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Vorsicht bei selbst erstellten Lizenzurkunden

Montag, 25. Januar 2010

Selbst erstellte Lizenzurkunden und sogenannte “notarielle Bestätigungen zum Softwarelizenzerwerb” geben Unternehmen und Privatpersonen keine Sicherheit beim Softwarekauf.

Das Landgericht Frankfurt hat am 06.01.2010 (Az.: 2-06 O 556/09, nicht rechtskräftig) eine einstweilige Verfügung des Softwareherstellers Adobe gegen die Fa. HHS usedSoft GmbH (usedSoft) bestätigt. In der Sache wird es usedSoft unter anderem verboten, seinen Kunden selbst gemachte “Lizenzurkunden” als Softwarelizenzen anzubieten.

Außerdem wurde es usedSoft untersagt, sogenannte “notarielle Bestätigungen zum Softwarelizenzerwerb” als angeblichen Beleg dafür zu übergeben, dass die Kunden rechtswirksam gebrauchte Softwarelizenzen für Software von Adobe erwerben.

Die aktuelle einstweilige Verfügung unterstreicht ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom Oktober 2009. In dem Microsoft-Software betreffenden Fall hatte das Landgericht ausgeführt, dass derjenige, der Software nutzt, konkret in der Lage sein muss, die Rechtmäßigkeit der Nutzung zu beweisen. Auch in diesem Fall hielt das Gericht die vorgelegte notarielle Bestätigung der HHS usedSoft GmbH für nicht ausreichend (nicht rechtskräftiges Urteil vom 07.10.2009, Az.: 2-06 O 401/09).

“Obwohl sich die Entscheidung vom 6. Januar 2010 auf einen Rechtsstreit zwischen Adobe und usedSoft bezieht, ist die einstweilige Verfügung wegweisend für andere Softwarehersteller, deren Produkte auf identische Weise von usedSoft vertrieben werden. Die Entscheidung stellt klar, dass weder eine selbst erstellte ‘Lizenzurkunde’, noch die hier verwendete ‘notarielle Bestätigung’ für den Nachweis einer Softwarelizenz ausreichend sind”, kommentiert Dr. Swantje Richters, Justiziarin bei der Microsoft Deutschland GmbH.

Aus den selbst gemachten “Lizenzurkunden” gehe laut dem Landgericht Frankfurt lediglich hervor, welche Art und Anzahl der betreffenden Adobe-Software angeblich übertragen werden soll. In den “notariellen Bestätigungen” bestätigt ein Schweizer Notar unter anderem, dass ihm ein Schreiben des Ersterwerbers vorgelegt worden sei, in dem sich dieser als rechtmäßiger Inhaber der zu übertragenden Lizenzen und/oder Produkte bezeichnet und sogleich versichert, die lizenzierte Software deinstalliert und vom Händler den “Kaufpreis” für die Übertragung der Software erhalten zu haben. UsedSoft hatte die sogenannten “notariellen Bestätigungen” zusammen mit einem selbst gebrannten Datenträger und einer selbst erstellten Lizenzurkunde verkauft, ohne dass aus den Dokumenten hervorgeht, welche von Adobe angeblich eingeräumten Nutzungsrechte überhaupt weiter übertragen werden sollten. Der Kunde erhielt auch keine Kopie des angeblichen Lizenzvertrages. Auch der Name des angeblich ersten Lizenznehmers wurde dem Kunden nicht mitgeteilt. Das Gericht stellte deshalb fest, dass usedSoft nicht den Erwerb der angeblichen Lizenzen glaubhaft gemacht habe.

Der Kauf von gebrauchter Software ist grundsätzlich mit Risiken für die Unternehmen verbunden. Insbesondere beim Erwerb gebrauchter Softwarelizenzen müssen, so Microsoft, die jeweiligen Lizenzbestimmungen des jeweiligen Herstellers beachtet werden. Werden diese missachtet, besteht nach Ansicht von Microsoft die Gefahr, dass der Nutzer der Software nicht rechtmäßig lizenziert ist.

Zu beachten ist: Die Geschäftsmodelle von Händlern gebrauchter Software gründen auf fremden Urheberrechten. Sollte sich herausstellen, dass der Einsatz gebrauchter Software nicht legal war, müssen nicht nur die Händler von gebrauchter Software, sondern auch deren Kunden mit der Inanspruchnahme durch die Softwarehersteller rechnen. Dabei kann es im schlimmsten Fall zu mehrfachen Zahlungen kommen, unter anderem

  1. für die sogenannte “gebrauchte” Software,
  2. für die nachträgliche Beschaffung rechtmäßiger Software,
  3. für Schadensersatzzahlungen an den Softwarehersteller.

Insbesondere ist der Weiterverkauf von Einzellizenzen aus Volumenlizenzpaketen nach Ansicht von Microsoft oftmals rechtswidrig. Microsoft empfiehlt daher Kunden, die auf diese Art und Weise angebliche Lizenzen erworben haben, diese oder die gelieferten Datenträger und/oder begleitenden angeblichen Lizenzunterlagen, zur kostenlosen Überprüfung an den Microsoft PID-Service zu senden.

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Defekte Word-Dokumente wiederbeleben

Montag, 28. Dezember 2009

Wenn eine Word-Datei beschädigt ist, sollte man zuerst vorhandene Bordmittel nutzen, bevor man eine Reparatur-Software kauft. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei allen Rettungsversuchen mit einer Kopie der defekten Datei zu arbeiten, rät das Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 26/09.

Ein zu schnell herausgezogener USB-Stick oder umfangreiche Dokumente mit vielen Bildern und Tabellen sind die Hauptursachen für defekte Word-Dateien.

“Wenn sich die Datei noch öffnen lässt, gibt es aber noch viele Möglichkeiten, sie zu retten”, erläutert c’t-Redakteur Dieter Brors.

