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Artikel mit ‘Journalismus’ getagged

ROG-Meldung: Mehr Schutz für Journalistinnen und Bloggerinnen

Freitag, 06. März 2009

Reporter ohne Grenzen

Reporter ohne Grenzen

Zum Internationalen Frauentag am 8. März würdigt Reporter ohne Grenzen (ROG) den großen Mut vieler Journalistinnen und Internetdissidentinnen: Viele von ihnen riskieren ihr Leben oder setzen sich Repressionen aus, um unabhängig zu berichten. ROG fordert einen besseren Schutz dieser Frauen.

“In vielen Ländern setzen Journalistinnen immer noch ihr Leben aufs Spiel, wenn sie investigativ recherchieren, Kritik an Behörden, Beamten und Politikern üben oder über Tabuthemen wie die Stellung der Frau im Islam berichten. Oft besteht für diese Frauen kein ausreichender Schutz durch Behörden und Polizei - selbst wenn sie, wie beispielsweise die pakistanische Journalistin Meera Jamal, mehrere Todesdrohungen erhalten haben”, sagt Elke Schäfter, ROG-Geschäftsführerin. Jamal entschied sich zur Flucht und fand Schutz in Deutschland. Auch die inguschetische Journalistin Rosa Malsagowa konnte sich im vergangenen Jahr nach Drohungen aus der russischen Kaukasusrepublik ins Ausland retten. Malsagowa war Chefredakteurin der Internetseite “ingushetia.ru” des ermordeten Oppositionspolitikers Magomad Jewlojew.

Für andere Frauen gibt es keine Zufluchtsmöglichkeiten: Einige von ihnen geben letztendlich ihren Beruf auf oder versuchen über Selbstzensur, Drohungen zu entgehen. Ein Beispiel ist Afghanistan: Gerade in der westlichen Provinz Herat gab es im vergangenen Jahr vermehrt Angriffe gegen TV-Journalistinnen, um sie so zu zwingen, ihre Arbeit niederzulegen. Oft stecken die Taliban hinter den Drohungen, aber auch Warlords und lokale Politiker schüren ein frauenfeindliches Klima. Vielerorts führen die Behörden nach den Angriffen keine ausreichenden Ermittlungen durch und die Täter entkommen straffrei: Russland, Nepal und Mexiko sind nur einige Länder, in denen ein Klima der Straflosigkeit herrscht.

In Pakistan etwa, wo Frauen in den Medien ohnehin stark unterrepräsentiert sind, hüten sich viele Journalistinnen, Fragen zur Stellung der Frau aufzugreifen. Zu groß ist die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung und vor Übergriffen durch religiöse Fundamentalisten. “Nur wenige Frauen schreiben über Frauenrechte und noch weniger wagen, sich zur Unterdrückung der Frauen im Namen des Islams zu äußern. Die meisten bevorzugen, gesellschaftliche Stereotypen aufrechtzuerhalten, um dem Druck durch Familie und Gesellschaft zu entgehen”, sagt die Journalistin Meera Jamal.

In einer Reihe von Staaten werden Journalistinnen und Bloggerinnen schikaniert, gedemütigt und bedroht, weil sie gegen frauenfeindliche Praktiken und Gesetze protestieren oder einfach nur über Alltagsprobleme von Frauen schreiben. Auf perfide Weise erlebte das vor kurzem die sierra-leonische Journalistin Manja Balama-Samba: Im vergangenen Monat wurde sie von Sympathisanten einer Pro-Beschneidungsgruppe bedroht und gedemütigt, weil sie sich öffentlich gegen weibliche Genitalverstümmelung ausgesprochen hatte.

Im Iran müssen Cyberfeministinnen Gängelungen und Repression durch die Behörden aushalten: Regelmäßig werden Bloggerinnen festgenommen – mehrmals traf es die Internetdissidentin Shahnaz Gholami. Gholami gehört zu der Gruppe von iranischen Journalistinnen, die im Jahr 2005 eine Petition zur Abschaffung frauenfeindlicher Gesetze gestartet hat. Die Kampagne ist mittlerweile zu einer Massenbewegung geworden, die vor kurzem mit dem renommierten “Prix Simone de Beauvoir pour la liberté des femmes 2009″ ausgezeichnet wurde. Aus bisher ungeklärten Gründen wurde im Iran darüber hinaus vor kurzem die US-amerikanische-iranische Journalistin Roxana Saberi festgenommen.

