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Artikel mit ‘Bildblog’ getagged

Diese Republik ist keine Dschungelshow

Montag, 23. November 2009

Cicero-Herausgeber Wolfram Weimer würdigt den Hans-Bausch-Mediapreisträger Stefan Niggemeier als journalistischen Vorkämpfer gegen Verflachung und Bevormundung in den Medien.

Der Journalist Stefan Niggemeier hat am Mittwochabend, 18. November 2009, den mit 10.000 Euro dotierten Hans-Bausch-Mediapreis des Südwestrundfunks (SWR) für seine hervorragend recherchierten Analysen und klugen Einwürfe zum Medienschaffen in Deutschland erhalten. Zu der Preisverleihung waren zahlreiche Gäste ins Fernsehstudio 1 des SWR in Stuttgart gekommen, unter ihnen auch Kultblogger Sascha Lobo.

SWR-Intendant Peter Boudgoust würdigte Stefan Niggemeier bei der Preisverleihung als Blogger und Medienkritiker, der Journalisten den Spiegel vorhalte. Dies geschehe bei Niggemeier nicht plump und oberflächlich, sondern sehr differenziert. Boudgoust:

“Stefan Niggemeier steht für einen Qualitätsbegriff, der für alle Medien gilt.”

Wolfram Weimer, Herausgeber des politischen Magazins “Cicero” und zukünftiger Chefredakteur des “Focus”, nutzte seine Laudatio auf den Mitbegründer von “Bildblog.de” für einen kritischen Blick auf die deutsche Medienlandschaft. Im europäischen Vergleich sieht Weimer die deutsche Medienkultur stark von ihren Wurzeln entfernt. Weimer:

“Die seriösen, klassisch denkenden und handelnden Journalisten werden zusehends marginalisiert. Die Schaumschläger, Zuspitzer, emotionalen Hochjazzer und PR-Spezialisten drängen hingegen auf die bunten Bühnen der Medienindustrie.”

Weimer verwies auch auf den immer größer werdenden Konkurrenzdruck der Medien untereinander. Dies führe zu einem Wettlauf um den immer heißeren, den immer gemeineren, unglaublicheren Skandal. Weimer:

“Wir jagen von einer Panik in die andere. Vorgestern Waldsterben und Klimaschock, dann Kampfhunde und SARS, gestern Feinstaub und BSE, heute Vogelgrippe - oder ist es doch die Schweinegrippe? - der Alarmismus prägt die Mediendemokratie.”

In einer Zeit, in der man zuweilen den Eindruck habe, “dass am Ende eine ganze Gesellschaft im ‘Big Brother Container’ sitzt und über Pickel räsoniert”, sei Stefan Niggemeier “ein Trost, weil er ein Urprinzip der Demokratie verkörpert, das Prinzip der Gegenöffentlichkeit”. Niggemeier schaffe diese kritische Gegenwelt gerade mit dem Internet, von dem viele behaupteten, es sei unseriös und oberflächlich. Weimer:

“Tatsächlich legt gerade das Internet die Seriositäts- und Glaubwürdigkeitsdefizite des klassischen Mediensystems offen. Informationslücken, Debattentabus und Legitimationsdefizite der etablierten Print- und TV-Welt werden im Internet korrigiert.”

Der Erfolg Niggemeiers und der an ihn verliehene Hans-Bausch-Mediapreis sei ein Zeichen dafür, dass “die Verflachung und Bevormundung vom Publikum auf Dauer nicht hingenommen wird und die Gegenbewegung kommt, damit Deutschland nicht der Zwangs-RTLisierung ausgeliefert wird. Denn diese Republik ist mehr als eine Dschungelshow.”

Stefan Niggemeier veröffentlicht seine medienkritischen Beiträge in Printmedien, unter anderem der FAZ-Sonntagszeitung, und vor allem in seinem eigenen Webblog. Im Gespräch mit Moderatorin Gabi Bauer betonte er, dass viele Journalisten das Internet zu Unrecht verteufelten. Statt als Konkurrenz zum professionellen Journalismus sehe er Blogs und Foren als Ergänzung. Niggemeier:

“Im Netz kommen Stimmen zu Wort, die man sonst nicht hören würde.”