Als erstes kann man einfach mal einen anderen Druckertreiber einstellen; der hat einen wesentlichen Einfluss auf die Formatierung und könnte beschädigt sein. Die defekte Datei kann man vorsichtshalber auch auf einem anderen Rechner austesten.

Oft lohnt es sich auch, das kostenlose OpenOffice zu installieren und damit zu versuchen, das Word-Dokument zu öffnen. Die freie Textverarbeitung ist weitaus fehlertoleranter als Word und möglicherweise in der Lage, den kompletten Text inklusive Formatierungen zu retten.

Häufig ist auch die Standard-Dokumentenvorlage defekt. Da reicht es einfach, die Datei “normal.dot” umzubenennen. Word legt beim nächsten Systemstart automatisch eine neue Vorlage an.

Man kann auch versuchen, die Inhalte des Dokuments in eine neue Datei zu kopieren, allerdings ohne die letzte Absatzmarke. Das Abspeichern in ein anderes Format könnte ebenfalls zum Erfolg führen.

Eine weitere Möglichkeit: Die aktuelle Word-Version sichert die Dateien als Archiv, das sich mit einem ZIP-Utility öffnen lässt und Text und Bilder separat auflistet – allerdings verliert das Dokument damit seine Formatierungen.

Hilft all das nicht, kann eine kostenpflichtige Reparatur-Software vielleicht das erwünschte Ergebnis bringen. c’t hat sechs Programme getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass zwei von ihnen für eine ernsthafte Reparatur in Betracht kommen: „SysTools Docx Repair“ und „Recovery for Word“.

“Beide bemühen sich um eine ganzheitliche Wiederherstellung, die nach Möglichkeit sämtliche Inhalte und Formatierungen umfasst, während die anderen Programme nur den nackten Text wieder herstellen”, resümiert c’t-Experte Dieter Brors.

Vor dem Kauf sollte man aber unbedingt anhand der Demo-Versionen überprüfen, ob im konkreten Fall überhaupt Chancen zur Datenrettung bestehen.

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Mit Standardsoftware zur grünen Verwaltung

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Um 40 Prozent will die Bundesregierung den durch ihren IT-Betrieb verursachten Energieverbrauch bis 2013 reduzieren. Das ist ein Ergebnis des Aktionsplans “Green IT-Pionier Deutschland”, der auf dem IT-Gipfel 2008 verabschiedet wurde.

Energieeffizienz hat mit dem Aktionsplan außerdem Einzug in die Beschaffungskriterien gefunden. Spätestens seitdem stehen effiziente Rechenzentren und Client-Systeme ganz oben auf der Prioritätenliste der IT-Verantwortlichen in der öffentlichen Verwaltung.

Auf dem 10. Microsoft-Tag für Bundesbehörden zeigt das Unternehmen daher gemeinsam mit Partnern und Anwendern aus der Bundesverwaltung, wie beispielsweise der Bundesagentur für Arbeit, Theorie und Praxis von Green IT-Lösungen. Im Rahmen der Veranstaltung stellt die Management- und Technologieberatung BearingPoint in einer Studie neue Messergebnisse zum tatsächlichen Energieverbrauch der IT-Infrastruktur am Beispiel von Microsoft-Betriebssystemsoftware vor.

In der Studie kommt BearingPoint unter anderem zu dem Ergebnis, dass heutige PC-Systeme nicht mehr Energie benötigen als die allgemein als effizienter eingeschätzten Thin-Client-Systeme. Der Grund dafür liegt in optimierten Hardwarekomponenten, wie sparsameren Netzteilen und Prozessoren, sowie modernen Betriebssystemen mit Energiesparfunktionen.

Im Vergleich mit alten Systemen verbraucht moderne Hardware knapp die Hälfte der elektrischen Leistung. Gleichzeitig stieg die Rechenleistung der Systeme erheblich. Sowohl bei den PC-Systemen wie auch bei den Servern im Rechenzentrum kommt dem Energiemanagement dabei eine Schlüsselrolle zu.

“Die Ergebnisse der Messungen haben uns auch überrascht”, so Stefan Pechardscheck, Partner IT Strategie & Transformation bei BearingPoint. “Es wird immer angenommen, dass Thin Clients in Kombination mit modernen Terminal Servern deutlich energieeffizienter sind als vollständige PC-Clients. So pauschal ist das aber nicht richtig. Unter konsequenter Ausnutzung des Standby-Modus, wie ihn beispielsweise Windows 7 bietet, sind PC-Systeme genauso effizient.”

(tok)

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Wie Microsoft den „Line Dance“ erfunden hat

Donnerstag, 19. November 2009

Kann mir mal jemand verraten, was derzeit mit Microsoft los ist? Ich meine jetzt nicht das übliche Gezerre, ob Windows 7 ein gutes oder schlechtes Betriebssystem ist oder die Frage, wann das Unternehmen sich wohl einen weniger peinlichen CEO suchen wird.

Nein, ich meine die von Microsoft in letzter Zeit gestarteten Versuche, auf irgendeine Art und weise ‚Hip’, ‚Cool’ oder was auch immer zu sein und dabei immer so zu wirken, wie ein Mittsechziger, der unbedingt Eindruck bei einer knapp 18-jährigen schinden will.

Nach der etwas missratenen Windows-7-Rabattaktion und der noch deutlicher abgerutschten „Windows 7 Launch Party“-Idee versucht sich nun der Microsoft-Store in Mission Viejo, Kalifornien, an einer natürlich völlig spontanen Tanzeinlage, die auf den ersten Blick ein wenig an Wassergymnastik in einem luxuriösen Sanatorium erinnert.

Das auf YouTube zu sehende Video liefert uns einige interessante Denkansätze. Zum Beispiel kann man sich fragen, wer die armen Menschen wohl gezwungen hat, eine solch seltsame Variation eines Line-Dance (das war mal Anfang der 80er modern, glaube ich) einzustudieren. Und man kann sich fragen, wie man es durchhält, die dazu laufende Musik ebenso zu ignorieren wie das deutliche Desinteresse der meisten Kunden. Und wer ist dann bloß auf die hanebüchene Idee gekommen, dieses Dokument extremer Herausforderung auch noch zu veröffentlichen?