Auch in Simbabwe müssen Journalistinnen in diesen Tagen viel Mut beweisen, wenn sie kritisch berichten möchten: Das hat zuletzt die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Jestina Mukoko erfahren: Wegen eines angeblichen terroristischen Komplotts gegen Präsident Robert Mugabe wurde sie im Dezember 2008 festgenommen. Nach Isolationshaft und Folter folgte vor wenigen Tagen ihre Freilassung.

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ROG-Meldung: Frankreich: Durchsuchung einer Fernsehproduktionsfirma

Donnerstag, 05. März 2009
Reporter ohne Grenzen

Reporter ohne Grenzen

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die Durchsuchung der Büros der Produktionsgesellschaft “Tac Presse” am 2. März in dem Pariser Vorort Boulogne-Billancourt.

Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit der Ausstrahlung eines von “Tac Presse” produzierten Dokumentarfilms in der Sendung “Special Investigation” im Programm des Fernsehsenders “Canal+” am 30. Januar. In dem Film über die karibische Insel und das französische Überseegebiet Martinique machte eine der interviewten Personen, Alain Huyghues-Despointes, rassistische Äußerungen. Die Staatsanwaltschaft von Martinique nahm am 9. Februar Ermittlungen gegen Huyghues-Despointes auf wegen Verdachts auf “stillschweigende Duldung eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit und Anstachelung zum rassistischen Hass”.

Fünf Polizeibeamte, ein Richter und ein Gerichtsbeamter führten als Teil ihrer Ermittlungen die Durchsuchung von “Tac Presse” am 2. März durch.

“Journalisten werden in Frankreich ein weiteres Mal wie Hilfskräfte der Polizei behandelt”, kritisiert ROG. “Es ist schockierend, dass die
französischen Behörden offenbar denken, es sei normal, ein Medienunternehmen zu durchsuchen.”
Bereits die Festname des ehemaligen Herausgebers der
Zeitung ‚Libération’, Vittorio de Filippis, im vergangenen November habe erhebliche öffentliche Empörung und Kritik verursacht. “Der erneute Vorfall
zeigt, dass ein Gesetz zum Quellenschutz in Frankreich dringend notwendig ist”
, so ROG.

Weitere Informationen hierzu lesen Sie hier (in englischer Sprache):
http://www.rsf.org/article.php3?id_article=30471

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ROG-Meldung: Philippinen: Radiojournalist erschossen

Dienstag, 24. Februar 2009

Reporter ohne Grenzen

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt den Mord an dem philippinischen Radiojournalisten Ernesto Rollin gestern in Ozamiz City in der Provinz Misamis Occidental auf der südlichen Insel Mindanao. Zwei unbekannte Männer auf einem Motorrad erschossen den Moderator des Lokalsenders “DxSY-AM” morgens auf dessen Weg zur Arbeit.

Die Täter kannten offensichtlich Rollins Gewohnheit, sein Auto an der Tankstelle in der Nähe der Stadt Oroquieta zu parken und dann den Bus zu nehmen. Die Männer erschossen den Journalisten aus nächster Nähe an der Tankstelle. Die Schützen trugen Mützen und Skimasken. Bevor die Täter flüchteten, vergewisserten sie sich, dass Rollin tot war.

“Wir verurteilen den Mord an Ernesto Rollin scharf. Er ist ein weiteres Opfer der Kultur von Gewalt und Straflosigkeit, die seit langem die philippinischen Medien bedroht”, sagt ROG. “Das Motiv für den Mord ist noch nicht geklärt, aber die Ausführung des Mordes weist darauf hin, dass Rollins Feinde Auftragsmörder angeheuert haben”, so ROG.

