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Artikel mit ‘Fälschung’ getagged

Wenn sich Gangster Lieb-„Kindle“ machen

Dienstag, 03. November 2009

Das E-Book-Lesegerät „Kindle“, das es eigentlich nur bei Amazon gibt, scheint im Internet auch massenhaft illegal verfügbar zu sein. Das jedenfalls teilt das Unternehmen für Fälschungsbekämpfung und Markenschutz, OpSec Security, in einer Pressemeldung mit.

Anhand einer aktuellen Studie hat man den Einfluss von Internethandelsplattformen und Online-Foren auf die Markteinführung und den Vertrieb von Consumer Electronics am Beispiel des E-Book-Lesegeräts „Kindle“ und des DX-Modells von Amazon untersucht.

Durch die Beobachtung beliebter Online-Auktionen für Verbraucher, Verkaufsportale für Händler, Blogs und Foren lassen sich aussagekräftige Informationen über die Entstehung von Graumarkt und Produktfälschungshandel im Zusammenhang mit der globalen Markteinführung eines neuen Produkts gewinnen.

Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend. So wurde das Kindle-DX-Gerät bereits am Tag des Verkaufsstarts auf einem großen Geschäftskundenportal von einer Firma mit Sitz in China angeboten und eine Auswahl von acht Angebotseinträgen auf einem bekannten Verkaufsportal für Händler ergab eine geschätzte Anzahl von 40.000 Kindle-Geräten, die innerhalb weniger Wochen nach der DX-Markteinführung verfügbar waren.

Zudem wurden auf Handels- und Auktionsportalen billige Imitate von Kindle-Geräten in Farben und Sprachen angeboten, die von Amazon nicht vertrieben werden. Wie die Untersuchung des Weiteren ergab, gaben Verbraucher auf Internetforen Tipps zur Umgehung der Vertriebsbeschränkung von Amazon auf die USA sowie zur Nutzung von Paketweiterleitungsdiensten. Im Zeitraum Juni bis September war unter den eBay-Auktionen fast eine Verdreifachung der Angebote von Kindle-Geräten (der Modelle 1, 2 und DX) zu verzeichnen, wobei die Anbieter oft auch mit der Lieferung außerhalb der USA warben.

Die Einführung eines vom Markt lange erwarteten elektronischen Produkts wie des Kindle-DX-Gerätes stellt einen Hersteller, der die Kontrolle über die Vertriebskette auf dem weltweiten Markt behalten möchte, vor eine schwierige Aufgabe. So bot zum Beispiel ein Verkäufer 2.500 E-Book-Lesegeräte der Version Kindle 2 pro Woche zu einem Stückpreis von 65 US-Dollar an, also weit unter dem Listenpreis von 299 US-Dollar. Von 33 Kindle-Angeboten, die zum Zeitpunkt der Markteinführung des DX-Modells auf Verkaufsportalen für Händler gelistet waren, stammten 75 Prozent aus Indonesien und China. Schnell entstand ein grauer Markt aus Auktionshändlern, die das Kindle DX zu Höchstpreisen verkauften und die Nachfrage in Regionen bedienten, in denen Amazon das Produkt nicht vertrieb. Innerhalb von vier Monaten ab Markteinführung hatte sich die Anzahl der angebotenen Kindle-Geräte (aller Modelle) auf eBay von 1.776 auf 5.092 Stück nahezu verdreifacht. Die Zahl der angebotenen Kindle-DX-Geräte hatte sich sogar verzehnfacht. Darüber hinaus wurden schwarze und japanisch-sprachige Kindle-Imitate entdeckt, die beide von Amazon nicht angeboten werden.

Im Rahmen der Studie untersuchte OpSec Verbraucher-Blogs und -foren auf Beiträge, die sich mit der Umgehung der Vertriebsbeschränkung von Amazon für das Kindle-Gerät beschäftigten. So tauschten Verbraucher Informationen über Online-Verkäufer, Zuverlässigkeit von Anbietern und Möglichkeiten zur Beschaffung von Kindle-Geräten in Ländern, in denen diese nicht verkauft werden durften, aus.

