auf ein zunehmendes Interesse der Gangster an der bisher als relativ sicher geltenden OS-X-Plattform schließen lässt.
Wie Sophos mitteilte, sind derartige „Kopfgelder“ durchaus üblich – sie werden an Webmaster gezahlt, die wissentlich infizierte Programme über ihre Seiten in Umlauf bringen. Auch für die Infektion von Windows-Rechnern wird gezahlt, hier sogar bis zu 55 Cent.
Häuser ausdrucken statt mauern
Die 3D-Drucktechnik wird immer spannender. Konnten bisher nur relativ kleine Produktentwürfe mit Kunststoff- oder Keramikpulver und flüssigen Bindemittel „gedruckt“ werden, drängen jetzt weitere Anwendungsmöglichkeiten in den Markt.
So hat ein Team von Ingenieuren und Künstlern am Solheim Rapid Manufacturing Laboratory der University of Washington (UW) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem mittels eines herkömmlichen 3D-Druckers auch gläserne Objekte hergestellt werden können. Dabei wird eine spezielle Mischung aus Glaspulver und Bindemittel eingesetzt, um mit dem Drucker Glasgegenstände zu erzeugen, die anschließend gebrannt werden.
Noch spannender ist aber, was die britische Firma D-Shape mit ihrem riesigen 3D-Drucker anstellt. Hier kommen Sand, Mineralstaub und Kies aus den Düsen und werden zu hausgroßen Pavillons oder nachgefertigten archäologischen Fundstücken verarbeitet, wie das Magazin Technology Review schreibt.
Das Gerät von D-Shape gilt als der größte 3D-Drucker der Welt und ermöglicht ganz nee Möglichkeiten und Ideen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten in naher Zukunft ein Haus am Rechner aus einem Katalog auswählen und es würde einfach direkt vor Ihrer Nase bezugsfertig „gedruckt“.
Gut, das ist jetzt noch etwas sehr viel Zukunftsmusik, aber beeindruckend ist die Technik allemal. Der Drucker besteht aus einem Aluminiumgerüst, das vor Ort aufgebaut wird und über das ein Druckkopf mit 300 kleinen Rüsseln in jede Richtung geführt werden kann. Schrittweise trägt der Drucker fünf bis zehn Millimeter dicke Schichten aus Sand, Mineralstaub oder Kies auf und verfestigt sie mit einem anorganischen Bindemittel. Für eine Schicht von 30 Quadratmetern benötigt das Gerät etwa zwei Minuten.
Nach einer Aushärtungszeit von einem Tag soll das Material nach Angaben von D-Shape ähnlich fest sein wie Sandstein oder Marmor. Das Bindemittel ist zwar teurer als Zement, aber da das Verfahren weitgehend ohne Handarbeit auskommt, soll es 30 bis 50 Prozent preiswerter als konventionelles Bauen sein.
Handy aus Holz
An einer wirklich zukunftsweisenden Idee arbeitet derzeit der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo. Dort hat man erkannt, dass Kunststoff nicht unbedingt das einzig mögliche Material ist, aus dem sich Handy-Gehäuse herstellen lassen und so hat man mit dem “Touch Wood” einen Prototypen entwickelt, der aus Holz besteht.
Das zur Herstellung benötigte Holz wird dabei umweltgerecht aus Bäumen gewonnen, die forstwirtschaftlichen Ausdünnungsverfahren zum Opfer fallen. Das dort anfallende Holz habe bislang kaum kommerzielle Anwendungen gehabt.
Während gängige Naturhölzer für Handygehäuse ungeeignet seien, so das Unternehmen, nutze man Zypressenholz, das in einem speziellen Verdichtungs-Formungsverfahren behandelt wird. Dadurch soll das Holzgehäuse robust und beständig gegenüber Wasser, Insekten und Schimmel sein, aber den Reiz des Holzes, wie eine eigene Maserung und die natürliche Farbe, bewahren.
Auf künstliche Farbstoffe oder Lacke soll bei diesem Prozess ganz verzichtet werden.