Nach Angaben seiner Kollegen galt Rollin als ausgesprochen kritischer Journalist. Seine Kommentare zur Hauptsendezeit im Nachrichtenprogramm von ”DxSY-AM” haben ihn in der Provinz bekannt gemacht. Zu seinen letzten Themen gehörte eine umstrittene Verordnung über die Arbeit im Gesundheitswesen und der offenbare Missbrauch von Dienstwagen durch Beamte in der Provinz Misamis Occidental.

Rollin ist bereits der dritte Hörfunkjournalist, der seit November 2008 in dem südostasiatischen Land getötet wurde. Im vergangenen Jahr starben insgesamt sechs Journalisten auf den Philippinen. Es ist damit das drittgefährlichste Land für Journalisten: Die organisierte Kriminalität sowie politische Gewalt sind vor allem für die Morde verantwortlich. Die Opfer haben häufig über Korruption, Rechtsmissbrauch oder andere Missstände berichtet. Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit 2008 steht das südostasiatische Land auf Platz 139 von 173 Ländern. Seit der Rückkehr des Landes zu einem demokratischen System im Jahr 1986 wurden 99 Journalisten getötet.

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ROG-Meldung: Pakistan: Reporter ermordet, Anschlag auf Presseclub, weitere Journalisten

Donnerstag, 19. Februar 2009

Reporter ohne GrenzenReporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt den Mord an dem pakistanischen Journalisten Musa Khankhel gestern im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans. Der Korrespondent des Senders “Geo News” und der Zeitung “The News” wurde enthauptet. Wenige Stunden zuvor hatte der 28-jährige Journalist über die Folgen der Einführung der islamischen Scharia-Gesetzgebung im Swat-Tal berichtet.

Vertreter der lokalen Regierung haben mit Maulana Sufi Mohammad, dem geistigen Führer der Scharia-Bewegung “Tehrik-i-Nifaz-e-Shariat-e-Mohammadi” (TNSM), eine Vereinbarung zur Einführung der Scharia geschlossen. Anschließend haben Anhänger von Sufi Mohammad in Matta einen ”Friedensmarsch” veranstaltet. Bei dieser Versammlung ist Musa Khankel entführt worden, wie einer seiner Kollegen berichtet. Khankels Körper ist in der Nähe von Matta gefunden worden. Bisher hat sich noch niemand zu dem Mord bekannt.

“Wir erklären unsere Solidarität mit den Journalisten in den Stammesgebieten, die ein weiteres Mal Opfer von Angriffen und Drohungen extrem gewalttätiger Gruppen geworden sind, erklärt ROG. “Journalisten in diesen Kriegszonen brauchen die Hilfe der Behörden und der internationalen Gemeinschaft. Sonst werden diese Regionen an der Grenze zu Afghanistan zu ‚schwarzen Löchern’ der Berichterstattung”, warnt ROG. Die Journalistenvereinigung “Pakistan Federal Union of Journalists” (PFUJ) hat für den 19. Februar einen Protesttag angekündigt.

Gestern ist auch auf den Presseclub von Wana, Hauptstadt des Stammesgebietes Süd-Waziristan in dem Verwaltungsgebiet Belutschistan, ein Anschlag verübt worden. Zehn Tage zuvor, am 8. Februar, wurde zudem ein Fernsehreporter in der Stadt Mingora im Swat-Tal für einige Stunden entführt. Ein weiterer Journalist in der Orakzai-Stammesregion im Verwaltungsgebiet Belutschistan erhielt Morddrohungen.

Etwa zehn unbekannte und bewaffnete Männer haben in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar mehrere, um das Gebäude des Presseclubs platzierte, Sprengsätze gezündet. Das zweistöckige Gebäude wurde bei der Explosion total zerstört.

Der Präsident des Presseclubs erklärte in einem Interview mit ROG: “Das war ein Angriff auf die Pressefreiheit. Aber das wird die Journalisten in den Stammesgebieten nicht davon abhalten, weiterhin die Menschen zu informieren.”

Der Präsident der Journalistenvereinigung “Tribal Union of Journalists” (TUJ), Sher Khan, hat die Festnahme der Attentäter sowie einen besseren Schutz der anderen Presseclubs in den Stammeszonen gefordert. Nach Informationen von ROG besetzt die Armee einige Presseclubs in Städten, von wo aus sie Militäroperationen gegen die Taliban führt.