Dabei stellte sich heraus, dass neben der nahe liegenden Methode, die Geräte über Familie und Freunde zu bestellen, der Kauf bei eBay-Verkäufern, die auch ins Ausland lieferten, ein gängiges Verfahren war. Ebenfalls sehr beliebt war die Paketweiterleitung durch einen entsprechenden Dienstleister. Dieser Dienst umging die Beschränkung von Amazon, indem er die Geräte an eine Adresse in den USA lieferte, um sie von dort direkt an die Auslandsadresse des eigentlichen Empfängers weiterzuleiten.

Zudem lag die große Mehrheit der Angebote für DX-Geräte auf einem sehr hohen Preisniveau, was die Bereitschaft der Kunden zur Zahlung von Aufschlägen verdeutlicht. Die hohe Nachfrage wurde sowohl durch Amazons Ankündigung von Engpässen und längeren Wartezeiten bei der Lieferung nur wenige Wochen nach Verkaufsstart als auch durch das Interesse an dem neuen DX-Modell in anderen Teilen der Welt zusätzlich angeheizt.

Die wachsende Bedeutung des Internets als globaler Marktplatz und internationale User-Community hat zur Folge, dass der Verkaufsstart neuer elektronischer Produkte in Zukunft von der schnellen Entstehung eines Marktes für Grauimporte und Produktfälschungen begleitet wird. Käufer und Verkäufer nutzen das Internet zum Einkauf und zur Bewerbung von Produkten und etablieren dadurch einen Markt für die Verbreitung von nicht autorisierten und gefälschten Waren. Die Verknüpfung der Marktanalyse von E-Commerce-Plattformen und sozialen Medien versetzt Unternehmen in die Lage, schneller und effizienter auf die Bedrohung zu reagieren, die von Produktfälschungen und Grauimporten in der globalen Lieferkette ausgeht.

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Initiative gegen Produkt- und Markenpiraterie

Dienstag, 24. Februar 2009

Produkt- und Markenpiraterie gefährdet nicht nur die Volkswirtschaft. Noch gefährlicher wird es für den Verbraucher, wenn er ein gefälschtes unsicheres Produkt erwirbt. Zum Schutz der Verbraucher arbeitet das VDE-Institut jetzt intensiv mit den europäischen Zollbehörden zusammen. Um Plagiate schneller aufzuspüren, kontrollieren die Zollbehörden ab sofort bei der Wareneinfuhr in die Europäische Union die Vorlage eines gültigen Zertifikats für jedes VDE-Prüfzeichen an einem Produkt. Binnen Minuten werden die Zertifikate online verifiziert. Auch neue Regelwerke für eine strengere Überwachung hat das Offenbacher Prüfinstitut eingeführt. Gezielt schulen VDE-Ingenieure Zollbeamte sowie Mitarbeiter der Marktaufsichtsbehörde.

“Produktpiraten werden immer professioneller. Manche Produkte sind so gut gefälscht, dass nicht sofort ersichtlich ist, ob es sich um ein Plagiat handelt. Der Zoll überprüft zunächst nur die Verletzung des Markenrechts. Wenn das Produkt ein VDE-Zeichen trägt, überprüft der Zoll jetzt, ob es das zu Recht oder Unrecht trägt”, erklärt Dr.-Ing. Klaus Kreß, Leiter der Zertifizierungsstelle beim VDE-Institut.

Das VDE-Institut ist das erste Prüfhaus, das sein EU-weit markenrechtlich geschütztes Prüfzeichen von den europäischen Zollbehörden überwachen lässt. Hersteller, die ihre Produkte vom VDE-Institut auf ihre Sicherheit prüfen lassen werden damit doppelt vor Produktfälschungen geschützt. Der Verbraucher profitiert in jedem Fall: Nur Produkte, die die strengen Sicherheitsprüfungen bestehen, dürfen das VDE-Dreieck tragen.

90 Prozent Aufklärungsquote

Das VDE-Institut hat bereits vor Jahren eine eigene Abteilung aufgebaut, die sich auf die Verfolgung von Missbrauchsfällen des VDE-Zeichens konzentriert.

“Unsere Aufklärungsquote beträgt über 90 Prozent”, freut sich Kreß.

China führt die Liste der Missbrauchsfälle an, die das VDE-Institut aufdeckt. Eine leichte Zunahme ist bei Produkten aus Italien zu verzeichnen. Was die Produkte angeht, nimmt die Zahl der Missbrauchsfälle bei Haushaltsgeräten ab, während sie bei Installationsmaterialien zunimmt. Auf der CeBIT 2009 können sich Hersteller über die Dienstleistungen des VDE-Instituts am VDE-Stand D 80 in Halle 12 informieren.

