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Free Software Foundation warnt vor Microsoft

Montag, 31. August 2009

Die „Free Software Foundation“ (FSF) hat am letzten Mittwoch seine “Windows7Sins“-Kampagne gegen Microsoft gestartet. Anlässlich der Markteinführung von Windows 7 sollen Entscheider in Unternehmen und Privatanwender gleichermaßen auf sieben zentrale Gefahren in Zusammenhang mit der Verwendung von proprietärer Software hingewiesen werden.

Die Organisatoren versuchen, mit Aktionen wie der Sammlung von proprietärer Software in einer überdimensionalen Mülltonne Aufmerksamkeit zu erregen und Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Microsoft wird dabei unter anderem die Verankerung proprietärer Software im Erziehungswesen, das Eindringen in die Privatsphäre von Anwendern oder die Blockierung offener Standards vorgeworfen. Zudem hat die amerikanische FSF 499 der 500 weltweit größten Unternehmen mit Informationsschreiben beschickt.

“Windows7sins versucht, einem möglichst breiten Publikum einige der wichtigsten Problemfelder proprietärer Software am Beispiel von Windows7 einfach verständlich zu machen. Der dramatischste Punkt für uns ist, dass die meisten Software-Anwender und Entscheidungsträger über diese Themen noch gar nicht nachdenken. Daher ist auch für die FSFEurope Aufklärungsarbeit eines der wichtigsten Betätigungsfelder”, sagt Christian Holz, Geschäftsführer der FSFEurope, in einem Interview.

Peter Brown, Executive Director der FSF Nordamerika, betont, dass die stetig wachsende Abhängigkeit von Computern und Software die Gesellschaft dazu zwänge, über die selbstverständliche Verwendung von proprietärer Software, die Aktivitäten von Bürgern ausspioniert, nachzudenken. Diese Software würde die Freiheit der Anwender, Kontrolle über Rechenvorgänge zu erlangen, einschränken.

Stattdessen solle auf freie Alternativen gesetzt werden – es gebe mittlerweile für nahezu jeden Zweck entsprechende Open-Source-Software wie etwa das Betriebssystem GNU/Linux oder das Office-Paket OpenOffice.org.

Mit der Kampagne soll auf mögliche Risiken, die durch die Nutzung proprietärer Software aller marktbeherrschenden Großunternehmen entstehen, hingewiesen werden, darunter auch der Missbrauch von Monopolstellungen und der Zwang zu ungewollten Updates.

Von Seiten der FSF wird betont, dass sich der Protest nicht explizit gegen das Betriebssystem Windows 7, sondern allgemein gegen den Softwarekonzern aus Redmond richtet.

Für Windows 7 bekommt Microsoft bislang deutlich bessere Kritiken als im Falle der vielgescholtenen Vorgängerversion Windows Vista. Dies mache es laut Brown auch schwieriger, öffentliche Unterstützung für das Anliegen der Entwickler von freier Software zu gewinnen. Nichtsdestotrotz müsse auf potenzielle Risiken hingewiesen werden. Amazons jüngst vorgenommene Löschung von Kopien von den E-Books seiner Kunden sei ein veranschaulichendes Beispiel für den Einfluss, den Unternehmen über proprietäre Software erlangen könnten, so Brown gegenüber dem Technikportal Cnet.

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