Seit 2005 ist die Mehrheit der Medienmitarbeiter/innen aus Wana geflohen. In jenem Jahr wurden zwei Journalisten aus einem Hinterhalt heraus ermordet.

Noorul Hasan, Mitarbeiter des Fernsehsenders “Royal TV” in Peschawar, wurde am Abend des 8. Februar in Mingora von maskierten Männern gekidnappt. Am nächsten Tag wurde er in Islamabad wieder frei gelassen. Die Entführer hätten ihm Fragen zu seinem Interview mit dem Sprecher der Taliban im Swat-Tal, Muslim Khan, gestellt, berichtete Hasan seinen Kollegen. Man habe ihn gefragt, wo er das Interview durchgeführt habe und warum er solche Personen interviewe.

Eine Reihe Journalisten aus Mingora haben sich derweil darüber beschwert, überhaupt keinen Schutz durch die Behörden zu erhalten.

Schließlich erhielt Ashfaq Bangash, ein Journalist des paschtunischen Senders “Khyber News” mit Sitz in der Region von Orakzai, mehrere Morddrohungen. Bangash ist der Cousin des am 24. Januar 2009 ermordeten
Journalisten Aamir Wakil. “Beim letzten Anruf wurde mir angekündigt, dass meine Stunde geschlagen habe”, berichtet Bangash. Er solle seinen Beruf wechseln und sich einen Bart wachsen lassen, drohte man ihm am Telefon. “Was mir passiert, ist die Fortsetzung der Drohungen gegen meine Familie - denn wir sind Journalisten. Ich verlange von der Regierung, meine Familie zu schützen”, erklärt Bangash.

Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit steht Pakistan auf Platz 152 von insgesamt 173 Staaten. “Seit Beginn dieses Jahres sind drei Journalisten getötet worden, im vergangenen Jahr sieben - damit ist Pakistan nach dem Irak weltweit das zweitgefährlichste Land für Medienmitarbeiter/innen”, so ROG.

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ROG-Meldung: Prozess im Mordfall Anna Politkowskaja: Angeklagte freigesprochen

Donnerstag, 19. Februar 2009

Reporter ohne GrenzenNach dem heutigen Freispruch von drei Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die russischen Behörden auf, die Ermittlungen fortzusetzen und den Mord lückenlos aufzuklären.

Die Geschworenen des Moskauer Militärgerichtes erklärten die Brüder Dschabrail und Ibrahim Machmudow sowie den früheren Polizeibeamten Sergej Chadschikurbanow für nicht schuldig.

“Das Urteil folgt nach unvollständigen Ermittlungen, die voreilig in einen Gerichtsprozess mündeten”, erklärte Reporter ohne Grenzen (ROG). “Zudem war das Verfahren von Unregelmäßigkeiten, Ungereimtheiten und einem Mangel an Transparenz geprägt. Die Öffentlichkeit wurde wiederholt von den Verhandlungen ausgeschlossen. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Solange die Geldgeber der Tat nicht identifiziert sind und der Todesschütze noch auf freiem Fuß ist, ist es unmöglich, die Auftraggeber zu fassen und ihre Motive zu erkennen”, so ROG.

Im Falle eines Schuldspruchs hätten die Angeklagten zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt werden können. Die Staatanwaltschaft hat derweil angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Die Angehörigen von Anna Politkowskaja und deren Anwältin Karina Moskalenko forderten weiterführende Ermittlungen. “Das Hauptziel, die Verteidigung der Rechte und Interessen der Opfer, konnte nicht erreicht werden”, erklärte Moskalenko.

Der Tod der ehemaligen Mitarbeiterin der russischen Zeitung “Nowaja Gaseta” ist nach Ansicht von ROG symbolisch für die schwierige und gefährliche Situation von investigativ recherchierenden Journalisten sowie Menschenrechtsaktivisten in Russland. “Wir fordern die russischen Behörden auf, gegen das Klima der Straflosigkeit mit wirksamen Ermittlungsmaßnahmen und effizienten juristischen Verfahren vorzugehen”, appelliert ROG.

