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Artikel mit ‘Chaos Computer Club’ getagged

Anti-Zensur-DNS-Server des FoeBuD

Freitag, 01. Mai 2009

Der FoeBuD e.V. (http://www.foebud.org/) sieht das Recht auf freie und unbeobachtete Kommunikation als eine Grundvoraussetzung für eine freiheitliche Gesellschaft an. Der FoeBuD hat sich deshalb zu einer praktischen Gegenmaßnahme entschlossen und betreibt seit einigen Tagen einen eigenen öffentlichen zensurfreien DNS-Server. Wer sich diesen als eigenen DNS-Server anstelle des vom Provider gelieferten Servers einträgt, kann damit die Internetsperren einfach umgehen. Die IP-Adresse lautet: 85.214.73.63. Wie Sie diese IP-Nummer eintragen können, finden Sie beispielsweise hier http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/ beschrieben.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich für die Einführung einer Internetzensur ausgesprochen, da ihrer Meinung nach auf diese Weise das Problem kinderpornographischer Inhalte effektiv aus der Welt geschafft werden kann. Dieser Auffassung widerspricht der FoeBuD sowohl aus technischen als auch aus politischen Gründen. Denn technisch betrachtet ist die von der Bundesregierung angestrebte DNS-Sperrung wenig sinnvoll, da sie bereits mit wenig Aufwand umgangen werden kann. Pädophile Straftäter mit grundlegendem technischem Verständnis werden daher keinerlei Schwierigkeiten haben, auch weiterhin auf kinderpornographische Inhalte zuzugreifen. Was als bahnbrechende Maßnahme öffentlichkeitswirksam propagiert wird, stellt sich bei näherer Betrachtung als populistische, symbolische Politik heraus. Das zugrundeliegende Problem - der Missbrauch von Kindern - wird nicht gelöst, sondern vielmehr aus dem Blickfeld der Bevölkerung wegzensiert.

Kindesmissbrauch ist zweifellos ein Problem, dem die Regierung mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, jedoch sind die Bürgerrechtler der Überzeugung, dass Internetzensur hierfür nicht das geeignete Mittel ist. Sie fordern daher eine bessere finanzielle und auch personelle Ausstattung der zuständigen Polizeibehörden sowie eine Verbesserung der Betreuungs- und Therapieangebote sowohl für Täter als auch Opfer anstelle von wahlkampftaktischer Symbolpolitik.

Neue Möglichkeiten der Kontrolle ziehen meist auch wachsende Begehrlichkeiten nach sich. Vor diesem Hintergrund birgt die nun eingeführte Internetzensur Gefahren für die Meinungsfreiheit und Vielfalt des politischen Meinungsbildes des Internets in sich.

„Die Existenz einer nicht öffentlichen Zensurliste ist unvereinbar mit dem Gebot der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit.“ sagt Rena Tangens vom FoeBuD e.V.

Denn auch wenn zunächst nur kinderpornographische Inhalte von der Sperre betroffen sein sollen, so gibt es doch keine Garantie dafür, dass die Zensurliste in Zukunft nicht ausgeweitet werden wird, z.B. auf Webseiten von politischen Organisationen, Gewerkschaften oder allzu kritischer Presse. Aufgrund der Tatsache, dass die Liste der gesperrten Inhalte nicht öffentlich zugänglich ist, bleibt zu befürchten, dass die Rechtmäßigkeit der Sperrung keinerlei Überprüfung unterliegen wird. Das bedeutet: Allein das BKA entscheidet, was den Filter passieren darf. Wie bereits gesagt: Mit den Möglichkeiten wachsen meist auch die Begehrlichkeiten.

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Fingerabdruckscanner überlistet

Donnerstag, 03. April 2008

Bereits seit einigen Tagen geht eine Meldung durch die Medien, die man zunächst für einen verspäteten Aprilscherz halten könnte: Der Chaos Computer Club (CCC) hat in seinem Magazin, der Datenschleuder, eine Folie mit einem Fingerabdruck von Wolfgang Schäuble veröffentlicht, um auf Sicherheitslücken in der angeblich so sicheren Praxis der Fingerabdruckscans hinzuweisen.

Dazu teilt der CCC mit: Das Innenministerium behauptete bei der Einführung biometrischer Pässe, dass Bilder des Gesichts und der Finger in ihrer Bedeutung für die Privatsphäre im wesentlichen identisch sind. “Wir haben nach der Logik des Innenministeriums also nur das Äquivalent von einem Foto einer Person des öffentlichen Lebens erstellt”, erläuterte CCC-Sprecher Dirk Engling das Vorgehen des Clubs. Ein Fingerbild muss sich jeder Bundesbürger für den Reisepass und bald für den Personalausweis abnehmen lassen.

Was hier zunächst lächerlich klingt, hat aber einen ernsten Hintergrund, denn nicht nur für biometrische Reisepässe, sondern auch in immer mehr Geschäften kommt der gescannte Fingerabdruck zum Einsatz; beim einkaufen kann er nach einer einmaligen Registrierung zum Einkaufen genutzt werden. Das ist zwar komfortabel, doch längst nicht so sicher, wie uns die Hersteller glauben machen wollen.

“Wir wollen mit der Veröffentlichung die Debatte um die biometrische Vollerfassung jedes Bürgers greifbarer machen“, erklärte CCC-Sprecher Dirk Engling. “Fingerabdruck-Biometrie ist nicht so sicher, wie die Politik beteuert. Sie gehört in keine sicherheitsrelevante Anwendung – und erst recht nicht in den ePass.”

Der Chaos Computer Club hat gezeigt, wie man mit simplen Mitteln wie Sekundenkleber und Holzleim ein Duplikat einen Fingerabdrucks anfertigen kann, das von diesen Maschinen als echt erkannt wird. Wenn man nun überlegt, dass man nahezu überall seine Fingerabdrücke hinterlässt – beispielsweise im Café, beim Mittagessen oder bei etlichen anderen Gelegenheiten, kann man schnell auf ein beunruhigendes Szenario kommen. Das diese Risiken keineswegs weit hergeholt sind, zeigt ein Fernsehbericht der PlusMinus-Redaktion, in der es einem Reporter problemlos gelungen ist, auf Kosten eines Kollegen per Fingerabdruck einzukaufen.

Zwar behauptet die Herstellerfirma, dass es immer noch das derzeit sicherste System sei und ist auch bereit, Fehlbuchungen auszugleichen – doch die Beweislast liegt beim Kunden. Und wie soll man wohl den Einkaufsbetrug eines Unbekannten belegen? Hier ist Ärger vorprogrammiert, erst recht, wenn die Fingerabdruck-Technologie auch in andere Bereiche, wie etwa Geldautomaten, vordringen sollte.

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