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Moores Law hat ausgedient

27. April 2009

Nahezu jeder Computerbenutzer kennt es, das 1965 formulierte Mooresche Gesetz, das sagt, dass die Halbleiterindustrie alle 18 Monate die Größe der Chips halbieren und gleichzeitig die Arbeitsgeschwindigkeit verdoppeln kann.

Doch nun soll diese Faustformel der Computerindustrie nicht mehr gelten. Das sagt jedenfalls Carl Anderson, IBM-Verantwortlicher für Physical Design in der Servern-Division. Er prognostiziert, dass es der Chipbranche ähnlich ergehen werde, wie anderen Industriebereichen. Das rasante Wachstum gehe zurück und die Geschwindigkeit, mit der Innovationen entstehen, verringert sich. So sei es bereits der Eisenbahn-, Auto- oder Flugzeugindustrie gegangen.

Als Begründung führt Anderson an, dass die Halbleiterindustrie wie jede Boombranche ein Reifestadion erreichen wird, in dem die Innovationen automatisch langsamer werden.

“Die Eisenbahnbranche hat im 19. Jahrhundert ein exponentielles Wachstum erlebt. Die Automobilindustrie verzeichnete ihre Hochzeit in den 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts”, erläutert der IBM-Guru.

In der Flugzeugindustrie sei ähnliches zu beobachten gewesen.

“Die Geschwindigkeit der Flugzeuge hat sich solange erhöht, bis die ersten Piloten die Schallgeschwindigkeit erreichten”, so Anderson.

Dann war es vorbei mit dem exponentiellen Wachstum. In der Chipindustrie wird es sich ähnlich verhalten.

“Ein oder zwei Generationen wird die Entwicklung in den Spitzenbereichen noch weitergehen, beispielsweise bei Multicore-Prozessoren. Jedoch merken bereits jetzt Entwickler, dass für Standard-Applikationen nicht die neuesten Chipdesigns notwendig sind”, sagt Anderson.

Hinzu kommt, dass die Kosten für die Weiterentwicklung enorm steigen. Der Einstieg in eine neue Halbleitergeneration wird für einige Chiphersteller schlichtweg nicht mehr leistbar.

In Zukunft werden sich die Entwicklungen vor allem auf drei Technologien konzentrieren: Einerseits ist dies die optische Datenweiterleitung, andererseits CPU-Beschleuniger und 3D-Chips, bei denen die einzelnen Prozessorkomponenten übereinander gestapelt sind. Die Leistungsbeschleunigung ist hierbei im Moment das interessanteste Thema.

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Eine Antwort zu “Moores Law hat ausgedient”

  1. Alf Vinçon sagt:

    Es stimmt schon, daß sog. Standardanwendungen keine Weiterentwicklung mehr benötigen. Das war schon immer so und hängt mit dem Eintritt in die “Sättigungsphase” zusammen, die auch auf dem Gebiet der IT-Nutzung jetzt stattfindet.

    Im Gegensatz zur z.B. Nutzung der Flugzeuge und Autos, wo der Nutzen allein auf Geschwindigkeit und Ladefähigkeit beruht, haben wir bei der IT ein erheblich breiteres Nutzungsfeld, das noch gar nicht abgegrast ist. Dazu kommen weitere Anwendungsmöglichkeiten hinzu, von denen wir heute noch nichts wissen und über die wir allenfalls spekulieren können. Einen guten Einblick dazu bietet die SF-Literatur.

    Einige Nutzungsangebote bzw. -möglichkeiten möchte ich kurz anführen:

    - Simulation –> Wirtschaft, Gesellschaft, Logistik, Katastrophen, Genetik, konstruktive Chemie/(Molekular-)Biologie

    - Robotik –> Hausdienstleistungen, Einsatz in lebensfeindlichen Umgebungen, Fertigung, Chirurgie

    - Graphik –> Medizin.Diagnostik, Werkstoffuntersuchung, Aufklärung (militärisch, Umwelt)

    - Wissenstechniken –> umfassender Zugang zu (vernetztem) Wissen, Wissens- und Kreationsverbund

    Diese Anwendungsmöglichkeiten erfordern auch weiterhin schnellere Verarbeitung, leistungsfähigere Graphik, breitbandigere Kommunikation, größere Speicher und deren Verwaltung.

    Ich denke, auf dem IT-Gebiet wird sich noch viel neues ergeben (im Gegnsatz zu Autos, Flz usw. )

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