Russland steht auf der aktuellen ROG-Rangliste zur Lage der Pressefreiheit auf Platz 141 von insgesamt 173 Staaten. Seit März 2000 sind 23 Journalistinnen und Journalisten ermordet worden.

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Das selbstreferentielle Internet

Donnerstag, 12. Februar 2009

Immer wieder einmal gibt es Vermutungen darüber, wie leicht es ist, frei erfundenen Behauptungen im Internet in Windeseile in Fakten zu verwandeln. Ganz selten hat man aber die Möglichkeit, die „Geburt“ einer solchen falschen Tatsache miterleben und nachvollziehen zu können.

Auf Bildblog gab es aktuell nun ein Lehrstück darüber zu lesen, wie leicht sich Erfindungen zu sich in den Medien verselbstständigenden Fakten machen lassen: Ein wohl aus gutem Grund ungenannt bleibender Autor beschreibt dabei, wie er dem aktuell in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückten Freiherr von Guttenberg den Vornamen Wilhelm verpasst hat, indem er diesen Namen in dessen Wikipedia-Biographie eingefügt hat.

Den Verfasser reizte es am letzten Sonntag, die vielen Vornamen des Ministers aufgelistet zu sehen und er leistete sich den mehr oder minder originellen Scherz, dieser Namensliste, die im übrigen leicht über entsprechende Adelskalender (Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 110, Freiherrliche Häuser XIX) nachprüfbar ist, den „Wilhelm“ hinzuzufügen.

Interessanterweise hat niemand den getürkten Wilhelm bemerkt – es wurde sogar fleißig abgeschrieben und schon tauche „Willi Guttenberg“ in nahezu allen Medien auf. Nicht nur Bild fragte sich, ob man sich diese Namen merken müsse, auch Handelsblatt.com, heute.de und rp-online verkündeten schon am Montag nach der Änderung den „Wilhelm“.

Der zusätzliche Name erhielt eine ungeheure Eigendynamik. So zitiert der Verfasser Spiegel Online, wo die Geschichte sogar noch weiter getrieben wurde: “Eine beliebte Journalistenfrage an ihn ist jene nach seinem kompletten Namen. Ob er den bitte einmal aufsagen möge. Manchmal macht er das dann auch. Und los geht’s: ‘Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg.’ Er sei aber so erzogen worden, dass nicht der Name, sondern die Leistung zähle, fügt er dann regelmäßig an.”

Auch aus der Wikipedia ließ sich der Name nicht so ohne weiteres entfernen – obwohl einige Leser Zweifel anmeldeten. Nach einem Löschversuch wurde er flugs wieder eingefügt – schließlich war er ja über den Spiegel nachweisbar.

So schaffte es unser „Willi“ in eine ganze Reihe von Medien, unter anderem, so wird berichtet, ins “RTL-Nachtjournal”, in die “taz”, die “Rheinische Post” und die “Süddeutsche Zeitung” und auf die “Bild”-Titelseite.

Das ungeprüfte Anschreiben hat zu einem, in diesem Falle eher harmlosen, in seiner Konsequenz aber haarsträubenden Effekt geführt. Man stelle sich vor, es hätte sich statt der simplen Namensergänzung um eine politische oder historische Tatsache gehandelt …

 Ein aktuelles Update über die Reaktion der auf diese Täuschung hereingefallenenMedien finden Sie unter http://www.bildblog.de/5731/wilhelm-ii/.

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Innovation der CeBIT 2009

Montag, 02. Februar 2009

 

Quelle: obs/Preview Event & Communication

Quelle: obs/Preview Event & Communication

Journalisten unterschiedlichster Medien aus dem In- und Ausland, die sich auf der “CeBIT-PreView” vorab in München und Hamburg über die CeBIT-Neuheiten der wichtigsten Aussteller informierten, vergaben den PreView-Award zum Abschluss eines Presse-Events vor der CeBIT (3. - 8.3.).