Dass er den Hans-Bausch-Mediapreis verliehen bekommen habe, sehe er auch als Aufforderung an die Medien, sich der Kritik zu stellen. Eine Aufzeichnung der Verleihung des Hans-Bausch-Mediapreises wird am Freitag, 27. November, um 16.30 Uhr in 3sat ausgestrahlt.

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Wie man eine Nachricht macht

Freitag, 24. April 2009

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Redaktion und vor Ihnen liegt eine zwar interessante, aber doch nicht gerade sensationsgeeignete Studie. Was machen Sie da? Klar, sagen Sie, ich bringe die eher nüchterne Meldung, beispielsweise über die Tatsache, dass das menschliche Gehirn länger braucht, um auf emotionalen Schmerz zu reagieren als auf körperlichen Schmerz.

Tja, das würden Sie und ich so machen – aber diese geschätzte Meinung ist nicht unbedingt Allgemeingut. Denn natürlich können Sie aus dieser kurzen Notiz über wissenschaftliche Forschung auch einen Aufreger machen. Wie? Ganz einfach: Sie nehmen ein paar aktuelle Modewörter, sagen wir Twitter oder Facebook, würfeln ein wenig und schon haben Sie die tolle, umwerfende und boulevardtaugliche Meldung, dass junge Menschen durch zu viel Kommunikation über Portale wie Twitter oder Facebook auf die Dauer Schaden nehmen. Genial, nicht wahr?

Richtig toll wird das ganze aber erst, wen Sie beispielsweise diese Meldung nicht in Deutschland schreiben, sondern etwa für den Online-Ableger einer nicht zu seriösen britischen Zeitung oder auch eine Schweizer Zeitung. Dann haben Sie nämlich das Glück, dass ein ganzer Haufen deutscher Redaktionen diesen Murks ungefiltert und ohne nachzufragen übernimmt.

Wie, Sie glauben nicht, dass Medien wie „Focus Online“, der „Standard“, „Die Presse“, „Yahoo“, die „Computerwoche“ und viele andere so nachlässig wären? Aber warum denn nicht? Die Meldung kam schließlich über den Gesundheitsdienst einer Nachrichtenagentur – die natürlich davon lebt, Meldungen für Ihre Kunden zu verbreiten. Außerdem ist so ein Twitter/Facebook-Heißluftgebläse doch viel spannender, nicht wahr?

Wenn Sie mir das nicht glauben wollen, dann werfen Sie doch einmal einen Blick auf den Bildblog-Beitrag „Twitter macht Journalisten dumm“. http://www.bildblog.de/7352/twitter-macht-journalisten-dumm/ Hier wird sehr schön beschrieben, wie letztlich ein Journalist (zur Erklärung: das sind die seltsamen Leute, die ab und an das komische Wort Recherche im Mund führen), der britische Arzt, Medienkritiker und “Guardian”-Kolumnist Ben Goldacre, sich die Studie, die der Meldug zugrunde liegt, einmal angesehen hat und dort nicht die geringste Erwähnung von Twitter, Facebook und Co. fand.

Dann tat Herr Goldacre etwas unerhörtes, das, wie Gerüchte sagen, früher sogar üblich gewesen sein soll: Er fragte bei eine der Verfasser der Studie nach, der ihm bestätigte, tatsächlich keinerlei Verbindung seiner Aussagen zu Twitter etc. zu sehen. Die „Reizworte“, die auch in einem wörtlichen Zitat gefunden wurden, wurden vielmehr nachträglich eingefügt – wohl, um der Sache etwas mehr „Pfiff“ zu geben.

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Bildblog ist für alle da

Dienstag, 07. April 2009

Seit geraumer Zeit war uns der Bildblog ein treuer und wachsamer Beobachter all der Pleiten, mutwilligen Störungen und unfreiwilligen Missgriffe, die sich die Bildzeitung so leistet. Doch schon seit längerer Zeit hat sich gezeigt, dass sich die Bild im Rennen um immer schönere Fettnäpfchen zwar vielfach die Pole-Position sichern konnte, sich aber in einer wilden Hatz gegen andere Redaktionen befindet.