Sie sehen schon, die Fragen überwiegen bei diesem Dokument des Grauens. So geht es aber nicht nur mir, sondern auch den zahlreichen Kommentatoren des YouTube-Beitrags, die sich nicht nur fragen, warum der Microsoft Store nun ausgerechnet so deutlich aussehen muss wie ein Apple-Store und warum sich eigentlich niemand um die Kunden kümmert.

Aber zur Ehrenrettung der Protagonisten möchte ich doch noch einmal einwerfen, dass sie (hoffentlich) zu dieser Form arythmischer Sportgymnastik gezwungen wurden. Und immerhin – sie hatten etwas Bewegung …

Wie man „I Gotta Feeling“ von den Blackeyed Peas auch interpretieren kann, können Sie unter anderem hier sehen.

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Im Sandkasten: Microsoft streitet mit sich selbst um die Förmchen

Montag, 16. November 2009


Irgendwie waren die Meldungen wieder typisch: Da stellt sich ein führender Microsoft-Mitarbeiter hin und gibt das offene Geheimnis einer seit Jahren geübten Praxis bekannt: Man habe sich bei Windows 7 stark am Mac OS X orientiert, verrät Simon Aldous, Partner Group Manager von Microsoft, in einem Interview.

Er wird mit der Aussage zitiert, dass über den Mac gesagt wird, dass das Betriebssystem fantastisch sei, sehr grafisch orientiert und leicht zu benutzen. Unter Mit Windows 7 habe man - sowohl bei der klassischen Variante als auch beim Touch-OS – versucht, optisch das „Look and feel“ des Mac OS X nachzuempfinden.

Nun ist diese Feststellung ja so bahnbrechend nicht und das optische Abkupfern beim Mitbewerber Apple wurde Microsoft ja durchaus schon häufiger nachgewiesen. So weit, so harmlos also, zumal Aldous hinzufügte, man habe die Benutzeroberfläche deutlich verbessert und man würde ja auf der stabilen Vista-Technologie aufsetzen, die deutlich stabiler sei als die aktuelle Mac-Plattform. Und vermutlich hätte, wäre die Meldung nicht wie ein Lauffeuer über das Internet verbreitet worden, kaum jemand Notiz von dem ansonsten weitgehend belanglosen Interview im Handelsmagazin PCR genommen.

Doch nun war die Katze aus dem Sack, ein Insider hat ausgesprochen, was man nicht sagen darf und der Imperator schickte die imperialen Sturmtruppen in Gestalt eines geharnischten Statements:

Der geschätzte Kollege Aldous sei nun aber völlig auf dem Holzweg, die Oberfläche sei ja nun nie, aber wirklich nie nicht von Apple inspiriert worden und überhaupt habe Aldous ja nun keine Ahnung. Und um das Argument nun wirklich hieb- und stichfest zu machen, versteigt sich die Kopier … ähhh, Presseabteilung zu der Behauptung, Mac OS würde, im Gegensatz zu Windows 7, kein Multi-Touch unterstützen. Kann es sein, dass die Helden der Schadensbegrenzung länger nicht mehr verfolgt haben, was sich im Markt so tut? Oder haben Sie einfach Multi-Touch für sich komplett umdefiniert?

Ein wenig scheint mir, dass Microsoft ein latentes Problem mit der Öffentlichkeit hat. Nach dem fortlaufenden Desaster der öffentlichen Auftritte seines CEO und dem letzten Lacherfolg mit den „Windows 7 Launch Partys“ wäre es jetzt nicht unbedingt notwendig gewesen, sich auch noch mit einem solchen Statement erneut aus dem Fenster zu hängen.

Dies um so mehr, als es eigentlich am Thema vorbeigeht. Jedem Anwender ist heute bewusst, dass es mehrere Betriebssysteme gibt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben – das eine mehr, das andere weniger. Hier wählt er nach Geschmack aus und nimmt die jeweiligen Ecken und Kanten in Kauf. Und natürlich ist auch klar, dass kein Unternehmen – die Presseabteilung von Microsoft vielleicht ausgenommen – und erst recht keine Designabteilung blind durchs Leben geht und sich an Dingen orientiert, die gut und erfolgreich sind. Erwartet denn tatsächlich irgendjemand, dass ein Unternehmen heute noch etwas von Grund auf neu erfindet? Wichtiger ist doch, dass das, was produziert wird, vernünftig läuft. Und hier hat Microsoft ja eigentlich mit Windows 7 endlich wieder ein vielversprechendes Stück Software abgeliefert.

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Windows 7 sucht am schnellsten

Montag, 26. Oktober 2009

Es ist wie mit der Stecknadel im Heuhaufen: Wer als PC-Nutzer unter Tausenden von Dokumenten, Fotos, MP3s, Videos und E-Mails eine ganz bestimmte Datei oder Informationen sucht, verschwendet damit oft viel Zeit - und gibt manchmal entnervt auf. Weil auf den Festplatten mit der Zeit riesige Datenberge liegen, sind intelligente Suchfunktionen notwendig. Spezielle Datei-Suchprogramme versprechen Hilfe.

Die Redaktion der Computerbild verglich vier Gratis-Programme mit den Suchfunktionen von Windows XP, Vista und Windows 7.

Egal ob Suchprogramm oder integrierte Windows-Suchfunktion: Beide durchforsten zunächst die Festplatte und erstellen eine Datenbank, den sogenannten Index. Die meisten Programme machen dabei keinen Unterschied zwischen eingebauter und externer Festplatte, einige erfassen sogar eingelegte CDs und DVDs. Vorteil: Die Suche funktioniert auch dann, wenn die Speichermedien nicht angeschlossen oder eingelegt sind.

