Die Diffamierungskampagne der Filterwilligen nimmt Fahrt auf und leider wird unsere Sammlung von Beiträgen zu diesem plumpdummen Verhalten immer größer.
Neben den verbalen Fehltritten des Freiherrn aus dem Wirtschaftsministerium und seiner ebenso mit begrenzter Sachkenntnis ausgestatteter Kollegin aus dem Familieministerium meldete sich auch die durchaus als zweifelhaft geltende Deutsche Kinderhilfe zu Wort. Deren Chef, Georg Ehrmann, lässt sich in der Welt Online mit der folgenden Aussage zitieren:
„Das Ergebnis der Umfrage bestätigt meinen Eindruck, dass es sich bei den Unterschreibern der Online-Petition um Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also um eine Minderheit handelt wenn auch eine gut organisierte“.
Na, jetzt wissen wir also Bescheid – wer sich herausnimmt, sein Recht auf eine Bewertung der Tätigkeit der eigenen Volksvertreter wahrzunehmen, wer der Ansicht ist, dass wirkungslose Maßnahmen kontraproduktiv sind und wer womöglich daran glaubt, dass es irgendwie nicht richtig sein kann, wenn eine Polizeibehörde allein und autark darüber entscheiden kann, welche Webseiten zugänglich sein sollen, befindet sich nicht nur in der geistigen Nähe pädokrimineller Gewaltverbrecher und ist dem Konsum von Kinderpornographie zugeneigt, sonder er gehört auch noch zu einer ominösen Randgruppe, bestehend aus diesen so furchtbar suspekten Bloggern und Internetliebhabern. Da fehlt in der Formulierung eigentlich nur noch der Hinweis, dass die alle weggesperrt gehören.
Dabei sollte sich der Herr Ehrmann vielleicht mehr Gedanken über den Zustand seiner Organisation machen, die durch ihre Enge Verflechtung mit einem Wirtschaftsunternehmen unter dem Verdacht steht, kommerzielle Interessen unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit zu verfolgen. Es ist jedenfalls schon ein bemerkenswerter Umstand, dass der Deutsche Spendenrat (DSR) den Verein des Herrn Ehrmann im Juni 2008 ausgeschlossen hat.
„Die „Deutsche Kinderhilfe“ wurde im Jahre 2000 in personeller und organisatorischer Nähe zur 3 W GmbH gegründet, einem Anbieter von „Mehrwertprogrammen“ und „Kundenkarten“. In Zusammenarbeit mit der 3 W GmbH bietet die „Deutsche Kinderhilfe“ ihren Förderern dann auch das „Mehrwertprogramm“ myfam an, mit dem unter anderem Zeitschriftenabonnements vertrieben werden. Die Verbindung von myfam und der „Deutschen Kinderhilfe“ wird auch wegen „nicht hinreichender Transparenz“ vom NRW-Landesbeauftragten für Datenschutz überprüft. Es sei nicht erkennbar, wer die persönlichen Daten verwaltet und was mit ihnen geschehe“, berichtet unter anderem der Spiegelfechter.
Nun ist es kein Wunder, dass einem Lobby-Verein wie der Deutschen Kinderhilfe die ePetition mit Ihren bislang über 84.000 Mitzeichnern ein Dorn im Auge ist – zeigt sie doch, dass es nicht mehr ganz so einfach ist, den Sand in den Augen der Bürger zu einem undurchsichtigen Brei zu verrühren.
Überaus seltsam mutet es jedoch an, dass das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag der Deutschen Kinderhilfe ermittelt haben will, dass 92 Prozent der Deutschen für die Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet plädiert haben und nur sieben Prozent gegen dieses Gesetz sein sollen. Da stellt sich bei mir automatisch die Frage nach der befragten Gruppe und der Fragestellung selbst.
Sehr schön zusammengefasst finden sich viele Argumente gegen das geplante Sperrgesetz auch in „Die 13 Lügen der Zensursula“.


17. Mai 2009 um 15:17
Die Zusammensetzung dieser angeblich reprentativen befragten Gruppe (Alter, Geschlecht) und insbesondere die Fragestellung bei dieser Umfrage interessiert mich auch sehr.
Ob man dazu wohl Einblick beim Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap bekommen kann?
Durchgeführt wurde dies Umfrage also im Auftrag der dubiosen Deutschen Kinderhilfe. Nun böse Zungen behaupten in solchen Fällen, der Auftraggeber bestimmt des Ergebnis. Das ist natürlich nur ein Gerücht.
18. Mai 2009 um 22:37
[...] kieslichdaily.de: Kinderporno gegen Kinderschutz? [...]