« zurück zur Startseite

Artikel mit ‘Integration’ getagged

Was surfst du?

Donnerstag, 09. April 2009

Die deutsche Gesellschaft erlebt derzeit einen tiefgreifenden demographischen, ethnischen und kulturellen Wandel. Migration und kulturelle Vielfalt prägen immer stärker unseren Alltag. Integration ist zu einer der größten Herausforderungen von Politik und Gesellschaft geworden.

15,3 Millionen Menschen bzw. 19 Prozent der 2006 in Deutschland lebenden Bevölkerung haben eine Migrationsbiographie. Die Tendenz ist steigend: Bei Kindern unter fünf Jahren hat bundesweit bereits jedes dritte einen Migrationshintergrund, d. h. mindestens ein Elternteil hat eine ausländische Staatsangehörigkeit oder ist eingebürgert worden. In deutschen Großstädten wie Berlin oder Köln stammt heute fast jedes zweite Kind im Vorschulalter aus Einwandererfamilien.

Den Medien kommt dabei eine verantwortungsvolle Aufgabe zu, denn sie bilden die Einwanderungsgesellschaft nicht nur ab – sie gestalten sie auch. Medien prägen unser Bild von den aktuellen Entwicklungen und können einen bedeutenden Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leisten.

Über die Wechselwirkung von Medien und Integration ist viel diskutiert worden. Die meisten Studien in Medienfragen sind aufgrund der rasanten Mobilität und Technologie inzwischen nur noch aus historischer Sicht interessant. Neuste Studien belegen: die meisten Zugewanderten nutzen deutschsprachige Medienangebote.

Um das Mediennutzungsverhalten von Migrantinnen und Migranten besser zu verstehen, führten ARD und ZDF 2007 gemeinsam eine bundesweite Repräsentativbefragung durch (Migranten und Medien 2007 – Ergebnisse einer repräsentativen Studie der ARD/ZDF-Medienkommission). Ziel war es, die Bedeutung deutscher und ausländischer Medien im Medienbudget der wichtigsten Migrantengruppen sowie die Erwartungshaltung an die einzelnen Medien zu untersuchen.

Die ARD/ZDF-Medienstudie von 2007 zeigt, dass Menschen mit Einwanderungsbiographie von deutschen Medien insgesamt gut erreicht werden. Es gibt keine Hinweise auf eine ausgeprägte mediale Parallelgesellschaft. Migrantinnen und Migranten nutzen vor dem Hintergrund ihrer Migrationsbiographie auch heimatsprachige Medien, die eine Brücke zum Herkunftsland und zur Herkunftskultur darstellen. Fernsehen und Internet werden von ihnen in ähnlichem Umfang wie von Deutschen genutzt.

Gerade das Internet bietet ganz neue Möglichkeiten, hier gezielt Inhalte anzubieten und den Dialog der Kulturen zu fördern. Im Internet gibt es bereits einige interessante Angebote, die leider häufig nicht so sehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt sind. Bei Civis habe ich diese ganz interessante Übersicht gefunden:

DEUTSCHE WELLE

Multilingualer Zugang mit Themen aus Deutschland und Europa mit viel Service und moderner Technik. DW-WORLD.DE ist eine multimediale Website mit Angeboten in 30 Sprachen - von Amharisch über Kisuaheli bis Urdu. Schwerpunktsprachen sind Deutsch und Englisch, Arabisch, Brasilianisch, Chinesisch, Russisch und Spanisch. Seit April 2007 auch in Farsi für iranische Interessenten.

QANTARA

Interkultureller Austausch – diesem Ziel dient ein Portal, an dem die Deutsche Welle beteiligt ist. Qantara.de entsteht im Auftrag des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland und soll den Dialog zwischen Deutschland und der islamischen Welt fördern. Die journalistischen Beiträge und Service-Elemente auf Arabisch, Türkisch, Englisch und Deutsch sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen spiegeln.

ISLAMISCHES WORT

Als erster öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland hat der SWR 2007 ein „Islamisches Wort“ eingerichtet. Mit einem zunächst im Internet regelmäßig ausgestrahlten, deutschsprachigen islamischen Wort will man Muslimen die Möglichkeit geben, authentisch über ihren Glauben zu berichten. Die Entscheidung hat zu einer breiten Diskussion in der Öffentlichkeit geführt.

WDR-PORTALE Religion und Integration

Im Religionsportal des WDR Weltreligionen – Glauben heute sind Internet-Berichte, Audios, Videos und Multimedia-Specials zu den Themen Glaube und Religion gebündelt. Das Portal besteht aus Dossiers zu den Weltreligionen. Der Fokus vieler Beiträge liegt auf dem täglichen Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturkreise in NRW. Auf dem Internetportal Vielfalt und Integration bietet der WDR Berichte und Hintergründe zur Vielfalt in NRW. Das Dossier bündelt Internet-Berichte, Audios, Videos, Service-Beiträge und anderes zu den Themen der Einwanderungsgesellschaft.

ZDF Forum am Freitag

Das ZDF-Forum am Freitag ist eine wöchentliche Online-Sendung. Sie bietet Muslimen in Deutschland die Möglichkeit, ihre Erfahrungen in das gesellschaftliche Gespräch einzubringen. In moderierten Chats und Foren können die Nutzer Fragen stellen, Meinungen und Ansichten austauschen. Weiterführende Informationsangebote und Links ergänzen das ZDF-Angebot. Das Online-Angebot wird von einem Redaktionsteam mit fundierten Islamkenntnissen verantwortet.

CIVIS Medienpreis für Integration

Die Rundfunkanstalten in Deutschland und Europa berichten in ihren Programmen viel über Integration und kulturelle Vielfalt. Der CIVIS-Medienpreis will diese Leistungen deutlich machen und durch beispielhafte Radio- und Fernsehprogramme aus ganz Europa wertvolle Anregungen vermitteln. Die CIVIS-Website bietet in deutscher und englischer Sprache Informationen zum CIVIS-Medienpreis, die nominierten und ausgezeichneten Programme in Radio und TV (mit Audios und Videos) sowie einen aktuellen Terminkalender zu interkulturellen Veranstaltungen.

Aktuell bietet die europäische CIVIS-Medienstiftung auf ihrer Internetseite eine neue übersichtliche Dokumentation der wichtigsten Studien über die Mediendarstellung, Mediennutzung und Rezeption von Migranten und ethnischen Minderheiten unter dem Titel Migranten und Medien zur kostenfreien Nutzung an.

Die Darstellung bringt einen aktuellen und systematisierenden Rückblick zum Thema Migranten und Medien. Die Übersicht dokumentiert den europäischen Forschungsstand 2003 bis 2009 und ist über die Internetseite der CIVIS-Medienstiftung unter civismedia.eu abrufbar.

Quelle: http://civismedia.eu/tv/civis/downloads/reader_programmkonferenz2008.pdf

Per E-Mail versenden Per E-Mail versenden     Bookmark and Share