Nach der Indexerstellung ist eine richtige Volltextsuche aktiv. Denn im Index sind nicht nur Dateinamen abgelegt, sondern auch die Inhalte von Dokumenten, E-Mails und etwa Zusatzinformationen zu Musikstücken, wie Album und Interpret. Gibt der Nutzer ein Stichwort in den Suchschlitz des Programms ein, erscheinen in Sekundenschnelle in einer Ergebnisliste alle Fundstellen mit dem gesuchten Begriff sortiert nach Dateitypen und Speicherorten.

Das erstmalige Erstellen des Index braucht allerdings Zeit. Einsame Spitze ist dabei das Betriebssystem Windows 7: Für die rund 22.000 Testdateien benötigte es nur rund 12 Minuten. Das Programm A-Z Finder, Testsieger bei den kostenlosen Suchhelfern, brauchte 20 Minuten. Dafür nimmt das Programm im Gegensatz zu Windows 7 auch den Inhalt komprimierter Dateien, etwa im ZIP- oder RAR-Format im Index auf. Viel Geduld ist mit Hulbee Desktop erforderlich: Mit 46 Minuten dauerte die Erstellung des Suchindex extrem lang.

Fazit: Wer Dateien und Informationen mit Windows 7 sucht, kann auf ein separates Suchprogramm verzichten. Die Suchfunktion des Betriebssystems schneidet so gut ab wie beim A-Z Finder. Auch die eingebaute Suche von Windows Vista reicht meist aus. Schade: Das eigentlich gute Programm von Copernic verspielte den Testsieg wegen nerviger Werbeanzeigen, die teilweise sogar zu Internetseiten mit Schadprogrammen führten. Testergebnis: “mangelhaft”.

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Die wichtigsten Fakten zu Windows 7

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Nun ist es so weit: Windows 7 ist weltweit im Handel erhältlich – sowohl vorinstalliert auf neuen PCs als auch als Softwarepaket. Doch, wie immer bei Microsoft, muss sich der Kunde zunächst orientieren und sich darüber klar werden, welche der drei Editionen er eigentlich benötigt: „Windows 7 Home Premium“, „Windows 7 Professional“ oder „Windows 7 Ultimate“. Neben diesen drei Basisvarianten gibt es dann noch die Versionen „Starter“ und „Enterprise“.

„Windows 7 Starter“ steht für Hersteller bereit, die Mini-Notebooks mit geringer Hardware-Ausstattung vertreiben. Diese können aber in der Regel auch mit „Windows 7 Home Premium“ ausgestattet werden. „Windows 7 Enterprise“ ist für große Unternehmen nur über Volumenlizenzprogramme erhältlich.

Das neue Betriebssystem soll einfacher, intuitiver, schneller, zuverlässiger und sicherer sein und soll darüber hinaus neue multimediale Möglichkeiten bieten.

Mit dem neuartigen Bedienkonzept „Multitouch“ können Nutzer nun berührungsempfindliche Bildschirme mit mehreren Fingern gleichzeitig bedienen - und das ohne Maus oder Tastatur. Auch sollen sich Musik- und Videodateien im integrierten „Windows Media Center“ viel schneller durchsuchen oder sortieren lassen, so dass Unterhaltung und die Nutzung neuer digitaler Medien zum Erlebnis wird. Mit „Heimnetzgruppe“ können mehrere Rechner zuhause zu Heimnetzwerken verbunden werden, damit alle auf gemeinsame Dateien, Musik, Fotos und Videos zugreifen können.

Die Oberfläche bietet ein aufgeräumtes Design. Zusammen mit einer optimierten Navigation und einer neuen Task-Leiste sollen Anwender einen einfacheren und schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Funktionen erhalten.

Windows 7 will mehr Mobilität und Flexibilität bieten und den Austausch von Daten zwischen PCs und Geräten erleichtern.

„Windows 7 Home Premium“ ist gedacht für den Heimanwender. Es bietet multimediale Entertainment-Funktionen und soll auch die Einrichtung eines Heimnetzwerkes zur gemeinsamen Nutzung von Fotos, Videos und Musik erleichtern.

„Windows 7 Professional“ umfasst Funktionen für eine berufliche Nutzung und bietet gleichzeitig alle Multimedia- und Entertainment-Funktionen von „Windows Home Premium“.

Die Version „Windows 7 Ultimate“ soll zusätzlich zu den Features der beiden anderen Editionen mehr Sicherheitsfunktionen und mehr Flexibilität enthalten, um in verschiedenen Sprachen zu arbeiten.

Nicht nur die Versionen sind bei Windows 7 unterschiedlich, auch die Preisgestaltung hängt von der gewünschten Variante ab. So kostet ein Upgrade von Windows XP bzw. Windows Vista für „Windows 7 Home Premium“ rund 119,99 Euro, für „Windows 7 Professional“ 285,00 Euro und „Windows 7 Ultimate“ 299,00 Euro. Für die Vollversion von „Windows 7 Home Premium“ um die 199,99 Euro, „Windows 7 Professional“ ca. 309,00 Euro und „Windows 7 Ultimate“ rund 319,00 Euro.

Studenten erhalten, so verspricht Microsoft, vom 22. Oktober 2009 bis 28. Februar 2010 für 35 Euro eine Upgrade-Version von Windows 7 (Home Premium oder Professional).

Auch der „Family Pack“ ist ein limitiertes Angebot für 149,99 Euro, mit dem „Windows 7 Home Premium“ auf bis zu drei PCs eines Haushalts gleichzeitig installiert werden kann. Es handelt sich dabei um ein limitiertes Angebot und ist erhältlich.

Beim Umstieg von Windows XP auf Windows 7 ist unabhängig von der gewählten Edition generell eine Neuinstallation nötig. Daher müssen bestehende Daten gesichert werden, um sie anschließend auf Windows 7 wieder aufzuspielen. Informationen dazu erhalten Kunden im „Windows 7 Upgrade Center“. Lizenzrechtlich können auch Windows XP-Kunden auf eine Upgrade-Version zurückgreifen, sagt Microsoft.

