Niemand hat wirklich etwas zu verschenken und wenn der gesicherte Luxus-Lebensabend, eine Garage voller Luxuslimousinen oder das Schloss an der Riviera (ersatzweise auch im Schwarzwald oder in Castrop-Rauxel) winken, dann liegt der Verdacht nahe, dass man bei einem solchen Angebot ebenso skeptisch sein sollte wie bei der Loriot’schen Auskunft, im Herbst mit dem Papst in Wuppertal eine Herrenboutique aufmachen zu wollen.
Während wir im „echten Leben“ also solche Gewinnangebote durchaus kritisch beobachten, um die Spreu vom Weizen zu trennen, scheinen im Internet ganz anderen Gesetze zu gelten. Hier winken hohe Geldgewinne, schnelle Autos, aktuelle Technik und exklusive Fernreisen auf Gewinnspielseiten.
Und hier setzen auch Gewinnspielclubs an, die einen automatischen Eintragsservice anbieten - gegen Gebühr. Täglich melden sich bei den Clubs viele Internetnutzer mit der Hoffnung an, ohne eigene Mühe attraktive Preise zu gewinnen. Dass sie dabei in eine regelrechte Abzockfalle tappen, zeigt die Computerbild.
Das Prinzip der Clubs: Sie veranstalten selbst keine Preisausschreiben, sondern versprechen, die Adressen der Kunden automatisch bei Hunderten von Gewinnspielen einzutragen. Das kostet bei den Anbietern bis zu 156 Euro pro Jahr. Denn wer sich anmeldet, schließt einen Vertrag mit Mindestvertragslaufzeit ab - meistens gleich für zwei Jahre. Der Einsatz ist jedoch eine komplette Fehlinvestition. So lautet das Fazit der Redaktion nach einem Testzeitraum von neun Monaten und der Anmeldung bei den fünf Gewinnspielclubs. Das Testergebnis für jeden der Anbieter: “ungenügend”.
Die Redaktion verbuchte innerhalb der gesamten Testphase lediglich einen einzigen “Gewinn”: Über den Anbieter WinWin gab es einen wertlosen Gutschein für vergünstigte Zeitschriften-Abos und Einkaufsrabatte mit hohem Mindestbestellwert. So kann WinWin verhindern, dass der Kunde auf der versprochenen “Geld-zurück-Garantie” besteht, falls er nichts gewinnt.
Das Manko bei jedem Anbieter: Der Kunde kann praktisch nicht überprüfen, ob und bei welchen Gewinnspielen er tatsächlich teilnimmt. Die Computerbild kontaktierte zahlreiche Gewinnspiel-Veranstalter, bei denen die Clubs die Testpersonen angeblich angemeldet hatten. Ergebnis: Bei den meisten Gewinnspielen waren die Tester nicht im Verlosungstopf. Ursache: Viele Ausrichter von Preisausschreiben verhindern die automatische Teilnahme über Gewinnspielclubs durch technische Sperren.
Besonders dreist: Anbieter Planetwin wirbt mit Preisen in Millionenhöhe und bestätigte die Teilnahme an Auslosungen, bei denen ein Porsche Boxster und eine Australien-Reise lockten. Nach Überprüfung aller Verlosungen durch das Magazin zeigte sich aber: die versprochenen Auto- und Luxusreise-Gewinnspiele existierten gar nicht. Generell gab’s statt Traumpreisen oftmals nur DVDs, Fanpakete und windige Gutscheine als Hauptgewinne.
Darüber hinaus wird mit den erfassten persönlichen Kundendaten sogar ein schwunghafter Handel getrieben. Über das Internet kaufte die Redaktion verdeckt Adressdaten. Die Daten waren aktuell und korrekt. In der E-Mail nannte der Verkäufer auch die genaue Herkunft - eine der Quellen: Gewinnspielclubs.
Weitere Recherchen ergaben, dass hinter den Gewinnspielclubs nicht selten einschlägig Bekannte stecken: WinWin-Betreiber DPS machte schon durch Abzockseiten wie Tippdienst.de von sich reden, ProfiWin-Betreiber Falk Burow fiel bereits durch üble Abmahn-Methoden auf und Hellowinner wurde von der Verbraucherzentrale abgemahnt. Erschreckend: Premium-Win tauchte zu Beginn des Testzeitraums mitsamt der Vorauszahlung sogar komplett unter.