Und folgerichtig beobachtet die Bildblog-Redaktion seit Montag nicht mehr die „Bild“ allein, sondern hat sich als „Bildblog für alle“ neu aufgestellt.

Es spreche, so wird im begrüßenden Blogbeitrag gesagt, „wenig dafür, dass “Bild” im Kern eine bessere Zeitung geworden wäre und plötzlich Respekt vor so abwegigen Dingen wie der Wahrheit oder den Persönlichkeitsrechten von Menschen entwickelt hätte. Aber es ging uns nie nur um die “Bild”-Zeitung, sondern um ihre Macht als (trotz allem noch) viel gelesenes und für wichtig genommenes Leitmedium. Von Anfang an stand über unserer Arbeit der Satz: “Was heute in ‘Bild’ steht, steht morgen überall”. In den vergangenen viereinhalb Jahren haben wir eine Menge darüber erzählt, was so “in ‘Bild’” steht. Jetzt haben wir Lust, uns dem “überall” zuzuwenden.“

Zahlreiche Beispiele der letzten Zeit haben gezeigt, wie wichtig Aufklärung ist, wie notwendig es ist, Fehler und Abgründe öffentlich zu machen, um zu Aufmerksamkeit und zur Nachdenklichkeit anzuregen.

Der neue Bildblog wird auch weiterhin zu meinen täglichen Informationsquellen gehören.

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Das selbstreferentielle Internet

Donnerstag, 12. Februar 2009

Immer wieder einmal gibt es Vermutungen darüber, wie leicht es ist, frei erfundenen Behauptungen im Internet in Windeseile in Fakten zu verwandeln. Ganz selten hat man aber die Möglichkeit, die „Geburt“ einer solchen falschen Tatsache miterleben und nachvollziehen zu können.

Auf Bildblog gab es aktuell nun ein Lehrstück darüber zu lesen, wie leicht sich Erfindungen zu sich in den Medien verselbstständigenden Fakten machen lassen: Ein wohl aus gutem Grund ungenannt bleibender Autor beschreibt dabei, wie er dem aktuell in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückten Freiherr von Guttenberg den Vornamen Wilhelm verpasst hat, indem er diesen Namen in dessen Wikipedia-Biographie eingefügt hat.

Den Verfasser reizte es am letzten Sonntag, die vielen Vornamen des Ministers aufgelistet zu sehen und er leistete sich den mehr oder minder originellen Scherz, dieser Namensliste, die im übrigen leicht über entsprechende Adelskalender (Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 110, Freiherrliche Häuser XIX) nachprüfbar ist, den „Wilhelm“ hinzuzufügen.

Interessanterweise hat niemand den getürkten Wilhelm bemerkt – es wurde sogar fleißig abgeschrieben und schon tauche „Willi Guttenberg“ in nahezu allen Medien auf. Nicht nur Bild fragte sich, ob man sich diese Namen merken müsse, auch Handelsblatt.com, heute.de und rp-online verkündeten schon am Montag nach der Änderung den „Wilhelm“.

Der zusätzliche Name erhielt eine ungeheure Eigendynamik. So zitiert der Verfasser Spiegel Online, wo die Geschichte sogar noch weiter getrieben wurde: “Eine beliebte Journalistenfrage an ihn ist jene nach seinem kompletten Namen. Ob er den bitte einmal aufsagen möge. Manchmal macht er das dann auch. Und los geht’s: ‘Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg.’ Er sei aber so erzogen worden, dass nicht der Name, sondern die Leistung zähle, fügt er dann regelmäßig an.”

Auch aus der Wikipedia ließ sich der Name nicht so ohne weiteres entfernen – obwohl einige Leser Zweifel anmeldeten. Nach einem Löschversuch wurde er flugs wieder eingefügt – schließlich war er ja über den Spiegel nachweisbar.