Wer Windows Vista ab Service Pack 1 nutzt, kann per einfachem Upgrade auf eine gleichwertige Edition von Windows 7 umsteigen. Aber auch hier ist eine vorherige Datensicherung empfehlenswert. Microsoft stellt einige Hilfsmittel für die Migration zur Verfügung. Dazu zählen der „Windows 7 Upgrade Advisor“ zur Überprüfung des PCs sowie Informationen im „Windows 7 Upgrade Center“ und Broschüren im Fachhandel.

Das Marktforschungsinstitut IDC geht in seiner Studie “The Economic Impact of Microsoft’s Windows 7″ (Juli 09) davon aus, dass bis Ende 2010 etwa 177 Millionen Lizenzen von Windows 7 verkauft werden.

Übrigens können Sie mich seit kurzem auch über Twitter erreichen. Schauen Sie doch mal rein: http://twitter.com/toktalks. Lassen Sie mich wissen, ob Sie auf Windows 7 umsteigen werden und wie das Upgrade bei Ihnen geklappt hat.

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Wie man sich mit Windows 7 zum Horst macht

Montag, 19. Oktober 2009

„Windows 7 enthält Erfahrungen aus einem Viertel Jahrhundert“, so lässt uns Microsoft in einer aktuellen Pressemitteilung wissen und schon die originelle Rechtschreibung zeigt, dass man auch nach einem Vierteljahrhundert mit nur einem Viertel der Kenntnisse, die gewöhnlich als durchschnittliche Schulbildung angesehen werden, bereits Karriere im Marketing machen kann.

Doch die Microsoft-Strategen wissen noch mehr zu berichten: „Das neue Betriebssystem Windows 7 wird schon seit einem Viertel Jahrhundert entwickelt.“ Ah ja.

Da würde ich mich natürlich freuen, einen der Microsoft-Entwickler kennenzulernen, der seit 1985 still und heimlich, womöglich verborgen in einer kleinen Abstellkammer unter einer Treppe in Redmond, an Windows 7 arbeitet. Aber was unsere Freunde hier vermutlich meinen, ist, dass Windows seit 25 Jahren beständig entwickelt wird. Und tatsächlich stellte Microsoft im November 1985 mit Windows 1.0 wenn schon kein Betriebssystem, so doch eine grafische Benutzeroberfläche für MS-DOS vor.

„War Windows damals noch eine Software für EDV-Enthusiasten, so ermöglicht es inzwischen jedermann die Computernutzung und dient als Plattform für Anwendungen und digitale Unterhaltung“, schwelgt die Presseabteilung von Microsoft.

Ähnlich enthusiastisch muss auch die Werbeabteilung ans Werk gegangen sein, die sich wieder einmal mit einem Klassiker der unfreiwilligen Komik hervortat. Nein, ich meine jetzt nicht den Werbespot-Klassiker zu „Where do you want to go today?“ aus dem Jahr 2000, der sinnigerweise mit den letzten Takten von Mozarts „Dies Irae“ unterlegt wurde, die so musikalisch auf die Frage, wohin man heute gehen wolle mit den frei übersetzten Worten „Wird die Hölle ohne Schonung den Verdammten zur Belohnung …“ antwortet.

Nein, mir geht es um einen aktuellen Werbespot, der in bester Verkaufskanal-Manier dazu auffordert, doch bitte eine Windows-Launch-Party durchzuführen. Dabei glänzt dieser mit 6:15 Minuten deutlich zu lange Spot nicht nur mit hölzernen Darstellern aus dem Regal der „political correctness“ (wo ist der Asiate?) und besticht durch eine Kameraführung, für die sich mancher Hobbyfilmer schämen würde, sondern er bietet auch interessante Einblicke in das Phänomen der Zeitreise - springt die eingeblendete Uhr doch beliebig vor und zurück. Dazu passen dann auch die Gläser, deren Füllung sich wohl der unterschiedlichen Dichte des Raums anpasst.

Aber sehen Sie selbst: http://www.youtube.com/watch?v=1cX4t5-YpHQ. Allerdings muss ich Sie warnen, dieser Spot ist nichts für sensible Naturen. Rückforderungen der 6:15 Minuten Ihres Lebenszeitkontos stellen Sie bitte direkt an Microsoft.

Die eigentliche Frage, die dieser Spot aufwirft, ist, ob es sich bei Microsofts Werbetruppe um eine heimlich eingeschleuste subversive Gruppe handelt, die es darauf anlegt, den Ruf des Unternehmens in Grund und Boden zu fahren. Am Geld kann es doch eigentlich nicht liegen, dass Microsoft bei seinen Werbespots mit einer gewissen Beständigkeit zwischen Peinlichkeitsobergrenze und Desaster hin- und herschnalzt.

Wie subversiv dieser seltsame Launch-Party-Spot tatsächlich konzipiert ist, zeigt ein weiteres Video (doch, ich weiß, was ich Ihnen da abverlange), bei dem schlicht das Wort Windows 7 durch ein typisches „Piep“ ersetzt wurde. So, und nun sagen Sie mir, welche Party diese Leute da planen und was Bemerkungen wie “You wanna make sure you have the right devices to hand” bedeuten sollen.

Wenn Windows 7 so viel „leistungsfähiger, zuverlässiger, schneller und aufgrund einer neuen, intuitiven Nutzeroberfläche einfacher zu bedienen“ ist, warum nur muss man es dann bewerben wie das drittklassige Imitat eines Essstäbchen-Sets? Und warum wählt man dazu ein Team, das vermutlich solche Verkaufsspots am Meter herunterkurbelt, eine Art Textschablone nutzt und deren aus Gepettos Schnitzstube stammende Darsteller ganz offensichtlich kaum eine Ahnung haben, wovon sie sprechen? Machen Sie einmal ein Gedankenexperiment und ersetzen Sie in dem Spot „Windows 7“ versuchsweise einmal durch „Kartoffelchips“ oder „Käsereibe“ – es funktioniert immer noch.