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Wie live ist live?

Dienstag, 12. August 2008

Was fällt Ihnen beim Stichwort China noch so ein – neben so schnöden Begriffen wie Diktatur, Smog oder Menschenrechte? Richtig: Feuerwerk. Für eben jenes ist China ja schon seit ewigen Zeiten renommiert. So war es auch kein Wunder, dass uns zur Eröffnung der Olympischen Spiele ein spektakuläres Farben- und Formenspektakel am Himmel gezeigt wurde.

Oder sagen wir lieber fast gezeigt wurde. Denn wie jetzt bekannt wurde, war dieses Feuerwerk, wie so vieles rund um die Spiele, nur Fassade – in diesem Falle eine elektronische Fassade, denn das Feuerwerk zur Eröffnung war mitnichten live und erst recht nicht echt. Vielmehr hat nun ein Mitarbeiter der entsprechenden Produktionsfirma zugegeben, dass der ganze Zauber aufgezeichnet und am Computer nachbearbeitet war.

Spiegel online zitiert den Mitarbeiter mit den Worten “Wenn ich es mir heute anschaue, war das Video ein wenig heller als die echten Aufnahmen”, gab der Mitarbeiter zu. “Aber die meisten Zuschauer dachten, es sei echt - damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt.”

Um das mal ins Verhältnis zu setzen: In China hatte die Eröffnungsfeier eine Zuschauerquote von 83,6 Prozent, das sind Spitzenwerte von bis zu 840 Millionen Chinesen, die da vor der Mattscheibe saßen. Weltweit wurde die Feier von gut vier Milliarden Zuschauern gesehen.

Wenn wir uns jetzt mal vor Augen führen, dass praktisch niemand die Manipulation bemerkt hat, dürfen wir wohl raten, was wir sonst noch so zu verschiedenen Gelegenheiten an computergenerierter Kost präsentiert bekommen.

Übrigens sind auch in den USA bereits Verfälschungsvorwürfe laut geworden. Dort soll der Sender, der die Übertragungsrechte hat, die Reihenfolge der einmarschierenden Länder geändert haben.

Ebenso glaubwürdig wie die chinesischen Fußstapfen sind übrigens auch die YouTube-Videos, die derzeit die Lage in Ossetien beleuchten wollen. Mit Medien wie YouTube wird uns hier zwar eine immense Breite an Informationen vorgegaukelt, doch tatsächlich wird es stattdessen immer schwerer, herauszufinden, wer wann was aus welchem Grund ins Netzt stellt und ggf. für seine gewünschte Meinung „passend“ macht.

Welche Masse an Menschen allein via Internet da erreicht werden kann, mag noch einmal das Beispiel China verdeutlichen: Hier gab es, so die Boston Consulting Group, im Jahr 2007 rund 210 Millionen Internetnutzer. Bis zum Jahr 2015 sollen neun von zehn Chinesen das Internet nutzen. Zu dieser Zahl rechnen Sie jetzt noch stark vernetzte Staaten wie die USA, Deutschland oder Großbritannien hinzu – geradezu unglaublich, welches Potential für Information und eben auch Desinformation hier gegeben ist.

Und dass es genügend, sagen wir mal „zutrauliche“ Internet-Nutzer gibt, mag das Bubenstück verdeutlichen, dass sich ein Anbieter im AppStore von Apple geleistet hat. Unter dem Titel “I am rich” wurde hier eine iPhone-Anwendung für sage und schreibe 999,99 Dollar angeboten, die absolut nichts macht, außer, dass sie ein Bild eines roten Diamanten im Display einblendet. Gut, angeblich soll sie auch noch ein geheimes Mantra zeigen, das für Glück und Reichtum sorgen soll.  

Wenn Sie jetzt glauben, dass so blöd doch keiner sein kann, um so etwas zu kaufen, dann irren Sie. In den wenigen Stunden, die das Programm erhältlich war, bis Apple diesen Software gewordenen groben Unfug entfernt hat, haben immerhin acht Käufer beherzt den Kauf-Knopf gedrückt. Für den „Erfinder“ hat sich sein Mantra also wohl gelohnt und uns hat es wieder einmal gezeigt, dass Dummheit oder Leichtgläubigkeit wohl unendlich sind…

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