Moshe Rappoport, Technologieforscher und „Executive Technology Briefer“ bei IBM Research Zürich stellt fest, dass die IT endlich, rund 60 Jahre nach dem Beginn des Computerzeitalters, in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Nun seien wir Zeuge eines umfassenden digitalen Aha-Effekts, der nicht zuletzt auch von der Smartphone-Entwicklung beeinflusst wird, so Rappoport in einem Pressetext-Interview.
“In Wahrheit muss der PC der Zukunft so einfach wie ein Toaster zu bedienen sein. IT sollte so zugänglich sein, dass ältere und jüngere Bevölkerungsschichten die Technologie gleichsam nutzen können und Spaß daran haben. In der aktuellen Smartphone-Begeisterung über alle Alters- und sozialen Grenzen hinweg ist diese Entwicklung bereits vorweggenommen”.
Die Innovationsprozesse der IT-Branche seien dabei heute oft schon gänzlich anders als in der Frühzeit der IT. Seien Entwicklungen früher aus den Labors über Nutzer in Gewerbe und Industrie schließlich zum Verbraucher gelangt, so werden heute oft Entwicklungen vom Verbraucher gefordert und dann auf diese Bedürfnisse hin in den Labors umgesetzt.
Post will Zeitschriftenverlegern beim Kassieren im Netz helfen
Derzeit herrscht in der Verlagswelt große Verunsicherung: Man weiß nicht recht, wie man mit dem Internet umgehen soll, sieht Umsätze gefährdet und prinzipiell den Untergang des Abendlandes näher rücken.
Wie der Branchendienst kressreport berichtet, will die Deutsche Post nun den Zeitschriftenverlagen dabei helfen, Bezahlmodelle im Internet zu entwickeln. Geplant sei, ein Zustell- und Abrechnungssystem über das Projekt “Online-Brief” zu etablieren.
Dieses Projekt soll, so wird berichtet, ist für beide Seiten, Post wie Verlage, von höchster Priorität sein. Die Verlage suchen im Netz nach neuen Erlösquellen, denn die Werbeeinnahmen scheinen ihre Investitionen nicht zu decken. Von Bezahlinhalten versprechen sie sich eine Chance, doch noch im Netz Geld zu verdienen.
Für die Post ist das Projekt ein Prüfstein für den “Online-Brief”. Hinter dem Namen verbirgt sich ein neues System zum Versand von rechtsverbindlichen E-Mails. Sowohl Post wie ein Konsortium, in dem u.a. die Deutsche Telekom und United Internet sitzen, arbeiten an sogenannten De-Mail-Portalen. Sie sollen den papierlosen Versand von Dokumenten, Verträgen und Rechnungen sicher möglich machen und die Abwicklung der Abrechnung gewährleisten. Verlage sollen über den “Online-Brief” ihre Bezahlmodelle einfach managen können.
Die Planspiele der Post sollen aber, so der kressreport, noch weiter gehen: So soll das Unternehmen den Verlagen in einem zweiten Schritt den Aufbau eines elektronischen Kiosks anbieten wollen, der das gesamte gedruckte und elektronische Inventar der Zeitschriften für zahlende Nutzer verfügbar machen könnte.
Auch Gangster twittern
Inzwischen sind die typischen Online-Betrugsversuche, die wir schon von E-Mails kennen, auch im sozialen Netzwerk Twitter angekommen. Der Sicherheitsanbieter Trend Micro warnt vor einem gefälschten Intelligenz-Test, der derzeit unter Twitter-Nutzern die Runde macht.
Dahinter stehen Cyberkriminelle, die an die Handynummern der Anwender herankommen wollen. Die Nummern könnten zum Beispiel für den Versand von SMS-Nachrichten verwendet werden, für die dann die ahnungslosen Twitter-Nutzer die Rechnung bezahlen müssten.
Die Attacke ist nur schwer zu erkennen, weil die Cyberkriminellen legitime Twitter-Konten manipulieren, über die dann so genannte „Direct Messages“ an Freunde des jeweiligen Kontoinhabers verschickt werden. Diese Nachrichten enthalten den Link zu der gefälschten IQ-Testseite.