Der Medienpreis für die “Innovation der CeBIT 2009″ ging an Navteq Services (Platz 3) für TCMpro Floating Phone Data. Das neue Werkzeug soll Staus aufgrund von Bewegungsprofilen eingeschalteter Handys der Autofahrer erkennen, bevor der Verkehrsinfarkt eintritt. Auf Platz 2 wählten die Journalisten den neuen „Eee PC T 91“ von Asus. Das Netbook verfügt über einen drehbaren 9-Zoll-Monitor, der auf Berührung reagiert. Das T91 bringt nur 990 Gramm auf die Waage und ist nur etwa einen Zoll (2,54 cm) dünn.

Auch Platz 1 ging an den Hersteller aus Taiwan für das „Eee Keyboard“. Dabei ist in eine Computer-Tastatur ein kompletter PC und ein berührungsempfindliches 5-Zoll-Display eingebaut. Das Eee-Keyboard soll so ein Höchstmaß an Flexibilität bieten.

Der Innovation-Award wird von den Journalisten auf der “CeBIT-PreView” für richtungsweisende Technologien vergeben, die den ITK-Markt nachhaltig beeinflussen werden und für Geräte und Produkte, die von Verbrauchern stark nachgefragt sein werden und besondere Nutzwertigkeit und Komfort bieten.

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Der Bedarf scheint da zu sein …

Mittwoch, 14. Januar 2009

 

The Local

The Local

Braucht man englischsprachige Nachrichten? Und dann auch noch aus Deutschland? Während die erste Frage vermutlich selbst vom schlimmsten Anglophoben noch mit Ja beantwortet wird, lässt die zweite Frage doch zunächst stutzen. Doch der Bedarf scheint da zu sein, wie das Beispiel von „The Local – Germany’s News in English“ beweist. Das in Berlin ansässige Online-Magazin konnte für den Dezember 2008 mit über 1,5 Millionen Page Impressions und einer wachsenden Nutzerzahl Rekordzugriffszahlen vermelden.

 

“Besonders wegen der aktuellen weltweiten Finanzkrise und den unsicheren wirtschaftlichen Ausblicken suchen die Menschen nach verlässlichen Informationen speziell auch aus Deutschland, Europas bedeutendste Ökonomie. The Local hat sich gerade in den letzten Monaten nachdrücklich als eben solche Nachrichtenquelle profilieren können. Wir liefern schnelle, handfeste und vor allem fundierte Analysen,” erklärt Marc Young, Chefredakteur von The Local in Berlin.

Durch Kooperationen mit Institutionen aus Medien, Wirtschaft und Kultur unterstreicht The Local seinen Platz in der deutschen Medienlandschaft. Seit dem 3. Quartal 2008 beliefert The Local unter anderem auch das Goethe Institut weltweit mit nationalen englischsprachigen Nachrichten aus Deutschland und leistet damit seinen Beitrag zur grenzüberschreitenden Verständigung.

Gegründet wurde The Local als Ableger der schwedischen The Local Europe AB im März 2008 und produziert seitdem an 365 Tagen im Jahr Nachrichten und Features. 

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ROG-Bilanz 2008: Die Repression im Internet nimmt zu

Donnerstag, 01. Januar 2009

Mindestens 60 Journalisten und ein Medienassistent sind im Jahr 2008 während oder wegen ihrer Arbeit getötet worden. Dies ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Jahresbilanz 2008 von Reporter ohne Grenzen (ROG). 673 Journalisten wurden im Laufe des Jahres festgenommen, 929 erlitten Gewalt oder wurden bedroht und 29 wurden entführt.

Der Irak bleibt mit 15 getöteten Journalisten, das sechste Jahr in Folge, das unsicherste Land für Medienmitarbeiter.

Das zweitgefährlichste Land für Journalisten ist Pakistan mit sieben Todesfällen: Eine der Ursachen sind die Kämpfe zwischen militanten Islamisten und den pakistanischen Sicherheitskräften in den so genannten Stammesgebieten.

Das drittgefährlichste Land für Journalisten sind die Philippinen, wo vor allem politische und kriminelle Gewalt für die 6 Todesopfer verantwortlich ist.