Natürlich können wir immer noch von den tiefsinnigen Tipps aus diesem profitieren – etwa, dass man seinen persönlichen Rechner, den man gerade mit Windows 7 versehen hat, den ganzen Abend über den Partygästen zum Ausprobieren überlassen solle. Wenn das bei Microsoft so üblich ist, verstehe ich einige Probleme von Windows jetzt viel besser.

Warum, liebe Microsoft-Strategen, glaubt ihr, irgendjemandem erklären zu müssen, wie er eine Party zu feiern hat? Die meisten von uns verstehen vermutlich mehr davon als eure lustige Kleindarsteller-Combo. Und, ganz nebenbei gefragt, wer hat jemals oder wird jemals eine Party für ein Betriebssystem geben? Geht’s noch?

Störend daran ist aber auch, dass dieser Spot, wie alle übrige Werbung, letztendlich von den Kunden bezahlt wird. Und wenn wir Käufer das schon tun, dann muss man uns doch nicht noch mit der Keule darauf aufmerksam machen, dass man uns für blöd hält, oder?

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Die glorreiche 7

Montag, 12. Oktober 2009

Fehler, Schwachstellen und frustrierte Nutzer: Das Betriebssystem Windows Vista entwickelte sich seit dem Start 2007 zum Debakel für den Softwarekonzern Microsoft. Am 22. Oktober erscheint nun der Nachfolger Windows 7 - angeblich schneller, sicherer und einfacher zu bedienen als Vista. Ob das lang erwartete Betriebssystem den Vorschusslorbeeren gerecht wird, hat das Magazin Computerbild drei Monate lang und mit externen Labors für Benutzerfreundlichkeit (Usability) und Sicherheit getestet.

Streng genommen ist Windows 7 kein komplett neues Betriebssystem, sondern eine Weiterentwicklung von Vista. Neue Programme gibt es nur wenige, die meisten von Vista bekannten Funktionen wurden allerdings generalüberholt.

Im Test konnte sich der Herausforderer Windows 7 gegen die Vorgänger Vista und XP durchsetzen. Die einfachere Bedienung und neue Funktionen wie eine Reparaturfunktion, mit der das System Probleme auf Knopfdruck löst, überzeugten die Tester. Dennoch offenbarte auch Windows 7 einige Schwächen: So fehlt beispielsweise ein E-Mail-Programm oder die Fotogalerie zum Bearbeiten von Bildern. Diese kann man sich aber kostenlos von Microsoft mit dem Programmpaket “Windows Live Essentials” aus dem Internet überspielen. Und auch bei der Sicherheit hat sich gegenüber Vista und XP nicht viel getan. Unterm Strich reichte es - auch wegen des Aktivierungszwanges - nur für ein “befriedigend” (2,91).

Auf PCs mit Zwei- oder Vierkernprozessoren läuft das neue Betriebssystem schneller als XP und Vista. Auf Netbooks hängt das acht Jahre alte XP den Frischling Windows 7 jedoch ab. Positiv: Windows 7 braucht weniger Arbeitsspeicher als Vista. Programme und Spiele laufen selbst mit wenig verfügbarem Speicher flotter als mit Vista. Kürzere Ladezeiten und ein rascher Systemstart sind weitere Vorteile des neuen Betriebssystems.

Die Bedienung hat sich bei Windows 7 im Vergleich zu Vista deutlich verbessert. Die Benutzeroberfläche wirkt jetzt aufgeräumter, vor allem durch die neue Startleiste, mit der Einsteiger besonders gut zurecht kommen. Generell sind weniger Mausklicks erforderlich, um ans gewünschte Ziel zu gelangen. Ein von Computerbild beauftragtes Expertenlabor deckte mit 15 ausgewählten Testpersonen in tagelangen Aufgaben-Interviews allerdings auch einige Bedienfallen auf - beispielsweise die chaotische Fotoübertragung von Digitalkameras auf den PC durch den Windows Fotoassistenten. Auch die unübersichtliche Hilfefunktion sowie die Suchfunktion, die nicht automatisch den ganzen Rechner durchstöbert, sind verbesserungswürdig.

Betriebssysteme von Microsoft hatten in der Vergangenheit immer wieder Probleme in Sachen Sicherheit. Auch beim jüngsten Spross Windows 7 wurden bekannte Sicherheitslücken von XP und Vista nicht behoben. So konnte die beauftragte Sicherheitsfirma mit Spezialprogrammen Windows-Anmeldeinformationen aus dem Arbeitsspeicher auslesen. Auch Kennwörter für Netzwerk-Verbindungen oder drahtlose Netzwerke sind nicht ausreichend vor Schadprogrammen geschützt. Gleiches gilt für die neueste Version des Internet Explorer, Kennwörter lassen sich leicht auslesen. Besser als früher: Die überarbeitete Firewall ist jetzt wesentlich effektiver.

Windows 7 wird es weltweit in sechs verschiedenen Versionen geben. Für Einsteiger aber auch erfahrene Nutzer empfiehlt sich die Home Premium Version. Sie kostet als Aktualisierung (Upgrade) für Besitzer einer Vorversion laut Microsoft 119,99 Euro. Aber Achtung: Windows XP lässt sich nicht auf Windows 7 aktualisieren. XP-Nutzer müssen den PC komplett neu installieren. Die Version Home Premium wird auch bei den meisten Computern ab Werk vorinstalliert sein.

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Ein Leben ohne Web ist unvorstellbar

Sonntag, 11. Oktober 2009

Wie ein Bericht der „European Interactive Advertising Association“ (EIAA) feststellt, ist das Internet ist aus dem Lebensalltag der Jugend nicht mehr wegzudenken. Demnach können sich 89 Prozent der 16- bis 24-jährigen Europäer kein Leben mehr ohne Web vorstellen, in Deutschland sollen es sogar 97 Prozent sein.