So schaffte es unser „Willi“ in eine ganze Reihe von Medien, unter anderem, so wird berichtet, ins “RTL-Nachtjournal”, in die “taz”, die “Rheinische Post” und die “Süddeutsche Zeitung” und auf die “Bild”-Titelseite.

Das ungeprüfte Anschreiben hat zu einem, in diesem Falle eher harmlosen, in seiner Konsequenz aber haarsträubenden Effekt geführt. Man stelle sich vor, es hätte sich statt der simplen Namensergänzung um eine politische oder historische Tatsache gehandelt …

 Ein aktuelles Update über die Reaktion der auf diese Täuschung hereingefallenenMedien finden Sie unter http://www.bildblog.de/5731/wilhelm-ii/.

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Wir sind das Volks?

Mittwoch, 04. Februar 2009

Was mir in der letzten Zeit ungeheuer auf den Geist geht, sind die seltsamen Volks-Produkte, die überall auftauchen. Nicht nur, dass mir schon das seltsame Logo nicht gefällt, das auf seinen Erfinder, eine große deutsche Verdummungszeitung, hinweist – nein, ich weiß einfach nicht, was das sein soll, ein solches Volksprodukt.

Was unterscheidet jetzt beispielsweise die Volksbibel von einer der vielen handelsüblichen Ausgaben? Gut, bei ersterer durfte der Herr Diekmann Werbung mit Herrn Ratzinger machen, den man zuvor auch schon mit dem unsäglichen „Wir sind Papst“ gewissermaßen zum Volkspapst ausgerufen hatte. Aber ob man heute noch so gern mit dem Herrn Ratzinger in einem Atemzug genannt werden möchte, nachdem ihm seine besondere Sympathie zur Pius-Bruderschaft und zu Richard Willamson im Besonderen eingefallen ist? Da bekommt das „Volks“ doch gleich ein ganz besonderes Geschmäckle…

Und eine Volkszahnbürste, so wie sie gerade überall beworben wird? Ist die nun besonders gut oder besonders billig? Oder heißt das Zeug nur so, damit sich der kleinste gemeinsame Nenner eines Blattes, das sich auch schon mal dazu hinreißen lässt, an der Grenze zur Verleumdung zu arbeiten – ah, da war es wieder, das Volks – in einem wohligen Gefühl des falschen Miteinander suhlen kann?

Mir kommen da jedenfalls bei diesen Wortschöpfungen ganz unangenehme Zusammenhänge in den Sinn und ich finde es schon etwas, nun, sagen wir mal leichtfertig, dem Volksempfänger, der Volksgemeinschaft und dem Volksgenossen mit dem gesunden Volksempfinden nun die Volksprodukte zur Seite zu stellen. Vielleicht gibt es ja demnächst auch für bestimmte Teile der Leserschaft den Volksbaseballschläger?

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Voyeurismus schöngeredet

Dienstag, 09. Dezember 2008

Wir hatten ja schon das Vergnügen, etwas über den neuesten Versuch der seltsamen Truppe um Kai Diekmann zu hören, um den kollektiven Voyeurismus mit einer für richtige Berichterstattung unzureichenden Billigkamera zum Journalismus aufzuwerten. Eine kurze Notiz auf Bildblog.de hat mir dann heute sinnfällig vor Augen geführt, welche Formen diese neue Form der aus dem moralischen Morast initiierten Berichterstattung annehmen kann.

Da wird mir dem Titel „Feuer vernichtet Einfamilienhaus“ ein Artikelausriss vorgestellt, in dem eine „Bild-Video-Reporterin“ eben jenen Brand in ihrem Nachbarhaus dokumentiert. Das hier über den Begriff „Bild-Video-Reporterin“ unterschwellig der Eindruck vermittelt wird, als habe dort irgendjemand auch nur irgendetwas mit redaktioneller Arbeit zu tun, lasse ich jetzt einmal außer Acht, obwohl allein diese Bezeichnung eine Frechheit ist.