In Afrika ist die Todesrate unter den Journalisten zwar gesunken - von zwölf im Jahr 2007 auf drei in diesem Jahr. Doch der Grund für diese Entwicklung liegt nicht im besseren Schutz von Journalisten. Vielmehr verschwinden Nachrichtenmedien in Kriegszonen wie Somalia zunehmend - im vergangenen Jahr war das ostafrikanische Land das noch weltweit Zweitgefährlichste für Journalisten. Zudem geben viele Journalisten ihren Beruf auf oder flüchten ins Exil.

Die größten Gefängnisse für Journalisten sind auch in diesem Jahr wieder China (30) und Kuba (23).

Mindestens 29 Journalisten sind 2008 aus politischen oder kriminellen Gründen entführt worden. In Afghanistan wurden sieben Journalisten und Medienassistenten gekidnappt, in Somalia und Mexiko jeweils fünf und im Irak vier.

Im Jahr 2008 gab es weniger Todesfälle oder Verhaftungen unter Journalisten, die für traditionelle Medien arbeiten. Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass sich die Lage der Pressefreiheit verbessert hätte. Mit der wachsenden Bedeutung von Onlinemedien und Blogs konzentrieren viele Regierungen ihre repressiven Maßnahmen stärker auf das Internet.

So wurde Anfang 2008 in China erstmals ein Mann getötet, der sich als “Bürgerjournalist” im Internet engagierte: Kommunale Polizeibeamte erschlugen den chinesischen Unternehmer Wei Wenhua, als er am 7. Januar einen Zusammenstoß mit Demonstranten filmte.

Weltweit sind 59 Blogger hinter Gittern, Fälle von Online-Zensur wurden in 37 Ländern dokumentiert: Allen voran Syrien mit 162 zensierten Webseiten, China mit 93 Seiten sowie der Iran mit 38 Seiten.

Reporter ohne Grenzen (ROG) dokumentiert in der Bilanz ausschließlich Fälle, die eindeutig oder mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Berufsausübung in Verbindung stehen. Fälle, deren Zusammenhang noch nicht geklärt ist oder die anderen Umständen wie etwa Krankheit oder einem Autounfall geschuldet waren, sind nicht in der Statistik aufgeführt.

Die vollständige Jahresbilanz finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de.

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Paralleles Arbeiten für Print, Web und mobile Anwendungen

Freitag, 19. Dezember 2008

Die nachfolgende Meldung fand ich doch recht interessant, zumal sich die spannenden Punkte so nett in Nebensätzen bzw. am Ende der Meldung verstecken. Ein Punkt wie der, dass das das Beherrschen des “journalistischen Handwerks” als weniger bedeutend gesehen wird, ist im Zeitalter der allerorten aufpoppenden Leservoyeure schon mal eine mehr als spannende Innensicht der Branche.

Fast schon ein Allgemeinplatz ist demgegenüber die Feststellung, die Qualität der klassischen Medien habe sich verschlechtert - allerdings nicht nur diese. Sowohl die etablierten und weniger etablierten Printmedien leiden an einem fast phobisch anmutenden Verhältnis zu Sprache und inhaltlicher Durchdringung, als auch die Online-Medien, die hier einen nicht minder desaströsen Eindruck hinterlassen. Die Anschlussfrage, woher diese Mängel denn stammen, wurde leider nicht gestellt. Man hätte vielleicht etwas über schlechte bis nicht vorhandene Ausbildung und das gefährliche Dreigestirn Unkenntnis, Bequemlichkeit und Zeitdruck erfahren. 

Die “Abkehr vom Qualitätsjournalismus” geht dabei Hand in Hand mit einer riesigen Menge von PR-Material, das aber in vielen Fällen mit grottenschlecht noch beschönigend umschrieben würde. Das wiederum ist auch kein Wunder, denn wer einmal gesehen hat, wie es in vielen Agenturen zugeht, weiß, dass man von Praktikanten, Volontären und einigen zu schnell beförderten Beratern nicht mehr erwarten kann. Wer unter hohem Druck in kurzer Zeit Ergebnisse produzieren muss, ohne dass er über das entsprechende Rüstzeug verfügt, kann nur noch Geschwafel abliefern - und ich rede hier weiß Gott nicht von irgendeiner Lieschen-Müller-Agentur.

