« zurück zur Startseite

Artikel mit ‘eBook’ getagged

Vodafone will E-Reader-Plattform aufbauen

Montag, 02. November 2009

Das Mobilfunkunternehmen Vodafone will zur CeBit im März 2010 eine eigene Plattform für sogenannte E-Reader vorstellen, wie das Branchenmagazin Werben & Verkaufen (W&V) berichtete.

Vodafone plant eine offene Plattform, an der alle E-Reader andocken können, die bestimmte technische Standards erfüllen. Laut W&V ist zum Start die niedersächsische Mediengruppe Madsack (Hannoversche Allgmeine Zeitung) von Anfang an dabei, mit Verlagen wie Axel Springer sollen bereits Absichtserklärungen unterschrieben worden sein.

Die Erlöse der Plattform sollen zwischen Vodafone und den Verlagen je zur Hälfte geteilt werden. Dem Nutzer soll es möglich sein, die Inhalte der Verlage wie in einem elektronischen Kiosk entsprechend seinen persönlichen Interessen per E-Reader abrufen zu können.

Aktuell experimentieren verschiedene Verlage mit dem mobilen Gerät. So testen derzeit beispielsweise die Frankfurter Rundschau und die Ruhr-Nachrichten mit Partnern einen E-Reader. Auch bei der Lufthansa gibt es offenbar Überlegungen, ein E-Gerät einzuführen. Damit will die Airline den Papiermüll reduzieren, der von den zahlreichen Bordexemplaren verschiedener Zeitungen und Magazine verursacht wird. Um diesem Problem in den Griff zu bekommen, hat die Fluglinie nach Informationen von W&V bereits einen E-Reader-Dummy gebaut.

Per E-Mail versenden Per E-Mail versenden     Bookmark and Share

Kennen Sie Kindle?

Freitag, 09. Oktober 2009

So langsam scheint Bewegung in den Markt der E-Book-Reader, der Lesegeräte für elektronische Bücher, zu kommen. Der Branchenriese Amazon, der nicht nur im Verkauf von „analogen“ Büchern vorn liegt sondern auch Marktführer im Bereich elektronischer Lesegeräte ist, wird seinen Kindle nach Europa bringen. Parallel dazu hat auch die Buchhandelskette Hugendubel angekündigt, Lesegeräte des Herstellers iriver vertreiben zu wollen. Und dann sind da immer noch die Spekulationen über ein 10-Zoll-Tablet-Gerät von Apple, das natürlich auch perfekt für die Nutzung als E-Book-Reader geeignet wäre.

Ab dem 19. Oktober soll der Kindle erhältlich sein – bestellt werden muss das Gerät allerdings über die US-Seite von Amazon. Das ist an sich problemfrei, führt aber für deutsche Kunden zu einigen Zusatzkosten. Zum Kaufpreis von 279 US-Dollar, der den kostenlosen Zugang zu Amazons 3G-Wireless-Netzwerk enthält, kommen dann nämlich noch Versandkosten, Zoll und Einfuhrsteuern hinzu – alles in allem noch einmal knapp 100 US-Dollar. Damit kostet der Kindle für Deutschland dann ca. 357 US-Dollar oder etwa 241 Euro.

Aber auch mit diesen Zusatzkosten ist der Kindle preislich damit absolut konkurrenzfähig. Zudem bietet er die geniale Möglichkeit, Bücher praktisch überall drahtlos laden zu können. Sein Speicher soll für rund 1.500 Bücher ausreichen, im Angebot von Amazon sind derzeit über 292 englischsprachige Titel. Besonderen Charme hat dabei die Idee, auch Magazine und Zeitungen wie Time, Newsweek, die New York Times oder die Washington Post abonnieren zu können. Deutschsprachige Titel sind derzeit über Amazon derzeit leider noch nicht zu bekommen, aber das wird wohl nur eine Frage der Zeit sein.

Die Marktanalysten von Forrester rechnen für 2009 mit etwa drei Millionen verkaufter E-Book-Lesegeräte allein in den USA, wobei Amazon mit rund 60 Prozent Marktanteil klar als führendes Unternehmen gewertet wird, gefolgt von Sony mit immerhin 35 Prozent Marktanteil.

Ein Problem wird sich aber Kindle und Co. im deutschen Markt stellen: die Geräte sind vielen Kunden schlicht kein Begriff, wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) anlässlich der Frankfurter Buchmesse ergeben hat. Dennoch knüpfen Verlage und Internet-Buchhändler hohe Erwartungen an die E-Book-Reader der neuesten Generation.