Trend Micro rät daher Twitter-Nutzern dringend, auf keinen Fall auf Links in „Direct Messages“ zu klicken, die zum Intelligenztest auffordern, auch wenn der Absender der Nachricht ihnen bekannt ist. Diejenigen Nutzer, die befürchten, ihre Konten könnten von den Cyberkriminellen infiziert worden sein, sollten so schnell wie möglich ihr Twitter-Kennwort ändern.
Drahtloser Papageien-Sprecher
Kabel sind furchtbar lästig. Sie stören optisch, sie stören beim Staubsaugen, sind zu kurz und permanent verknotet. Das hat scheinbar auch Hersteller Parrot gestört, denn die Parrot Zikmu lässt sich über vier Quellen mit Musik versorgen, zwei davon drahtlos; und sie sollen einen erstaunlich guten Klang in alle Richtungen liefern.
Von außen sieht die tischhohe schwarze Röhre mit dem breiten Fuß sehr elegant und unscheinbar aus. Sie besticht durch nüchterne Eleganz. Das Innenleben ist dagegen Hightech pur, denn das “Distributed Mode System (DML)” sorgt für eine gleichmäßige Klangstrahlung in alle Richtungen und damit für ein neues Stereogefühl.
Im Hörtest des Magazins stereoplay zeigt das Aktivboxenpaar, dass der Klang für 1.300 Euro sehr gelungen ist. Doch das größte Pfund ist die Anbindung. Die Box kann man per Bluetooth vom Handy oder iPhone, über WLAN vom Notebook oder auch direkt per iPod-Dock oder Cinch mit Musik versorgen. Im Test klappte die Funkanbindung in wenigen Sekunden und funktioniert sogar noch aus dem Nachbarraum.
Chefredakteur Holger Biermann ist begeistert: “Der Komfort ist gigantisch: Der Anwender zückt seinen Player, meldet sich kurz an und kann Sekunden später raumfüllend Musik hören - ohne ein Kabel.”
E-Mail vom Aussterben bedroht?
Statt per E-Mail wird immer mehr über Instant Messenger in Social-Networking-Plattformen kommuniziert. Dieser Trend hat weitreichende Auswirkungen auf die IT-Sicherheit, warnt F-Secure. Cyber-Kriminelle haben bereits auf diesen Wandel reagiert und ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken erhöht. Dem Kommunikationswandel muss eine Sensibilisierung für die Inhalte folgen, fordert der finnische Sicherheitsexperte.
Immer mehr Menschen sind rund um die Uhr mit ihrem Computer oder Smartphone online, anstatt sich regelmäßig ein- und auszuloggen, um eine E-Mail zu versenden.
Der rasche Wachstum von Facebook und Twitter ist genau darauf zurückzuführen, denn der permanente Online-Status ermöglicht den Anwendern per Chat eine noch schnellere Kommunikation als per E-Mail. Laut einer Statistik von Nielson Co. hat sich die Zahl der Nutzer von sozialen Netzwerken und Communities von August 2008 bis August 2009 um 31% erhöht - der allgemeine E-Mail-Verkehr nahm der Studie zu Folge nur um 21% zu. Es mag zu früh erscheinen, den Tod der E-Mail zu verkünden, die Zahlen sind allerdings deutlich.
Blu-ray-Player als Mediazentrale
Allen Alltagsproblemen zum Trotz: In den vergangenen Monaten haben die Hersteller von Blu-ray-Playern die Fähigkeiten ihrer Geräte massiv ausgebaut. Selbst günstige Player beherrschen unterschiedliche Film- und Bildformate, schreibt das Computermagazin c’t im Sonderheft “Home Entertainment”.
“Im Vergleich zu den ersten Generationen von Blu-ray-Playern stellen sich die Hersteller der neuen Geräte weitaus besser auf die Bedürfnisse der Anwender ein”, erklärt c’t-Redakteur Nico Jurran.
Verschiedene Player konnten schon vorher MP3-Musik abspielen und JPEG-Bilder wiedergeben. Einige beherrschen jetzt aber auch die HD-Video-Wiedergabe von USB-Wechselmedien in verschiedensten Formaten. Genauso kann man Videos (AVCHD), die mit HD-Camcordern aufgenommen wurden, in der Regel abspielen.
