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Digitales Kabelfernsehen lässt noch auf sich warten

Mittwoch, 06. Mai 2009

Beim Umstieg vom analogen zum digitalen TV ist keine Eile geboten. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW angesichts aggressiver Drückermethoden am Telefon und an der Haustür und hin.

Nach ihrer Beobachtung werden Kabelkunden immer wieder von Vertriebsmitarbeitern des Kabelnetzbetreibers Unitymedia mit der Drohung, die Abschaltung des analogen Programms im Kabelnetz stünde kurz bevor, zum Abschluss eines Vertrages über digitalen Kabelempfang gedrängt.

„Die digitale Technik wird zwar kommen, aber ein fester Abschalttermin für die analoge TV-Ausstrahlung im Kabel oder per Satellit steht noch nicht fest“, rät die Verbraucherzentrale dringend ab, auf ein solches Schreckensszenario hereinzufallen.

Während bereits rund zwei Drittel aller Satellitenhaushalte auf digitalen Empfang umgestiegen sind, liegt die Digitalisierungsquote bei der Kabelnutzung in Nordrhein-Westfalen noch unter 30 Prozent. Dies ist für den Kabelnetzbetreiber Unitymedia ausreichender Ansporn, den 3,4 Millionen Kabelkunden von rund 4,6 Millionen den Abschluss eines Vertrages über digitalen Empfang schmackhaft zu machen.

Hierbei sei aber nicht jedes Verkaufsargument erlaubt, so die Verbraucherzentrale NRW:

„Die Digital-Technik ist zwar mit einer besseren Bild- und Tonqualität, einer größerer Programmvielfalt und einer Vielzahl programmbegleitender Informationen zweifellos die Technik der Zukunft. Doch optimale Umsetzung und Nutzung lassen derzeit noch auf sich warten.“

Digitaler Empfang sei zudem teilweise teurer als die Analog-Technik. Denn anders als etwa beim Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg bietet Unitymedia die empfangbaren privaten werbefinanzierten Programme nur verschlüsselt an! Um digital überhaupt auf Sendung zu gehen, müssen die analogen TV-Geräte in Nordrhein-Westfalen um einen Digitalempfänger und eine spezielle Smartcard zur Programmentschlüsselung ergänzt werden. Für Zweit- und Drittfernsehern fallen hierbei zusätzliche Kosten für den Digitalempfänger und Smartcards an. Zusätzlicher Ärger wartet auf Besitzer eines High-Tech-Fernsehers, der mit integrierter Empfangstechnik und einem Entschlüsselungssystem ausgestattet ist: Diese vorsorglichen Kunden werden von Unitymedia mit einer monatlichen Strafgebühr von fünf Euro zur Kasse gebeten, wenn sie ihren eigenen All-Inclusive- Apparat benutzen.

Weitere Informationen zum Umstieg von Kabel- auf digitalem TV-Empfang oder auch Rat und Hilfe bei Vertragsproblemen gibt’s in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW. Neben dem schriftlichen „Medienkompass“, der für 3,50 Euro eine umfassende Übersicht über die neuen Techniken der digitalen Medienwelt bietet, ist in den Verbraucherzentralen vor Ort auch die kostenlose Kurzinformation „Kabel-Fernsehen: Analog bleiben oder auf digital umsteigen?“ erhältlich.

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