Zwar hat knapp jeder vierte Deutsche schon einmal von E-Books bzw. E-Book-Lesegeräten wie dem “Kindle” oder dem “Sony Reader” gehört, doch was sich genau hinter dem Begriff verbirgt, weiß erst gut jeder zwölfte.

Von den befragten E-Book-Kennern besitzen erst sieben Prozent einen passenden Reader. Zwar wollen weitere 20 Prozent in den nächsten zwölf Monaten ein E-Book-Lesegerät kaufen oder denken zumindest ernsthaft über eine Anschaffung nach, allerdings sind die derzeit in Deutschland verfügbaren Geräte noch zu teuer. Für einen Reader würden die meisten (68 Prozent) höchstens 200 Euro ausgeben, weitere 27 Prozent wollen entweder gar nichts bezahlen oder haben grundsätzlich kein Interesse am Kauf eines Lesegeräts.

Als wichtigste Wunschmerkmale eines E-Book-Readers nennen die Befragten eine lange Laufzeit (97 Prozent), viel Speicherplatz (93 Prozent) und die Möglichkeit, schnell von einer Seite zur nächsten blättern zu können (89 Prozent). Große Bedeutung hat auch das Thema Kompatibilität. So legen 95 Prozent Wert darauf, dass ihr Lesegerät möglichst viele unterschiedliche Formate darstellen kann.

Wer elektronische Bücher kennt, weiß deren Vorteile zwar durchaus zu schätzen. So ist das E-Book nach Ansicht von 76 Prozent dieser Befragten für Sach- und Fachliteratur sehr gut geeignet. Dennoch glauben nur 34 Prozent, dass E-Books auf lange Sicht das gedruckte Buch ersetzen werden. Vor die Wahl gestellt würden jedenfalls derzeit sieben von zehn Befragten lieber das gedruckte Werk in die Hand nehmen als sein elektronisches Pendant. Zudem sind die weitaus meisten nur zum Kauf eines E-Books bereit, wenn dieses weniger kostet als die Printausgabe.

Von den Befragten, die selber E-Books besitzen, hat jeder fünfte bislang noch nie für ein Werk bezahlt, knapp jeder zweite (47 Prozent) hat weniger bezahlt als für ein Taschenbuch. Demgegenüber hat nur jeder neunte schon einmal den selben Preis für ein E-Book bezahlt, den auch die gedruckte Ausgabe mit festem Einband gekostet hätte.

Ähnlich sind die Preisvorstellungen der Befragten, die zwar E-Books kennen, selbst aber noch keines gekauft haben. Rund 75 Prozent würden auf keinen Fall mehr für die elektronische Ausgabe bezahlen wollen als für ein Taschenbuch, während nur 14 Prozent keinen Unterschied zwischen einer gebundenen Ausgabe und einem E-Book machen würden. Weitere 14 Prozent würden für ein elektronisches Buch sogar grundsätzlich überhaupt nichts bezahlen.

Per E-Mail versenden Per E-Mail versenden     Bookmark and Share

Die Alternative zum Buch?

Montag, 05. Oktober 2009

Die elektronischen Bücher, die so genannten eBooks, sorgen noch immer für zahlreiche Diskussionen. Für die einen ist es Teufelszeug, das die sowieso schon schwindende Zahl der Leser noch weiter dezimieren wird, für die anderen eine Möglichkeit, leseferne Gruppen doch noch zum Buch zu bringen.

Kein Wunder also, dass die Zukunft des Buches im Mittelpunkt einer Studie eines österreichischen Markt- und Meinungs-Forschungsinstituts stand. Die Marktforscher haben 500 Österreicher im Alter zwischen 14 und 59 Jahren nach ihrer Meinung zu eBooks befragt.

Das Ergebnis klingt zunächst ermutigend, denn gerade für die Männer und Jugendlichen, die in der Studie recht freundlich als weniger lese-affine Gruppen bezeichnet werden, scheint das eBook eine interessante Form der Unterhaltung zu sein. 30 Prozent der Nicht-Leser können sich vorstellen, zu einem elektronischen Buch zu greifen. Nun ist das „sich vorstellen können“ bei weitem noch keine reale Aktivität. Da aber kaum die Buchpreise (die sich auch bei eBooks kaum ändern) der Grund für das Leseverhalten sind, wird wohl eher die Technologie der Anreiz sein.

Es ist grundsätzlich tragisch, zu lesen, dass immerhin jeder vierte Mann und jeder fünfte Jugendliche gar kein Buch liest – da offenbaren sich katastrophale Abgründe. Nun eilt also das eBook zur Rettung? Ich befürchte eher, dass es sich hier nur um ein Strohfeuer handelt. Für Menschen, die den Sinn für Texte nicht aufbringen, wird sich, wenn die Sensation der technologischen Novität abgeklungen ist, auch ein eBook wieder als das präsentieren, was es ist – ein Text auf einem Trägermedium. Ob dieses Trägermedium nun Papier, Plastik oder sonst irgendetwas ist, dürfte dabei keine so große Rolle spielen (Papierallergiker vielleicht ausgenommen).

