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Komprimiert, verdunkelt und in Bambus verpackt

22. November 2009

Erinnern Sie sich noch daran, als Ihnen jeder, der auch nur einigermaßen Wert auf eine ordentliche Musikwiedergabe gelegt hat, von der CD abgeraten hat? Und etwas später, als sich das CD-Problem mangels größerer Verbreitung von Vinyl erledigt hatte, wurde vor der eher gruseligen Qualität von Musik im MP3-Format gewarnt – nicht zu unrecht, denn eine Vielzahl von Aufnahmen war qualitativ eher dünn und wurde im Zusammenspiel mit billig zusammengestoppelten Playern und Plastikboxen zu einem Ausflug in die musikalische Geisterbahn.

In einer Meldung war nun zu lesen, dass sich auch dieses Problem geklärt haben könnte, denn die Audioqualität von komprimierten Formaten wie MP3 bzw. AAC wird, so heißt es, selbst von geschulten Hörern oft besser oder zumindest gleichwertig empfunden als sogenannte Lossless-Formate oder Audio-CDs. Zu diesem Schluss soll die Testplattform TrustedReview in einem Blindversuch mit mehreren Personen gekommen sein.

Allerdings weist die TrustedReview auch darauf hin, dass es sich keinesfalls um keinen Versuch auf wissenschaftlicher Grundlage handele. Es sei aber bemerkenswert, dass gerade die HiFi-Liebhaber unter den Testpersonen bei der Erkennung des unkomprimierten Musikstückes daneben lagen.

Dieser Eindruck wird auch von Bernhard Grill, einem MP3-Experten des Fraunhofer-Institus bestätigt. Die Codierungstechnologien seien mittlerweile so ausgefeilt, dass viele Leute selbst bei Komprimierungen mit geringerer Datenrate keinen Unterschied mehr wahrnehmen würden.

Spielen mit der Speicherkarte

Die meisten Anwender kennen Speicherkarten wahlweise aus ihrem Mobiltelefon oder aus der digitalen Kamera. Doch nun scheit es ein völlig neues Anwendungsgebiet für die kleinen Datenspeicher zu geben: Spielekonsolen.

Jedenfalls hat der Speicherkartenhersteller Lexar vor einiger Zeit eine Gaming-Serie vorgestellt und diese aktuell um einen „Gaming Memory Stick Micro“ und eine „Gaming Secure Digital High Capacity“-Karte in den Größen 4 GB und 8 GB erweitert.

Die Karten mit den furchtbar umständlichen Name sollen für ein völlig neuartiges Spielerlebnis sorgen und das sichere Speichern von Spieldaten und multimedialen Inhalten auf gängigen Spielkonsolen ermöglichen. Angeblich verbessert Lexar so das gesamte Spielerlebnis für die wachsende Anzahl an Verbrauchern, die auf gängigen Konsolen Spiele und Wettkämpfe austragen. Nun ja, ich dachte bisher immer, das Spieleerlebnis hinge vom Spiel ab …

„Die gespeicherten Spieldaten sind für Spieler enorm wichtig, und von Gelegenheits- bis zu Hardcore-Spielern verlassen sich alle darauf, dass diese Informationen verfügbar sind, sobald sie ihre Konsolen einschalten“, sagte Manisha Sharma, Leiterin des weltweiten Produktmarketings von Speicherkarten bei Lexar Media.

Kontaktlinsen als Sonnenbrille

Wissenschaftler aus Singapur haben ein flexibles Material entwickelt, das sich durch UV-Licht verfärbt. So kann das Prinzip der Brillengläser, die sich bei Sonneneinstrahlung verdunkeln, auf Kontaktlinsen übertragen werden, schreibt die Zeitschrift Technology Review in ihrer Dezemberausgabe.

Die sich selbsttönende Kontaktlinse besteht aus einem mit Poren durchsetzten Polymer. Die UV-empfindlichen Farbstoffmoleküle sind direkt in die Linse eingebettet. Weil sich auf diese Weise viel mehr Farbstoff unterbringen lässt als auf dem glatten Brillenglas, verdunkeln und erhellen sich die neuen Kontaktlinsen viel schneller als herkömmliche selbsttönende Sonnenbrillen, sagt Jackie Ying, Direktorin des Institute for Bioengineering and Nanotechnology (IBN) in Singapur. Statt Minuten brauchen sie für den Farbwechsel lediglich 10 bis 20 Sekunden. Insbesondere bei schlagartigem Wechsel von Hell zu Dunkel wie bei Tunnelfahrten ist diese schnelle Reaktion von Vorteil.

Die Verträglichkeit des Polymers ohne Farbstoff haben die Forscher bereits in Versuchen mit Kaninchen nachgewiesen, demnächst prüfen sie auch das getönte Material. Mit der Gründung eines Spinoff namens “iNano Pte” wollen die Wissenschaftler des IBN die Marktreife der Linsen vorantreiben. Schon im nächsten Jahr sollen sie auf den Markt kommen - vorerst allerdings nur in Japan und Korea.

Das Chrome OS rückt näher

Google hat erstmals Einblick auf das für Juli angekündigte Netbook-Betriebssystem Chrome OS gewährt. Das Chrome OS soll sich deutlich von bisherigen Betriebssystemen unterscheiden: Man setzt komplett auf Web-Applikationen – auf der Festplatte installierte Anwendungen wird der Anwender vergeblich suchen. So läutet Google nicht nur ein neues Betriebssystem ein, sondern propagiert ganz nebenbei auch das langsame Aussterben der Festplatte. Letztere ist bei Google sowieso nicht gern gesehen – die zukünftigen Chrome-OS-Netbooks werden mit Flash-basierten Solid State Drives (SSDs) ausgerüstet sein.

