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Belämmertes Schweigen

22. April 2009

Die Telekom hat etwas geschafft, das selbst Elke Heidenreich nicht gelungen ist: bundesweit schwiegen am Dienstag die iPhones. Und nicht nur die iPhones – sämtliche Mobilfunkverbindungen schienen ausgefallen zu sein.

Seit dem Nachmittag des 21. April rührte sich bei der Telekom-Tochter T-Mobile nichts mehr. Die Geräte zeigten „Kein Netz“ an, weder ein- noch ausgehende Anrufe waren möglich.

Medien sprachen von rund 39 Millionen Mobilfunkkunden, die von dem GAU betroffen waren. Nicht nur die T-Mobile-Kunden waren hier die Gelackmeierten, auch alle, die eine SIM-Karte eines D1-Wiederverkäufers besitzen, durften dem Schweigen des Netzes lauschen. Interessanterweise gab es am Nachmittag ebenfalls in Teilen von Wien und Niederösterreich einen größeren Netzausfall.

T-Mobile selbst hatte dazu nicht wirklich viel zu sagen und sprach auf seiner Webseite nur von einer Störung, ohne jedoch Gründe zu nennen. Während T-Mobile-Sprecherin Marion Kessing “Spiegel Online am Nachmittag noch mitteilte, es seien nur” Sprach- und SMS-Dienste von dem Ausfall betroffen, berichten zahlreiche Kunden auf Blogs auch vom Totalausfall der mobilen Datendienste.

Die Wirtschaftswoche erklärte den Netzausfall mit dem Absturz des Hauptservers mit den Kundendaten. Man habe keine Abrechnungsdaten mehr zuweisen können und daher gewissermaßen die Leitung gekappt.

Sollte das wirklich so sein, müsste man T-Mobile doch einmal fragen, ob dort die Server wohl noch mit Artikeln aus der Kosmetikabteilung gespiegelt werden. Aber die Wiwo schränkte Ihre Aussage auch dahingehend ein, dass laut T-Mobile die Gründe für das größte Funkloch aller Zeiten noch nicht bekannt seien. Gegen 19 Uhr hat T-Mobile schließlich das System zurückgesetzt und neu gestartet.

Insgesamt hat sich das Unternehmen mit diesem bundesweiten Totalausfall, der kurz vor 16 Uhr begann und für viele Nutzer immerhin weit über 3 Stunden andauerte, nicht gerade als kompetenter Anbieter von Infrastruktur hervorgetan.

Noch im Januar hatte T-Mobile verkündet, das Unternehmen stehe für “beste Netzqualität”. Ob das Unternehmen nach diesem Ausfall das so schnell noch einmal sagen kann, ist zumindest fraglich …

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5 Antworten zu “Belämmertes Schweigen”

  1. Guido Berner sagt:

    Komischerweise wird, wenn bei der Telekom und ihren Tochtergesellschaften ein Problem auftritt, darüber in aller Ausführlichkeit berichtet und sich darüber mokiert. Fehler treten auch bei anderen Gesellschaften auf und man hört darüber nur selten was. Ich bin seit langer Zeit Telekom-Kunde (komplett) und hatte mit dem Netzausfall keine Probleme.

  2. kieslich sagt:

    @ Guido Berner
    Herzlichen Glückwunsch. Dann waren Sie vermutlich einer der wenigen, die nicht gut vier Stunden keine Verbindung hatten. Wir anderen 39 Millionen hatten leider einen Totalausfall.

  3. Marco Mailand sagt:

    Falls der Netzausfall der Telecom wirklich auf den Ausfall eines wichtigen Servers zurückzuführen ist so zeigt das m.E. zumindest ganz klar wirklich eines: Ziemlich unprofessionelles Vorgehen bezüglich Backup-Lösung. Wenn von einem System das landesweite Funktionieren eines Services abhängig ist so muss man Backup-Hardware installieren, die im Fehlerfall automatisch die ausgefallenen Funktionen übernimmt, so dass es möglichst nur zu unmerklichen Störungen kommt.

    Die Telecom sollte sich da evtl. mal Rat bei den Kernkraftwerken holen. Bezüglich des wahrscheinlichen Sturms der entrüsteten Antworten aller Kernkraftwerksgegner bitte ich anstelle Kernkraftwerk das Objekt Flugzeug zu verwenden :-) In Kernkraftwerken und Flugzeugen werden ähnlich harte Regeln bezüglich Redundanz angewendet.

    Im Teilchenbeschleuniger hatten wir einen Backup-Haupt-Systemtaktgenerator der ständig eingeschaltet und betriebsbereit für den Fehlerfall des aktiven Generators war. Der Backup-Generator hat die Funktion innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen übernommen und so war gab es gar keinen Ausfall für unsere Kunden.

    Sowas muss doch die Telecom wissen bzw. mittels Fehleranalyse herausgefunden haben. Wenn das nicht bekannt war dann sind die verantwortlichen Leiter eigentlich ziemlich sorglos gewesen.

    Natürlich ist der Ausfall eines Telecom-Netzes nicht direkt sicherheitsrelevant. Aber leider gibt es ja z.B. im konkreten Fall keine Telefonkabinen mehr mit denen man im Notfall immer noch telefonieren könnte. Ich hatte gestern meine eine wichtige SMS doch noch senden können, nachdem ich ins Netz von O2 gewechselt bin :-P

  4. Alexander Merrick sagt:

    Schön das viele wieder Netz haben.
    Ich bin gerade in Essen (NRW), besitze zwei unterschiedliche Handys mit Congstar-Prepaidkarte (D1) und die haben immer noch kein Netz.

    Gut das ich gleichzeitig e-Plus besitze.

  5. Buck McQue sagt:

    Moin!
    Wir hatten gestern keinen Ausfall. Mehrfach habe wir angerufen und wurden angerufen und haben von dem Ausfall erst im Radio gehört.
    Gruß Buck McQue

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