Für jeden vierten der restlichen, sprich lesenden Bevölkerung Österreichs stellt sich das eBook hingegen als Alternative zum gedruckten Buch dar, wenn auch nur 12,2 Prozent an eine langfristige Verdrängung glauben mögen.

Der Studie kann man aber auf jeden Fall entnehmen, dass das eBook grundsätzlich positiv gesehen wird und möglicherweise das Zeug hat, die schwindende Zahl der Leser etwas einzudämmen. Denn das ist tatsächlich das Hauptproblem – wie die Marktforscher mitteilen, lesen 44,6 Prozent der Österreicher heute weniger Bücher als noch vor ein paar Jahren.

Um eBooks grundsätzlich zu etablieren, sind nun die Hersteller gefragt, die den Wirrwarr der Formate eindämmen müssen und die Verlage und Online-Händler, die ihr Angebot an downloadbaren Büchern deutlich erweitern müssen.

Per E-Mail versenden Per E-Mail versenden     Bookmark and Share

iPhone-Nutzer lesen nicht

Montag, 20. April 2009

Es ist kaum zu glauben, aber nun habe ich es von höchster Stelle – na gut, von zweithöchster Stelle. Frau Heidenreich hat mir nämlich …. Moment, Sie kennen Frau Heidenreich nicht? Doch, doch, das ist die Dame, die sich vor kurzem selbst aus einer eher nischenorientierten Fernsehkarriere gekickt hat (was mutig war) und – mangels anderer Vertreter dieser Zunft – in Deutschland als Literaturkritikerin gehandelt wird. Sie gilt in dieser Zunft als Nummer Zwei. Sie macht also das, was Marcel Reich-Ranicki auch tut – nur derzeit im Internet und etwas schlechter, etwas weniger eloquent, etwas weniger elegant.

Weniger elegant ist auch schon das Stichwort. In Ihrer aktuellen Kolumne auf Stern.de hat Frau Heidenreich einen wenig eleganten, dafür aber um so bornierteren Weg gefunden, Leser zu werben: Sie springt auf den längst abgefahrenen Zug der Kritik an elektronischen Medien auf („Ich hab ja damals nicht mal das Faxgerät aufhalten können“) und landet, wie es bei abgefahrenen Zügen passieren kann, bös auf dem Schotterbett ihrer Formulierungen, indem Sie behauptet, dass Leute, die ein iPhone haben, nicht mehr lesen. Aha, gut, dass dieser von Frau Heidenreich nicht weiter ausgeführte Befund nun endlich einmal klar ausgesprochen wurde.

Ich möchte nicht bestreiten, dass ich oft vor lauter Schreiberei nicht zum Lesen komme, auch habe ich vermutlich nicht so übermäßig viele Regalmeter mit Büchern zugestellt, hielt mich bisher aber doch als zur Lesegemeinde gehörig. Dank des Votums dieser doch als intelligent geltenden Frau weiß ich nun, dass dem nicht so ist und ich kann getrost auf meinen wöchentlichen Bucheinkauf verzichten.

Wer gerade kein iPhone hat und also noch glaubt, er sei ein Leser, sollte sich besser kein eBook zulegen. Auch hier lautet das Votum von Frau Heidenreich, dass das nicht statthaft ist: „Was soll das denn für ein Buch sein, ist das noch ein Buch? Natürlich nicht, pah!“

Natürlich, Frau Heidenreich kann so ein eBook egal sein, es ist ja wurscht, ob dadurch vielleicht mehr aber doch zumindest nicht weniger gelesen wird. Und ganz weh tut es wohl auch nicht, wenn ihr Verleger gerade über die eBook-Rechte ihres neuen Buches verhandelt – wohl wissend, dass eBook-Käufer meist beides besitzen, die elektronische und die gedruckte Ausgabe eines Buches.

Was Frau Heidenreich hier abgeliefert hat, ist nichts als eine Dokumentation der Angst eines Menschen, der den Anschluss längst verloren hat und Briefe am liebsten per Taube oder reitendem Boten verschicken würde. Wie fühlt sich das wohl an, wenn für so jemanden der letzte verbliebene Arbeitsplatz ausgerechnet das Internet ist und dessen Beiträge auf dem so geschmähten iPhone zu lesen sind?

Per E-Mail versenden Per E-Mail versenden     Bookmark and Share