Aber zurück zur Innensicht der schreibenden Zunft. Hier offenbarten sich nämlich auch langfristige Probleme, etwa dann, wenn in vielen Medien keine interne Blattkritik zur Qualitätsverbesserung stattfindet. Wenn dazu noch Gespräche mit Experten an die letzten Stelle in der Recherche-Hitliste treten, wird die Sache doch etwas befremdlich. 

So, genug der Vorrede, hier die Meldung:

Journalisten sind der Meinung, dass das parallele Arbeiten für verschiedene Medienbereiche in Zukunft die wichtigste Fähigkeit für ihren Beruf ist. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Medien-Trendmonitors der dpa-Tochter news aktuell in Zusammenarbeit mit Faktenkontor. Insgesamt haben über 2.100 Journalisten an der Online-Umfrage teilgenommen.

Print, Web und mobile Anwendungen - die Mehrheit der befragten Redakteure (59 Prozent) geht davon aus, dass die Fähigkeit, für mehrere Bereiche gleichzeitig zu arbeiten, in Zukunft große Bedeutung haben wird. Auf Rang zwei folgt die Kommunikation mit den Rezipienten - also den Lesern, Hörern und Zuschauern. Rund jeder Dritte (37 Prozent) erachtet dies als relevant für die zukünftige Arbeit. Dass ein Journalist schnell arbeiten muss, finden gut 36 Prozent der Befragten in diesem Kontext wichtig. Faktoren wie “technisches Verständnis”, “Aufgeschlossenheit gegenüber Innovationen” oder das Beherrschen “journalistischen Handwerks” werden von den Redakteuren als weniger bedeutend für die Zukunft angesehen.

Mehr als die Hälfte der befragten Journalisten ist der Ansicht, dass sich die Qualität der klassischen Medien in den letzten Jahren verschlechtert hat. Diese Meinung vertreten vor allem Redakteure, die mehr als 20 Jahre Berufserfahrung haben. Dass das Niveau der Berichterstattung traditioneller Medien in den letzten Jahren sich nicht geändert hat, glaubt gut jeder vierte Befragte. Dagegen haben fast 15 Prozent der Journalisten eine qualitative Verbesserung von   Print, TV und Radio festgestellt. Gleichzeitig finden die meisten Befragten (49 Prozent), dass der Journalismus in klassischen Medien derzeit hochwertiger ist als im Online-Bereich.

Über zwei Drittel (69 Prozent) der Journalisten geben an, dass die Menge an Material und Informationen, auf die sie zugreifen können, in den letzten fünf Jahren merklich bis extrem gestiegen ist. Die meisten Redakteure (65 Prozent) nehmen den dadurch erzeugten Mehraufwand im Kauf, um die Informationen zu sichten, aber 42 Prozent behaupten, dass sie vieles davon ungelesen entsorgen. Lediglich fünf Prozent der Journalisten geben an, dass die Anzahl der Presseinformationen, die sie erhalten, etwa gleich geblieben ist.

Weitere Ergebnisse des Medien-Trendmonitores:

  • Für rund 43 Prozent der Redakteure ist die Abkehr vom Qualitätsjournalismus die größte Herausforderung. Gleichzeitig sieht jeder Fünfte in der Etablierung profitabler Erlösmodelle im Internet eine besondere Anforderung für seinen Berufsstand.
  • Gut jeder zweite Redakteur gibt an, von einem Unternehmenssprecher oder PR-Berater schon mal belogen worden zu sein. Mit steigender Berufserfahrung bestätigt sich diese Tendenz.
  • Suchmaschinen sind die wichtigsten Quellen bei der Recherche von Journalisten (93 Prozent der Befragten). Printmedien (90 Prozent) und Pressemitteilungen (79 Prozent) folgen an zweiter und dritter Stelle. Erst danach werden “Interviews mit externen Experten” oder “Datenbanken/Bibliotheken/Archive” genannt.
  • Das Gegenlesen von Beiträgen wird von einer großen Mehrheit der Redaktionen (über 80 Prozent) als Maßnahme zur Qualitätssicherung angesehen. Nur etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten hält Konferenzen zur internen Blattkritik ab, um den qualitativen Anspruch des Mediums sicherzustellen.

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