Digitale Inhalte per Kontaktlinse oder Implantat
Trendforscher – das sind Menschen, die einen Großteil ihrer Zeit in der Zukunft verbringen, oder, genauer gesagt, die für uns versuchen, herauszufinden, was in naher Zukunft alles möglich und gewünscht ist.
Dass die Grenzen zur Science Fiction dabei fließend sind, zeigte die „Future Network“-Konferenz zu, wie es heißt, „Technologieoutlook und IT-Trends“, die an der Universität Zürich stattfand. So spekulierte der Trendforscher Daniel Bischoff darüber, dass der Mensch wird immer online sein wird und daher zukünftig die Realität in Echtzeit um eine Ebene digitaler Inhalte erweitern wird.
Möglich sein soll dies nicht nur über die jetzt bereits bekannten mobilen Endgeräte und dazugehörige Technologien wie Bilderkennung, Webanbindung und entsprechende Displaytechnologien, sondern in Zukunft sollen auch Brillen, Kontaktlinsen oder gar winzige Implantate genutzt werden, um diese „digitale Überblendung der Realität“ zu ermöglichen.
Auch Visionen für derartige Anwendungen hat Bischoff bereits: So sieht er die Wohnungssuche der Zukunft als ein freundliches herumschlendern, bis man ein Haus findet, das einem gefällt. Dann wird es über die Kamera des Mobiltelefons anvisiert und schon erhält man über seine digitalen „Erweiterungen“ Informationen und weitere Auskünfte, etwa über freie Wohnungen, Mietpreise und die Kontaktdaten des Vermieters.
Natürlich könnten auch Spiele diese „überblendete Realität“ nutzen und den Spieler gewissermaßen während des Einkaufsbummels in seine Spielwelt versetzen.
3D-Elemente fürs Handy
Ab November ziehen 3D-Elemente in die Handy-Welt von Android-Smartphones ein – dann nämlich soll der AR-Browser (Augmented Reality) Layar virtuelle 3D-Objekte in die Kamera-Umgebungsansicht einbinden.
Wie es heißt, soll es durch die passend eingespielten 3D-Objekte und Texte zu einem „noch immersiveren, reichhaltigeren Nutzererlebnis” kommen – was immer das heißen mag. Fest steht aber wohl, dass es mit diesem Browser eine neue Möglichkeit für mobiles Marketing gibt.
Entsprechend sind die bislang zitierten Ideen auch noch sehr werblich ausgerichtet. So können beispielsweise Brauereien mit virtuellen 3D-Flaschen bestimmte Lokale als Nightlife-Hotspot markieren.
Zukunft (fast) von gestern: Netzwerk und WLAN aus der Steckdose
Schnell und sicher über das hausinterne Stromnetz zu Surfen ist für den stationären Desktop-PC in Nähe einer Steckdose eine attraktive Alternative zum klassischen Netzwerk, doch ein Hindernis für mobile Anwender, die die „letzte Meile“ vom Notebook zur Steckdose kabellos überbrücken möchten. Für beide Anwendergruppen möchte MSI mit seinen HomePlug-Geräten die passenden Lösungen anbieten.
Für den kabelgebundenen Anschluss gibt es den auf den klangvollen Namen hörenden Ethernet-Adapter „ePower 85AV+“ der, so das Unternehmen, mit nur wenigen Minuten Installationszeit für die Internetanbindung sorgen soll: Einfach zwei oder mehr Adapter an beliebige Steckdosen anschließen – schon soll ein leistungsfähiges Netzwerk in der ganzen Wohnung zur Verfügung stehen.
Der ePower 85AV+ stellt eine sichere Verbindung (128 Bit AES Verschlüsselung) mit dem 10/100 Mbit/s RJ-45 Netzwerkanschluss über das hausinterne Stromnetz her und bietet eine Bandbreite von bis zu 85 Mbit/s.
