Manchmal beschleicht mich so ein Gefühl, als würden einige Hersteller von PC-Zubehör ihre Rolle ein kleinwenig missverstehen und nicht mehr so recht wissen, dass es eigentlich ihre Aufgabe ist, funktionierende Produkte auszuliefern.
So wollte ich beispielsweise gern meine Fotos etwas schneller von der Speicherkarte auf den Rechner transportieren können und habe mir kürzlich eine ExpressCard (die PC-Nutzer unter Ihnen kennen so etwas als PCMCIA-Karte) für meinen Mac-Laptop gekauft. Eine ganz spezialisierte Karte also, dazu noch von einem Anbieter, der in diesem Markt keinen schlechten Ruf genießt.
Auf der Verpackung: Eine Betriebsanleitung, die sich im Wesentlichen darin erschöpft, mir in drei oder vier Sprachen mitzuteilen, diese Karte einfach in meinen Rechner zu stecken. Nun ja, was sollte ich auch sonst mit dem Ding tun wollen?
Mein Laptop, der eigentlich sonst nicht wirklich aus der Ruhe zu bringen ist, reagierte auf das Einschieben der Karte gänzlich wider Erwarten mit einer heftigen Panik – hätte er Füße, wäre er sicherlich weggerannt und vom Tisch gesprungen. So aber hat er stattdessen jede Arbeit sofort eingestellt und mir bedeutet, ihn nur noch mit beherztem Abnabeln vom Strom wieder zum Leben erwecken zu können. Das verblüffte mich dann schon ein wenig.
Ich schaute mir die Sache näher an: Die Karte ist vollständig kompatibel, der Hersteller baut solcherart Zubehör schon seit geraumer Zeit, man sollte erwarten können, dass er weiß, was er tut.
Mein Rechner ist ein ausgereiftes Produkt, gut ein Jahr alt und ohne seltsame Knoten und Zusätze im Betriebssystem – auch hier sollte es doch kein Problem geben.
Also wurde der Laptop jetzt mit der eingeschobenen Karte gestartet. Ha, und tatsächlich, da war mein Speicherkärtchen zu sehen, die Daten ließen sich sogar kopieren. Aber es kann doch keine Lösung sein, den Rechner erst herunterfahren zu müssen, um so ein Zubehör nutzen zu können. Müsste da nicht wenigstens ein Warnhinweis auf die Verpackung?
Zum Glück gab es ein Upgrade meines Betriebssystems – das wird das Problem ja wohl beheben, schließlich haben ja alle Entwickler seit Monaten das neue Betriebssystem vorliegen. Und bei einem Kartenleser geht es ja auch nur um einen Treiber.
Also habe ich die Karte wieder in den Rechner geschoben. Mein treuer Mac schüttelt sich, verfällt in eine Art katatonische Starre und möchte per Power-Knopf wiederbelebt werden. Nach dem Neustart sehe ich dann die Karte – bis zum Versuch, sie zu dem zu benutzen, wozu sie gebaut und erworben wurde. Beim Kopieren der Bilder von der CF-Karte stürzt mein Rechner erneut massiv ab.
Der Besuch der Support-Seite des Herstellers führt dann dem etwas verborgener untergebrachten Hinweis, dass das neueste OS X nicht unterstützt wird und es wohl vor November auch keine Unterstützung geben wird.
Also, wie ist das? Unter dem bislang gewohnten Betriebssystem bringt die Karte den Rechner, für den sie ausdrücklich als Zubehör gedacht ist, zum Absturz. Das neue Betriebssystem wird aber vor November – wenn überhaupt jemals - auch nicht unterstützt. Auf der Verpackung gibt es weder Hinweise auf Treiber noch auf Inkompatibilitäten. Und ich habe jetzt einen rund 90 Euro teuren Designer-Butterportionierer – immerhin, es lassen sich tolle Muster damit machen …