Der bisherige Browser Chrome wird zum zentralen Element von Chrome OS. Das System verfügt zwar über einen Linux-Kernel, für den Anwender ist der Browser jedoch die zentrale Zugriffsinstanz.

Die geplanten Web-Applikationen werden von Google natürlich sehr positiv bewertet. So heißt es im Google-Blog:

„Das bedeutet, dass User sich nicht mit Installation, Verwaltung und Updates von Programmen auseinandersetzen müssen”.

Chrome OS ist in erster Linie für Geräte geplant, die speziell für den Einsatz mit dem neuen OS optimiert sind. Diese sollen durch eine deutlich gesteigerte Geschwindigkeit auffallen. Google spricht hier beispielsweise von Boot-Zeiten von sieben Sekunden.

Mit diesem Konzept kann Chrome OS allerdings kaum als Konkurrenz für etablierte Betriebssysteme angesehen werden – weder Spieler noch Multimedia-Nutzer werden mit Chrome sinnvoll arbeiten können. Letztlich bleibt der eher begrenzte Markt der Netbooks übrig.

Google strebt an, dass erste Geräte vor Weihnachten 2010 auf den Markt kommen sollen. Lassen wir uns überraschen.

Office 2010 steht vor der Tür

Microsoft auf der PDC (Professional Developers Conference) 2009 bekanntgegeben, dass die öffentlichen Beta-Version von Microsoft Office 2010 zur Verfügung steht. Damit rückt die nächste Generation des Office-Pakets in greifbare Nähe. Die neue Office-Version lässt sich unter http://www.microsoft.com/2010 herunterladen.

Öko-Netbook von Dell?

Als erster IT-Hersteller verwendet Dell Bambus-Material für die Verpackung von Computern. Der nachhaltig bewirtschaftete Rohstoff Bambus stellt eine Alternative zu herkömmlichem Verpackungsmaterial aus Papier oder Schaumstoff dar.

Dell verpackt seine Netbooks Dell Inspiron Mini 10 und Mini 10v mit Verpackungen, die aus Bambus gefertigt sind. Dieses Material besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff und ist biologisch abbaubar. Es stellt eine gute Alternative zu geformtem Papierzellstoff, Schaumstoffen oder Wellpappe dar, die häufig für Verpackungen eingesetzt werden.

Dell verwendet das Bambus-Material für die Polsterung des Inspiron Mini, der sich in einem Umkarton befindet, der wiederum zu 25 Prozent aus Recycling-Material gefertigt ist. Dell wird die Verwendung von Bambus-Verpackungen im Frühjahr 2010 auch auf andere Produkte erweitern. Mit dieser Innovation unterstreicht Dell seine Verpflichtung, umweltbewusster zu agieren.

Bambus wächst sehr schnell: Er ist das am schnellsten wachsende Holzgewächs und wächst bis zu 60 cm pro Tag. Bambus kann nach drei bis sieben Jahren geerntet werden, also deutlich früher als Harthölzer.

Die Zugfestigkeit von Bambus ist vergleichbar mit der von Stahl; Bambus ist daher ein zuverlässiges Material für den Schutz der technischen Güter beim Transport.

Bambus ist umweltfreundlich und fördert die Entwicklung gesunder Böden. Die Pflanze wurzelt tief und dient damit als Schutz vor Bodenerosion.

Um sicherzustellen, dass alle Prozesse den höchsten Umweltstandards entsprechen, arbeitet Dell mit dem Bambus-Verpackungshersteller Unisource Global Solutions (UGS) zusammen. Das Unternehmen bezieht seinen Bambus aus einem Forst, der nach den Grundsätzen und Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet wird. Dieser Bambus-Wald befindet sich in der chinesischen Provinz Jiangxi und ist von den Lebensräumen der Panda-Bären weit entfernt. Dell kooperiert mit UGS, um die FSC-Zertifizierung für die gesamte Kette der Bambus-Verarbeitung vom Wald bis zur Produktion sicherzustellen

Im Dezember 2008 hat Dell angekündigt, die Verpackung von Computern auf eine neue Basis zu stellen. Bis 2012 will Dell das Verpackungsvolumen um 10 Prozent senken; der Anteil von recyceltem Material an Verpackungen soll um 40 Prozent steigen. Der Anteil der Verpackungsmaterialien, die mit dem Gelben Sack entsorgt (curbside recycling) werden können, soll auf 75 Prozent steigen.

(tok)

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2 Antworten zu “Komprimiert, verdunkelt und in Bambus verpackt”

  1. Reinhold sagt:

    Bezüglich Beitrag zur neuen mp3-Technologie:

    Sie schreiben, “die Codierungstechnologien seien mittlerweile so ausgefeilt, dass viele Leute selbst bei Komprimierungen mit geringerer Datenrate keinen Unterschied mehr wahrnehmen würden.”

    Was bedeutet das jetzt? Muss ich mir jetzt erstmal die neuesten mp3-Codecs für mein Konvertierungsprogramm herunterladen um an diesen verbesserten Musikgenuss zu kommen?
    Ich benutze nämlich nach wie vor noch immer meine uralt-Ausgabe von ExaktAudioCopy um CD’s umzuwandeln.

  2. kieslich sagt:

    @Reinhold
    Wenn man der Darstellung des Fraunhofer-Institus glauben darf, wurden die MP3-Algorithmen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Ich verstehe das so, dass das im Umkehrschluss heisst, dass SIe, wenn Sie selbst MP3s herstellen, für Ihre Produkte vermutlich mit neueren Algorithmen auch eine bessere Qualität erzielen.

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