In der Version II ist es über die integrierte Steckdose möglich, den Stromanschluss trotz eingestecktem ePower 85AV+ weiter zum Anschluss von elektrischen Geräten zu verwenden. Der Netzfilter eliminiert dabei Störungen im 230-Volt Stromnetz und sorgt für bestmögliche Signalqualität und hohe Übertragungsraten.
Um auch die letzten Meter kabellos zu meistern, bietet MSI den „ePower 200AV WLAN AP“ mit integriertem Wireless-Modul an. An eine Steckdose angeschlossen, soll sich das Wireless-Modul über das hauseigene Stromnetz mit einem anderen LAN-Router verbinden und eine sichere 128bit-AES- und WPA2-Verschlüsselung aufbauen. Bis zu 300 Meter vom mobilen Endgerät zum „ePower 200AV WLAN AP“ und wiederum 200 Meter über das Stromnetz sollen dabei mühelos überbrückt werden können. Mit Bandbreiten bis zu 200 MBit/s und Datenpriorisierung über QoS (Quality of Service) soll eine störungsfreie und bestmögliche Übertragung erzielt werden.
Der Power-Line Adapter „ePower 85AV+ Ver. II“ ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 69 Euro, der „ePower 200AV WLAN 11n AP“ für 89 Euro ab Oktober im Fachhandel erhältlich.
Lassen Sie den Computer kochen
Hausfrauen und Hobbyköche können Ihre Schürze an den Nagel hängen. Nicht nur, dass immer mehr Roboter die Hausarbeit übernehmen, künftig kocht auch noch der Computer.
Ganz so weit ist es mit dieser Zukunftsvision zwar noch nicht, aber Computer helfen heute schon bei der intelligenten und fehlerfreien Erstellung von Kochrezepten. So können auch ungeübte Köche garantiert etwas Schmackhaftes zaubern und Hobbyköche ihrer Kombinations- und Innovationsfreude freien Lauf lassen.
Dies bewiesen die Softwarefirma Empolis und die Universität Hildesheim mit dem Weltmeister-Sieg der Koch-Software “CookIIS” beim „2. International Computer Cooking Contest“ (CCC), der kürzlich im Rahmen der „International Conference on Case-Based Reasoning“ in Seattle (USA) stattfand. “CookIIS” basiert auf einem maschinellen Lernverhalten der Anwendung “Empolis Research & Discovery” und wurde von einem Team der Universität Hildesheim entwickelt.
Beim CCC hatten die teilnehmenden Teams die Aufgabe, auf Basis einer bekannten und vor dem Wettbewerb festgelegten Rezeptsammlung ein Software-System zu entwickeln, das es bei der Menü-Planung und Zusammenstellung der Zutaten mit professionellen Sterne-Köchen aufnehmen kann. In einer Live-Show wurden die Systeme mit konkreten, vorher aber unbekannten, Aufgabenstellungen und Zutaten konfrontiert, auf deren Basis dann “gekocht” werden musste. Die entsprechenden Menü-Vorschläge der Computer wurden anschließend von einer internationalen Jury - inklusive eines Chef-Kochs - live bewertet und kommentiert.
Die finale und entscheidende Aufgabe im Wettbewerb, die CookIIS am besten löste, lautete “Pizza mit Lauch”. Unter den 1.500 Rezepten innerhalb der Datenbank gab es aus naheliegenden Gründen kein Rezept, das hierzu genau passte. CookIIS wählte aus der Datenbank die “No Meat Bean Burn Pizza” aus - mit dem Hinweis, Zwiebeln durch Lauch zu ersetzen. In den Augen der Fach-Jury stellte dies die kulinarisch und technisch überzeugendste Lösung dar.
Das Koch-Beispiel zeigt in anschaulicher Weise, dass Computer in der Lage sind, unstrukturierte Daten in nutzbare Informationen zu verwandeln - zumindest, wenn sie vorher mit intelligenter Software “gefüttert” worden sind. Was hier im Bereich Kochen möglich ist, ist natürlich auch für viele weitere Einsatzbereiche denkbar und wird auch bereits genutzt.