Diese Zahlen sind nicht nur interessant, es kommt sicherlich dem Branchenverband der pan-europäischen Online-Vermarkter vermutlich auch entgegen, dass neue Medien und Kommunikationstechnologien heute bei der jüngeren Generation höher im Kurs stehen. Was, so sagt der Verband, auch durch die Zuwächse bei den Nutzungsraten bestätigt wird. So gaben in den insgesamt zehn untersuchten europäischen Ländern 90 Prozent der Befragten (33,2 Mio. Menschen) an, jede Woche regelmäßig ins Netz einzusteigen. Versuchen Sie jetzt aber bitte nicht, sich bildlich vorzustellen, wie das wohl aussehen mag. Ich vermute, es ähnelt dem Einstieg in eine Badewanne. Dieses wöchentliche „Bad im Internet“ einem Wachstum von 27 Prozent gegenüber dem Vergleichswert aus 2004 entsprechen, wobei man sich fragen mag, wozu der Vergleich mit 2004 (und nicht etwa 2003, 2006 oder 2008) tatsächlich dienen soll. Aber die Zahl klingt schon gut.

Im Zuge der Meldung, die uns diese wirklich erstaunlichen Nutzungsraten mitteilt, erfahren wir aus berufenen Munde dann noch ein selbstverständliche Allgemeinplätze, wie etwa die Feststellung, dass es für junge Menschen (also wohl alle unterhalb 50) selbstverständlich geworden ist, im Internet Informationen zu suchen, Unterhaltungsangebote zu nutzen oder zu kommunizieren. Und, klar, solche Aktivitäten setzen einen Bandbreitanschluss voraus und machen nicht erschlossene, zumeist ländliche Regionen zu „digitalen Ausgestoßenen“.

Doch, wie uns die europäischen Internet-Werber wissen lassen, ist der durchschnittliche Deutsche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren inzwischen 15,9 Stunden pro Woche online (ich erspare uns jetzt die 62 Prozent Zuwachsrate gegenüber 2004). Damit hat, und das ist der vielleicht einzig relevante Wert in der ganzen schönen Statistik, das Web die TV-Nutzung (11,4 Stunden pro Woche) überholt.

Was wir auch noch erfahren, ist, dass die digitale Jugend Entertainment- und E-Mail-Dienste (84 Prozent) schätzt, in sozialen Netzwerken kommuniziert (67 Prozent), Instant-Messaging nutzt (61 Prozent) und sich Video-Clips anschaut (52 Prozent).

Bevor Sie mir jetzt mit einer Altersgrenze kommen: auch oberhalb der 40 wird ganz selbstverständlich gesurft. Das „Pew Internet and American Life Projects“ ermittelte in einer Untersuchung, dass etwa 45 Prozent der 70- bis 75-jährigen Online sind.

Im Vordergrund soll für diese Zielgruppe vorwiegend die Suche nach bestimmten Informationen, E-Mail-Verkehr und das Einkaufen auf Online-Shopping-Portalen stehen.

So, nun aber zu den anderen Neuheiten dieser Woche.

Werbefinanzierte Light-Version von Office

Kurz vor dem Start von Windows 7 wird Microsoft auch in Sachen Office 2010 aktiv. So soll das Office-Paket erstmals auch in einer abgespeckten „Starter“-Version auf den Markt kommen – kostenlos.

Das wohl auch als Lockmittel zum Umstieg auf das „richtige“ Office 2010 gedachte Produkt bietet reduzierte Word- und Excel-Funktionen. Allerdings soll dieses Starter-Office mit Werbeeinblendungen finanziert werden – für Microsoft kein schlechter Schachzug, da dieses „Werbe-Office“ als OEM-Version mit neuen PCs vertrieben werden soll.

Mit dem Office Starter will sich Microsoft wohl gegen die steigende Zahl von kostenfrei erhältlichen Produkten wie OpenOffice oder Google Docs positionieren. Ob dieser Schuss nicht nach hinten losgeht und die Anwender durch die Werbung schlicht zu sehr genervt werden, wird sich zeigen müssen.

Mehr Apple zu Weihnachten

Von einer Wirtschaftskrise kann bei Apple keine Rede sein, wenn man der Investmentbank Caris & Company glauben will. Die Banker erwarten einen Absatzboom in der Weihnachtssaison und gehen davon aus, dass sich die Zahl der verkauften iPhones gegenüber 2008 um 94 Prozent steigern wird. Es wird damit gerechnet, dass Apple 2010 36,6 Mio. Handys absetzen wird. Langfristig gesehen soll das iPhone im Jahr 2011 die Umsätze der Mac-Rechner übertreffen.

HD-fähige Minicamcorder für kleines Geld

Die Zeiten verpixelter und verwackelter Webvideos sind passé: Bereits mit günstigen Minicamcordern kann man Filme in High Definition drehen und ohne große Umwege ins Netz stellen, schreibt das Computermagazin c’t.

Schnell soll es gehen, sofort, auf Kopfdruck. So spontan wie die Szene entsteht, soll sie in High Definition (HD) gefilmt, gespeichert und ohne große Umwege auf Videoplattformen wie Youtube, facebook oder sevenload eingestellt werden.

Dazu bieten sich handliche, taschengeldkompatible Ein-Knopf-Geräte an, mit denen man ohne langes Gefummel an Menüs und Drehrädchen sofort loslegen kann. Vier der sieben Minicamcorder in der Preisklasse bis 200 Euro, die c’t auf den Prüfstand stellte, verfügen über einen Bildstabilisator und eine HDMI-Buchse zum Anschließen eines HD-Displays. Ein ordentliches Zoom-Objektiv bekommt man hingegen erst in den höheren Preisregionen.