Nein, was mir wirklich abwechselnd die Scham- und Zornesröte ins Gesicht treibt, ist das an anderer Stelle auftauchende kurze Portrait der betroffenen Dame, die dort nämlich – natürlich unverpixelt und mit voller Namensnennung - zusammen mit drei Kindern im Bild präsentiert wird. Hier durfte dann der ganz eigene „Humor“ der Bild.de-Redaktion zuschlagen – mit einem Kommentar, der an Subtilität nur noch von einer Dampframme überboten wird: „Bild-Reporter überglücklich“ sagt uns da der Titel und im Text erfahren wir auch, warum die spontanmaskulinisierte „Leser-Reporterin“ denn so glücklich ist: „Leser-Reporterin XXX (30, auf dem Foto mit ihren Kindern) filmte ein brennendes Haus im Saarland. Sie sagt: ‚Das ist ganz schlimm, wenn so etwas auch noch kurz vor Weihnachten passiert’“

Diesem Satz kann man schon fast nichts mehr hinzufügen. Nun ist es ja zu verstehen, dass jemand seiner ganz privaten Sensationsgier nachgibt und das solcherart hingeschluderte Produkt einem Blatt überlässt, dass noch sensationsgieriger ist. Oder.. nein, zu verstehen ist auch schon das nicht, bestenfalls noch nachzuvollziehen. Wenn jedoch die selbstgehäkelten Kameramänner und –frauen glauben, das tun zu müssen, wird damit noch lange nicht erklärt, warum im Zusammenhang mit einem für die betroffenen dramatischen Ereignis unbedingt noch so zynisch von einer überglücklichen Leser-Reporterin gesprochen werden muss. Aber das mag damit zusammenhängen, dass man möglicherweise in der Redaktion von Bild.de eine etwas andere Auffassung von den Aufgaben und dem Berufsbild eines Reporters hat.

Interessant ist übrigens, dass in den Teilnahmebedingungen – so nennt Bild.de die AGB für die Leserreporter – nicht weiter auf Kleinigkeiten wie das Urheberrecht etc. eingegangen wird. Als einziger Hinweis findet sich hier der Satz „Hiermit bestätigt der Einsender, im Folgenden Leser-Reporter genannt, dass er sämtliche Rechte an dem eingeschickten Video besitzt.“ Bleibt jetzt nur noch die Frage zu klären, welcher Leserreporter wohl weiß, was damit gemeint ist und welche Pflichten sich damit verbinden. (tok)

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Wichtig ist nicht so wichtig

Freitag, 13. Juni 2008

Was war gestern für Sie eine wichtige Nachricht? Das so absonderlich verlaufene Spiel der Fußball-Nationalmannschaft? Die Tornado-Katastrope in den USA? Der von unserer Kanzlerin verkündete Bildungsalarm?

Was auch immer es war - vermutlich lagen Sie damit völlig falsch. Das jedenfalls darf man unterstellen, wenn man den großen Aufmacher eines Boulevardblattes gesehen hat, das sich mit großen Lettern um ein wahrhaft weltbewegendes Ereignis gekümmert hat: Die Frage, ob ein längst verstorbener Chefarztdarsteller in einer eher mittelmäßigen Klinikserie eine Schwesterndarstellerin eben jener Klinikserie nackt gesehen habe. Na, das ist doch mal eine überaus gewichtige Fragestellung. Als ungeheuer zielführendes Indiz führ das Blatt ein Aktbild des hobbymalenden Schauspielers auf. 

Also, ich weiß ja nicht – aber wenn das alles ist, was in dieser Redaktion zusammengebraut wird (neben den teilweise gerichtsbekannten Vorstellungen von Journalismus), dann zweifle ich doch so langsam…

Wenn Sie mehr wissen möchten über die Irrungen und Wirrungen einer Journalistenkombo, die sich im Journalismus ähnlich professionell darstellt wie unsere Mannschaft im Spiel gegen Kroatien, dann schauen Sie doch einmal auf www.bildblog.de. Da erfahren Sie auch, wofür es die eine oder andere ‚rote Karte’ gegeben hat.

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