Viele Blu-ray-Player haben auch eine Ethernet-Buchse, also einen Netzwerkanschluss für eine Verbindung zum PC und ins Internet. Bislang wurde sie vor allem für Firmware-Updates und “BD-Live” genutzt, bei dem Inhalte passend zum eingelegten Film vom Server des betreffenden Hollywood-Studios nachgeladen werden. Nun können die ersten Player auch auf Videos, Fotos, und Musik im heimischen Netz zugreifen. Allerdings müssen die meisten Hersteller diese Funktion noch deutlich nachjustieren, wie der c’t-Test zeigt.
Beim Kauf sollte man deshalb darauf achten, dass die Blu-ray-Player möglichst Standards wie UPnP AV für Audio- und Video-Streaming folgen. Andere Hersteller setzen vermehrt auf den Zugang zu Webdiensten wie YouTube.
Trotz aller Fortschritte können die Blu-ray-Player mit den Multimedia-Fähigkeiten der Playstation 3 Slim noch nicht mithalten - die Spielkonsole bringt einen Blu-ray-Player ab Werk mit. Die Bildqualität ist bei allen getesteten Geräten hervorragend, die Unterschiede sind minimal.
Virtuelle Reise durch den menschlichen Körper
Ist der Schatten auf der Computertomographie wirklich ein Tumor? Wenn Ärzte bei schwierigen Fragen ihre Kollegen um Rat fragen, können sie das jetzt vom heimischen Computer aus tun. Medizinische Untersuchungsbilder mit riesigen Datensätzen lassen sich dort mit dem Programm ImageVis3D darstellen, das von dem Saarbrücker Informatiker Jens Krüger im Team an der Universität von Utah entwickelt wurde. Mit ihren besonderen Funktionen ist die Software bisher weltweit einzigartig. Auch an kleineren Rechnern lassen sich damit blitzschnell umfangreiche 3-D-Daten darstellen und verändern. Seit kurzem ist dies sogar mit Hilfe einer kostenlosen Anwendung auf dem iPhone möglich.
Das Programm ImageVis3D wird bisher vor allem in der Medizin eingesetzt, um wissenschaftliche 3-D-Bilder zum Beispiel aus der Computer- oder Magnetresonanztomographie aufzurufen und zu verändern. An jedem gewöhnlichen Computer können damit Wissenschaftler und Ärzte den menschlichen Körper genauer studieren und medizinische Probleme bewerten. Aber auch hochauflösende geografische Bilder, wie die Satellitenbilder von Google Earth, können damit verändert werden. Bisher war die Bearbeitung solcher riesigen Datenmengen nur an leistungsstarken Computern möglich.
Seit kurzem kann sogar der vergleichsweise kleine Rechner eines iPhones dafür eingesetzt werden, um Bilder des menschlichen Körpers zu visualisieren. ImageVis3D Mobile heißt die Anwendung, die im App Store der Firma Apple kostenfrei heruntergeladen werden kann. In den ersten Tagen machten davon schon mehrere tausend Nutzer Gebrauch. Das Programm ImagelVis3D lässt sich auch in andere Softwareumgebungen leicht integrieren und ist durch seinen modularen Aufbau flexibel einsetzbar. Es basiert auf einer Software, die am Institut Science Computing and Imaging (SCI) der Universität von Utah entwickelt wurde.
Etwa ein Jahr lang hat Jens Krüger in Salt Lake City an dem Programm gearbeitet, unterstützt von dem Software-Entwickler Tom Fogal, der an der Universität von Utah forscht. Als Teil eines biomedizinischen Projekts wurde ImageVis3D vom amerikanischen Gesundheits- und Energieministerium finanziert. Seit kurzem leitet Jens Krüger eine Forschergruppe im Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ (MMCI) der Universität des Saarlandes. Die Forschergruppe ist am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken angesiedelt. Dort wird Jens Krüger sich noch intensiver damit beschäftigen, wie man ganze 3-D-Welten auf kleine Rechner bringen kann.