Am unteren Ende der Preisskala schnitt der PenCam Trio HD von Aiptek überraschend gut ab. Der Camcorder kommt mit schmaler Silhouette und schlankem Design wie ein Diktiergerät daher. Die Bedienung erfolgt über wenige, sinnvoll arrangierte Knöpfe. Die Aufnahmen machen einen brauchbaren Eindruck; allerdings ruckt es beim Zoomen im aufgezeichneten Video deutlich und das Display taugt nur zur recht ungenauen Kontrolle des Kamera-Blickwinkels.

“Die 110 Euro, die man für dieses Gerät bezahlen muss, rechtfertigen aber die gebotene technische Leistung allemal”, resümiert c’t-Redakteur Ulrich Hilgefort. “Wer vor allem Wert auf Aufzeichnungsqualität legt, für den kommt der Camcorder CG10 von Sanyo in Betracht, der mit einem 5-fach optischen Zoomobjektiv und guter Ausstattung punktete. Er ist im Internet schon ab etwa 170 Euro zu haben.”

“Vor dem Kauf eines Internet-Camcorders lohnt es sich aber nachzuschauen, ob die Digitalkamera im Wohnzimmerschrank solche Videos nicht schon in ausreichender Qualität liefert; aktuelle Modelle wie etwa die Canon Ixus 200 IS haben hier allerhand zu bieten”, rät c’t-Experte Ulrich Hilgefort.

Das kollektive Unbewusste im Internet

Mit einer neuen Online-Forschungsmethode macht das Bremer Marktforschungsunternehmen „Konkret“ auf sich aufmerksam. Mit einem speziellen Tool wollen die Marktforscher eine neue Befragungstechnik ins Internet bringen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tests werden hier bei Befragungen keine Antworten vorgegeben, aus denen dann eine passende ausgewählt werden muss. Stattdessen werden offene Fragen gestellt, die der Teilnehmer intuitiv beantworten soll. Trotz dieser Offenheit erlaubt die spezielle, mit der Methode einher gehende Interview-Prozedur den Einsatz statistischer Verfahren bei der Datenauswertung.

Bisher adaptieren Marktforschungsinstitute lediglich klassische Vorgehensweisen für die Anwendung im Internet. Einerseits werden auf quantitative und deshalb leicht für die Onlinenutzung umsetzbare Verfahren gesetzt, wie z.B. standardisierte Fragebögen. Das Problem dabei besteht allerdings darin, dass die Befragten ihre Meinung nur mittels bereits vorformulierter Antwortkategorien abgeben können.

Besonders bei tiefenpsychologischen Fragestellungen, in denen auch unterschwellige Entscheidungsgrundlagen ermittelt werden sollen, stößt diese Online-Forschung aber oft auf ihre Grenzen.

“Die Methode ermöglicht detaillierte Einblicke in Markenimages und präzise Positionierungsanalysen, die aufzeigen, wie die untersuchten Marken im Wettbewerbsumfeld dastehen”, bemerkt André Scharf, Geschäftsführer der Marktforscher.

Handysteuerung über Augen

Forscher des japanischen Mobilfunkkonzerns NTT Docomo haben Kopfhörer entwickelt, die eine Steuerung von Handys oder MP3-Player über die Augen ermöglichen. Dabei machen sich die Kopfhörer die elektrischen Ladezustände des Augapfels zunutze, die an den Rändern und in der Mitte unterschiedlich ausfallen. Bewegen sich die Augäpfel in eine bestimmte Richtung, kann der veränderte Ladezustand von Sensoren am Kopfhörer erfasst werden. Festgelegte Augenbewegungen, wie nach oben oder rechts zu schauen, können folglich bestimmten Bedienfunktionen von Handys oder anderen mobilen Geräten zugeordnet werden.

In einer Demonstration zeigte NTT Docomo, dass mit einer Augenbewegung von rechts nach links ein MP3-Player auf dem Handy eingeschaltet werden kann. Zwei kurz nacheinander folgende Augenbewegungen nach rechts führten dazu, dass der Player zum nächsten Lied weitersprang. Eine kreisende Augenbewegung im Uhrzeigersinn hebt die Lautstärke an, die Bewegung entgegen des Uhrzeigersinns sorgt für ein klangliches Abdimmen.

Docomo arbeitet eigenen Angaben zufolge bereits seit drei Jahren an der Entwicklung des Systems, bis zur Marktreife werde aber noch einige Zeit vergehen. Zum einen müssten die verwendeten Elektroden noch verfeinert werden. Gleichzeitig sollten zur Steuerung nur Augenbewegungen berücksichtigt werden, die im Alltag normalerweise nicht zur Anwendung gelangen. Ein Video, das zeigt, wie Docomos Steuerung funktioniert, findet sich auf YouTube.

Google erkennt Grippe-Trends

Vor ein paar Jahren weckte eine große Grippewelle das Interesse einiger Google-Techniker: Schlägt sich eine solche Epidemie in den Mustern der Suchmaschinenanfragen nieder? Lassen sich die Suchanfragen auf Google zur Erkennung von Grippetrends nutzen?

Im November 2008 wurde Google Grippe-Trends in den USA eingeführt und erwies sich, so Google, als leistungsstarkes Tool. Auf Grundlage aktueller Suchanfragen, die Internetnutzer beim Auftreten einer Grippeerkrankungen typischerweise in den Suchschlitz der Suchmaschine eingeben, ließ sich die aktuelle Verbreitung der Krankheit ablesen. Google Grippe-Trends soll so nahezu in Echtzeit über die Anzahl der Grippeerkrankungen eines Landes informieren.

Seit dem 8. Oktober 2009 steht Google Grippe-Trends in 20 weiteren Ländern zur Prognose und Bekämpfung von Grippewellen zur Verfügung. Auf Grundlage der Muster früherer Suchanfragen wurde in Zusammenarbeit mit dem „Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ und nationalen Gesundheitsorganisationen ein Modell geschaffen, mit dem sich die Grippeaktivität in diesen Ländern genau abbilden lässt.

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